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22.08.2012

23:40 Uhr

Computerbranche

Hewlett-Packard stürzt tief in die Verlustzone

Der US-Computerhersteller hatte bereits gewarnt: Schwindende PC-Verkäufe und ein teurer Umbau haben Hewlett-Packard Riesenverluste eingebrockt. Auch Querelen im Management belasten den Konzern.

Ein Mitarbeiter des US-Computerkonzerns Hewlett-Packard (HP) vor der Firmenzentrale. dapd

Ein Mitarbeiter des US-Computerkonzerns Hewlett-Packard (HP) vor der Firmenzentrale.

Palo AltoEine gigantische Abschreibung, rückläufige PC-Verkäufe und die Kosten für den Konzernumbau haben beim weltgrößten Computerhersteller Hewlett-Packard ein großes Loch gerissen. Im dritten Geschäftsquartal (bis Ende Juli) verlor das kalifornische Unternehmen unterm Strich 8,9 Milliarden Dollar (7,1 Mrd Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte HP noch 1,9 Milliarden Dollar verdient. HP hatte bereits einen Verlust angekündigt.

„HP steckt noch immer ganz am Anfang einer Wende, die Jahre dauern wird“, sagte Konzernchefin Meg Whitman am Mittwoch. Sie versicherte aber: „Wir machen ordentliche Fortschritte trotz des Gegenwinds.“ Mit dem Gegenwind ist wohl der schwache PC-Markt gemeint. HP leidet darunter, dass immer mehr Kunden zu einem Tablet-Computer oder ihrem Smartphone greifen und sich den Kauf eines neuen Rechners sparen. Erschwerend hinzu kommt die schwache Konjunktur.

Die Gründe für die Probleme speziell bei HP liegen allerdings tiefer: Querelen und konfuse Entscheidungen im Management hatten viel Vertrauen bei den Kunden verspielt. Der von SAP gekommene zwischenzeitliche Konzernchef Léo Apotheker wollte sich vom PC-Bereich trennen und stattdessen auf Software setzen. Die Aktie brach ein, Apotheker musste gehen. Whitman übernahm vor einem knappen Jahr den Spitzenjob und versucht nun zu retten, was zu retten ist.

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Der Umsatz fiel zuletzt um 5 Prozent auf 29,7 Milliarden Dollar. Besonders katastrophal sah die Lage bei den PC-Verkäufen an Privatkunden aus. Auch die Drucker - einst eine sichere Bank für HP - entwickelten sich zu Ladenhütern. Das Geschäft mit großen Firmenrechnern und Speichersystemen schrumpfte ebenso wie die früher florierende Dienstleistungssparte. Einziger Lichtblick war die Software mit einem Wachstum von 18 Prozent.

Die Mitarbeiter sind die Leidtragenden des Niedergangs: 27 000 Leute müssen nach den vor drei Monaten vorgestellten Plänen Whitmans bis zum Herbst 2014 gehen. Das ist mehr als jeder zwölfte Beschäftigte weltweit.

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Angesichts der schweren Lage nahm das Management die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr zurück. Unterm Strich wird ein Verlust stehen. Börsianer hatten mit derartigen Hiobsbotschaften gerechnet: Nachbörslich stieg die Aktie sogar leicht.

Von

dpa

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