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22.01.2009

16:15 Uhr

Computerbranche

Microsoft streicht erstmals massiv Stellen

Die Wirtschaftskrise hat auch Microsoft voll erwischt. So heftig, dass der weltgrößte Softwarehersteller zum ersten Mal in seiner Geschichte in großer Anzahl Jobs abbauen muss: 1 400 sofort, bis zu 3 600 später. Im vergangenen Quartal ist der Nettogewinn deutlich zurück gegangen. Die Lage ist so unsicher, dass der Konzern keine Prognose für das laufende Jahr mehr wagt.

Microsoft wird von der Rezession gebeutelt. Foto: dpa dpa

Microsoft wird von der Rezession gebeutelt. Foto: dpa

HB NEW YORK. Der US-Softwarekonzern hat in seinem zweiten Geschäftsquartal einen Rückgang des Nettogewinns um 11 Prozent auf 4,17 Mrd. Dollar verzeichnet und die Prognose für das Gesamtjahr zurückgenommen.

Der Umsatz habe im Zeitraum Oktober bis Dezember zwar noch um zwei Prozent auf 16,6 Mrd. Dollar gesteigert werden können, teilte Microsoft am Donnerstag mit. Unter dem Strich sei der Gewinn je Aktie jedoch um sechs Prozent auf 0,47 Dollar gefallen. Die Konsensprognose an Wall Street lautete auf 0,49 Dollar.

Wirtschaft und IT-Investitionen entwickelten sich schwächer als erwartet, erklärte der Konzern. Aus diesem Grund müsse Microsoft zusätzliche Maßnahmen zur Kostensenkung ergreifen. Dazu gehöre der Abbau von 5 000 Stellen in den kommenden 18 Monaten. Etwa 1 400 Jobs würden sofort gestrichen. Mit dem Schritt sollen die Kosten jährlich um 1,55 Mrd. Dollar sinken. Das ist weit eniger als von manchen vermutet worden war. Um den Jahreswechsel hatten Gerüchte die Runde gemacht, wonach Microsoft 17 Prozent der Stellen abbauen wolle - rund 15 000 Jobs. Microsoft beschäftigte zum Jahresende 91 000 Mitarbeiter.

Außerdem streicht das Unternehmen sein Reisebudget um 20 Prozent zusammen, kürzt Boni und verschiebt zum Teil die geplante Ausweitung des Unternehmenscampus. „Die Wirtschaftsentwicklung und die IT-Ausgaben sind im vergangenen Quartal stärker zurückgegangen als wir gedacht hatten“, sagte Finanzvorstand Chris Liddell. „Wir haben schnell mit Kostensenkungen reagiert, um die Auswirkungen der Krise zu mindern.“

Angesichts des schwankenden Marktes könne der Konzern keine Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr 2008/09 mehr nennen. Damit sei die im Oktober genannte Ergebniserwartung hinfällig. Bisher hatten die Amerikaner einen Gewinn zwischen 2 und 2,10 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 64,9 bis 66,4 Mrd. Dollar in Aussicht gestellt. In der zweiten Hälfte des laufenden würden Gewinn und Umsatz aber sicher niedriger ausfallen als ein Jahr zuvor. „Wir planen mit weiteren Unsicherheiten im laufenden Jahr“, hieß es von Microsoft.

Der Aktienkurs fiel an der New Yorker Börse nach den Ankündigungen um zwischenzeitlich mehr als acht Prozent auf 17,80 Dollar.

„Wir sind nicht immun gegen die Auswirkungen der Weltwirtschaft“, sagte Steve Ballmer, Nachfolger von Bill Gates als Microsoft-Chef. „Doch ich vertraue in die Stärke unserer Produktpalette. Wir werden weiter an unseren Kosten arbeiten und in langfristige Aktivitäten investieren. Am Ende werden wir als noch stärkerer Marktführer hervortreten, als wir es heute sind.“

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