Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.07.2013

19:25 Uhr

Computerfirma-Übernahme

Machtkampf weitet sich aus vor Dell-Entscheidung

Der Bieterkampf geht weiter: Einen Tag vor der Entscheidung wendet sich Investor Icahn in einem offenen Brief an die Investoren, Insider behaupten die Versammlung könnte verschoben werden und Dell will nicht nachbessern.

Der Bieterkampf um die Computerfirma Dell wird immer härter. dapd

Der Bieterkampf um die Computerfirma Dell wird immer härter.

New YorkIm Kampf um die Computerfirma Dell zieht der Widersacher von Firmengründer Michael Dell, Investor Carl Icahn, alle Register. Einen Tag vor der geplanten Abstimmung über die Zukunft des angeschlagenen Konzerns appellierte Icahn in einem offenen Brief an die Aktionäre, Dells Offerte zurückzuweisen.

Er betonte am Mittwoch zudem, die Hauptversammlung müsse wie geplant stattfinden und eine Entscheidung am Donnerstag fallen. Zuvor hatte sich Insidern zufolge abgezeichnet, dass das Votum verschoben werden könnte. Mehr Zeit könne helfen, eine klare Entscheidung herbeizuführen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. An der Börse gaben Dell-Aktien 1,7 Prozent nach.

Die Geschichte von Dell

Firmengründung

Michael Dell gründet seine erste Firma 1984 – da ist er gerade 19 Jahre alt und bereitet sich auf ein Medizinstudium in Austin im US-Bundesstaat Texas vor. PC's Limited baut Computer zusammen, die die Kunden – Firmen und Bastler – selbst konfigurieren können. Nach einem Jahr bricht der Jungunternehmer die Uni ab und macht sich mit einem Zuschuss der Familie selbständig.

Erster Computer

1985 gestaltet die Firma ihren ersten eigenen Computer, den Turbo PC. Er hat einen acht Megahertz schnellen Intel-Prozessor und eine Zehn-Megabyte-Festplatte an Bord, außerdem ein Floppy-Laufwerk für 5,25-Zoll-Disketten. Michael Dell verkauft die Geräte direkt an die Nutzer – in Fachmagazinen wirbt er mit niedrigen Preisen. Bestellt wird per Telefon.

Börsengang

Der Direktverkauf zieht dank niedriger Preise viele Kunden an – die Firma wächst rasant und geht bereits 1988 unter dem Namen Dell Computer an die Börse. Sie sammelt 30 Millionen Dollar ein und wird mit 85 Millionen Dollar bewertet.

Erstes Laptop

Das erste Laptop der Firma Dell kommt 1989 auf den Markt: Das 316LT wiegt rund 6,8 Kilogramm. Bei den bald sehr populären mobilen Rechnern setzen allerdings zunächst andere Hersteller die Trends.

Vertrieb übers Internet

Als eines der ersten Unternehmen nutzt Dell die Möglichkeiten des World Wide Web, bereits 1996 geht die Website dell.com online. Schon bald macht die Firma damit ordentliche Umsätze.

Die Nummer 1

Anfang des Jahrtausends macht Dell alles richtig: Die Lieferkette ist schlank, der Vertrieb effizient. Im Jahr 2000 ist Dell der größte PC-Hersteller der Welt. Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass die Konkurrenz dazulernt.

Der Gründer tritt ab und kehrt zurück

2004 zieht sich Michael Dell aus dem operativen Geschäft der Firma zurück. Den Chefposten übernimmt Kevin Rollins. Er hat allerdings wenig Glück: Die Resultate enttäuschen. 2007 muss er gehen – und Gründer Michael Dell kehrt an die Spitze zurück.

Der Konsument im Fokus

Der neue alte Chef versucht, attraktive Geräte für Verbraucher zu entwickeln. Zudem verkauft Dell seine Rechner nun auch im Einzelhandel – allerdings zulasten der Marge. Im Wettbewerb mit Hewlett-Packard, Apple und etlichen asiatischen Anbietern verliert Dell allerdings immer mehr an Boden. Den Trend zu Smartphones und Tablets verschläft Dell fast komplett.

Vorstoß ins Service-Geschäft

Um sich breiter aufzustellen, kauft Dell mehrere Anbieter von IT-Dienstleistungen. So übernimmt der Konzern 2009 Perot Systems für 3,9 Milliarden Dollar.

Das Votum der Hauptversammlung soll zu einer Richtungsentscheidung werden. Die Eigner sollen darüber befinden, ob sie das 24,4 Milliarden Dollar schwere Angebot von Michael Dell und der Beteiligungsgesellschaft Silver Lake annehmen.

Beide wollen den angeschlagenen Konzern von der Börse nehmen und dann ohne Druck in Eigenregie sanieren. Der weltweit drittgrößte PC-Produzent kämpft angesichts der wachsenden Beliebtheit von Tablets und Smartphones mit rückläufigen Umsätzen. Die neuen Märkte werden von Apple und Samsung dominiert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×