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29.12.2014

16:56 Uhr

Computer-Uhren

Nagelprobe für die Apple Watch

Apples Computer-Uhr wird frühzeitig mit Lorbeeren bedacht. Tatsächlich dürfte sich mit ihr nicht nur zeigen, wie erfolgreich Apple ein Produkt ohne Steve Jobs entwickelt, sondern auch wie gut das Konzept insgesamt ist.

Apple-Chef Tim Cook präsentiert die Apple Watch im kalifornischen Cupertino: Sein Vorgänger Steve Jobs hat die Latte hoch gelegt. Reuters

Apple-Chef Tim Cook präsentiert die Apple Watch im kalifornischen Cupertino: Sein Vorgänger Steve Jobs hat die Latte hoch gelegt.

BerlinIm Jahr 2015 wird sich zeigen, wie die Zukunft der Computer-Uhren als neue Geräteklasse aussieht. Irgendwann Anfang des Jahres - Gerüchten zufolge wohl im Februar oder März - wird Apple seine mit Spannung erwartete Datenuhr in den Handel bringen.

Nachdem Elektronik-Riesen wie Samsung, Motorola, Sony, LG sowie diverse kleinere Anbieter den Markt schon seit geraumer Zeit beackern, wird dem iPhone-Konzern zugetraut, mit seiner Apple Watch die nächste Stufe zu zünden.

„Die Apple Watch wird das erste Massenmarkt-Gerät in dem Bereich sein“, zeigt sich der Chef des Onlinespeicher-Dienstes Evernote, Phil Libin, überzeugt. Er lässt bereits Evernote-Anwendungen für die Apple-Uhr entwickeln. Marktexperte J.P. Gownder von der Analysefirma Forrester glaubt, dass es bis Ende 2015 mindestens zehn Millionen Menschen mit einer Apple Watch am Handgelenk geben wird.

Zugleich stehen aber auch nach wie vor grundsätzliche Zweifel im Raum, ob die Mini-Computer am Handgelenk überhaupt ähnlich erfolgreich wie Handys und Smartphones werden können. „Ich zum Beispiel trage ungern eine Uhr, also werde ich auch kaum eine Smartwatch nutzen“, sagt zum Beispiel der bekannte Risikoinvestor Fred Wilson, der unter anderem früh das Potenzial von Twitter und der Onlinespiele-Firma Zynga erkannte. Wilson vermutet, dass es vielen Menschen, für die das Smartphone längst die Uhr am Handgelenk ersetzt hat, genauso gehen wird.

In den nächsten Monaten dürfte sich zeigen, ob die Vision von Apple aufgeht. Der Konzern arbeitet seit Jahren daran, die richtigen Nutzungsszenarien für die Uhr als Smartphone-Ergänzung zu finden.

Die vor kurzem veröffentlichte Plattform für Software-Entwickler zeigt, dass die Uhr sehr eng an die iPhones angebunden sein wird. So soll ein Großteil der Rechenarbeit im Telefon mit seinem mächtigeren Prozessor und der dickeren Batterie erledigt werden.

Das Konzept von Apple ist, dass die Uhr das iPhone ergänzt und vielleicht auch ersetzt, wenn das sinnvoll erscheint. Sie soll sich auch der Situation anpassen. So können etwa Benachrichtigungen zunächst mit wenigen Eckpunkten angezeigt werden. Wenn aber die Sensoren der Apple Watch an der Haltung des Arms erkennen, dass der Nutzer weiterhin auf ihr Display blickt, sollen weitere Informationen eingeblendet werden.

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