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25.03.2013

15:27 Uhr

Computerhersteller

Bieterschlacht um Dell setzt Firmengründer unter Druck

VonNils Rüdel

Michael Dell, Gründer und CEO des Computerherstellers, bekommt schlagkräftige Konkurrenz. Dell wollte das Unternehmen zurückkaufen und von der Börse nehmen – doch zwei Investoren wollen seine Offerte überbieten.

Michael Dell muss um seine Pläne für den Computerhersteller bangen. ap

Michael Dell muss um seine Pläne für den Computerhersteller bangen.

New YorkMichael Dell hatte sich das alles so schön ausgedacht: Sein Lebenswerk, den angeschlagenen gleichnamigen Computergiganten, will der Gründer zurückkaufen und frei vom Druck der Börse in aller Ruhe neu aufstellen. Doch schon bevor er überhaupt loslegen konnte, ist es mit der Ruhe vorbei.

Denn um Dell ist eine Bieterschlacht ausgebrochen: Zwei mächtige Finanzinvestoren kommen dem Gründer unerwartet in die Quere. Wie der Konzern am Montag bestätigte, haben Blackstone sowie der Milliardär Carl Icahn Interesse angemeldet. Beide Offerten könnten Michael Dells Vorschläge am Ende ausstechen, teilte das Unternehmen am Sitz im kalifornischen Round Rock mit (Die Gebote sehen Sie hier.)

Die Geschichte von Dell

Firmengründung

Michael Dell gründet seine erste Firma 1984 – da ist er gerade 19 Jahre alt und bereitet sich auf ein Medizinstudium in Austin im US-Bundesstaat Texas vor. PC's Limited baut Computer zusammen, die die Kunden – Firmen und Bastler – selbst konfigurieren können. Nach einem Jahr bricht der Jungunternehmer die Uni ab und macht sich mit einem Zuschuss der Familie selbständig.

Erster Computer

1985 gestaltet die Firma ihren ersten eigenen Computer, den Turbo PC. Er hat einen acht Megahertz schnellen Intel-Prozessor und eine Zehn-Megabyte-Festplatte an Bord, außerdem ein Floppy-Laufwerk für 5,25-Zoll-Disketten. Michael Dell verkauft die Geräte direkt an die Nutzer – in Fachmagazinen wirbt er mit niedrigen Preisen. Bestellt wird per Telefon.

Börsengang

Der Direktverkauf zieht dank niedriger Preise viele Kunden an – die Firma wächst rasant und geht bereits 1988 unter dem Namen Dell Computer an die Börse. Sie sammelt 30 Millionen Dollar ein und wird mit 85 Millionen Dollar bewertet.

Erstes Laptop

Das erste Laptop der Firma Dell kommt 1989 auf den Markt: Das 316LT wiegt rund 6,8 Kilogramm. Bei den bald sehr populären mobilen Rechnern setzen allerdings zunächst andere Hersteller die Trends.

Vertrieb übers Internet

Als eines der ersten Unternehmen nutzt Dell die Möglichkeiten des World Wide Web, bereits 1996 geht die Website dell.com online. Schon bald macht die Firma damit ordentliche Umsätze.

Die Nummer 1

Anfang des Jahrtausends macht Dell alles richtig: Die Lieferkette ist schlank, der Vertrieb effizient. Im Jahr 2000 ist Dell der größte PC-Hersteller der Welt. Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass die Konkurrenz dazulernt.

Der Gründer tritt ab und kehrt zurück

2004 zieht sich Michael Dell aus dem operativen Geschäft der Firma zurück. Den Chefposten übernimmt Kevin Rollins. Er hat allerdings wenig Glück: Die Resultate enttäuschen. 2007 muss er gehen – und Gründer Michael Dell kehrt an die Spitze zurück.

Der Konsument im Fokus

Der neue alte Chef versucht, attraktive Geräte für Verbraucher zu entwickeln. Zudem verkauft Dell seine Rechner nun auch im Einzelhandel – allerdings zulasten der Marge. Im Wettbewerb mit Hewlett-Packard, Apple und etlichen asiatischen Anbietern verliert Dell allerdings immer mehr an Boden. Den Trend zu Smartphones und Tablets verschläft Dell fast komplett.

Vorstoß ins Service-Geschäft

Um sich breiter aufzustellen, kauft Dell mehrere Anbieter von IT-Dienstleistungen. So übernimmt der Konzern 2009 Perot Systems für 3,9 Milliarden Dollar.

Allein der Preis, den die beiden Konkurrenten bieten, dürfte den Aktionären schmecken: Blackstone stellt mehr als 14,25 Dollar je Aktie in Aussicht, Icahn sogar 15 Dollar. Dell, der 14 Prozent Unternehmen hält, hatte nur 13,56 Dollar geboten. Dies ergibt einen Gesamtwert des Deals von 24,4 Milliarden Dollar – immerhin der größte Firmenrückkauf seit der Finanzkrise. CEO Dell will den Kauf mit Hilfe des Software-Herstellers Microsoft und des Finanzinvestors Silver Lake stemmen.

Ein Sonderausschuss bei Dell prüft nun alle drei Angebote. Man freue sich, dass der Verkaufsprozess zwei neue Angebote hervorgebracht habe, „die für die Aktionäre zusätzlichen Wert bringen könnten“, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Alex Mandl, laut der Mitteilung. „Wir werden gewissenhaft mit allen drei möglichen Käufern zusammenarbeiten“. Die Aktie lag am Montag im vorbörslichen Handel mehr als drei Prozent im Plus.

Michael Dell hat jetzt Gelegenheit, auf die Konkurrenz zu reagieren. Wie das Unternehmen mitteilte, sei er grundsätzlich bereit, sein Angebot noch einmal zu überarbeiten. Experten halten das für wahrscheinlich. „Michael will hier eine Rolle spielen“, sagte Jayson Noland, Analyst bei Robert W. Baird, dem Finanznachrichtendienst Bloomberg. „Das ist sein Unternehmen, es ist sein Leben, sein Name steht an der Tür und er Teil des neuen Kapitels sein“.

Mit dem Rückkauf will der 47-jährige Dell sein Lebenswerk retten, so wie Steve Jobs einst zu Apple zurückkehrte. Vor fast 30 Jahren hatte er die Firma als „PCs Limited“ gründet. Das Konzept: Kunden konfigurieren sich ihren Computer selbst und bekommen ihn fertig liefert – und zwar deutlich billiger als bei der Konkurrenz. Es folgte ein rasantes Wachstum, Anfang der 2000er Jahre war Dell der größte Anbieter von Computersystemen, größer als Hewlett-Packard und IBM. Im Jahr 2004 trat Dell als CEO zurück, wurde Aufsichtsratschef widmet sich seiner gemeinnützigen Stiftung.

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