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05.10.2013

00:22 Uhr

Computerhersteller

Investor Icahn zieht sich komplett bei Dell zurück

Nachdem Großinvestor Carl Icahn mit seinem Versuch gescheitert war, den kriselnden Computerkonzern Dell zu übernehmen, will sich der Milliardär jetzt komplett zurückziehen. Er habe Besseres mit seinem Geld vor.

Das Dell-Logo in San Francisco, Kalifornien. AFP

Das Dell-Logo in San Francisco, Kalifornien.

San FranciscoDer Milliardär Carl Icahn streicht bei Dell nun komplett die Segel. Der Investor, der mit seiner Übernahmeofferte für den Computerhersteller gescheitert war, kündigte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter an, keine gerichtliche Überprüfung des Kaufpreises mehr anzustreben. „Wir denken, dass wir mit unseren 2 Milliarden Dollar etwas Besseres anfangen können“, schrieb er am Freitag.

Die Geschichte von Dell

Firmengründung

Michael Dell gründet seine erste Firma 1984 – da ist er gerade 19 Jahre alt und bereitet sich auf ein Medizinstudium in Austin im US-Bundesstaat Texas vor. PC's Limited baut Computer zusammen, die die Kunden – Firmen und Bastler – selbst konfigurieren können. Nach einem Jahr bricht der Jungunternehmer die Uni ab und macht sich mit einem Zuschuss der Familie selbständig.

Erster Computer

1985 gestaltet die Firma ihren ersten eigenen Computer, den Turbo PC. Er hat einen acht Megahertz schnellen Intel-Prozessor und eine Zehn-Megabyte-Festplatte an Bord, außerdem ein Floppy-Laufwerk für 5,25-Zoll-Disketten. Michael Dell verkauft die Geräte direkt an die Nutzer – in Fachmagazinen wirbt er mit niedrigen Preisen. Bestellt wird per Telefon.

Börsengang

Der Direktverkauf zieht dank niedriger Preise viele Kunden an – die Firma wächst rasant und geht bereits 1988 unter dem Namen Dell Computer an die Börse. Sie sammelt 30 Millionen Dollar ein und wird mit 85 Millionen Dollar bewertet.

Erstes Laptop

Das erste Laptop der Firma Dell kommt 1989 auf den Markt: Das 316LT wiegt rund 6,8 Kilogramm. Bei den bald sehr populären mobilen Rechnern setzen allerdings zunächst andere Hersteller die Trends.

Vertrieb übers Internet

Als eines der ersten Unternehmen nutzt Dell die Möglichkeiten des World Wide Web, bereits 1996 geht die Website dell.com online. Schon bald macht die Firma damit ordentliche Umsätze.

Die Nummer 1

Anfang des Jahrtausends macht Dell alles richtig: Die Lieferkette ist schlank, der Vertrieb effizient. Im Jahr 2000 ist Dell der größte PC-Hersteller der Welt. Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass die Konkurrenz dazulernt.

Der Gründer tritt ab und kehrt zurück

2004 zieht sich Michael Dell aus dem operativen Geschäft der Firma zurück. Den Chefposten übernimmt Kevin Rollins. Er hat allerdings wenig Glück: Die Resultate enttäuschen. 2007 muss er gehen – und Gründer Michael Dell kehrt an die Spitze zurück.

Der Konsument im Fokus

Der neue alte Chef versucht, attraktive Geräte für Verbraucher zu entwickeln. Zudem verkauft Dell seine Rechner nun auch im Einzelhandel – allerdings zulasten der Marge. Im Wettbewerb mit Hewlett-Packard, Apple und etlichen asiatischen Anbietern verliert Dell allerdings immer mehr an Boden. Den Trend zu Smartphones und Tablets verschläft Dell fast komplett.

Vorstoß ins Service-Geschäft

Um sich breiter aufzustellen, kauft Dell mehrere Anbieter von IT-Dienstleistungen. So übernimmt der Konzern 2009 Perot Systems für 3,9 Milliarden Dollar.

Konzerngründer Michael Dell und der Finanzinvestor Silver Lake übernehmen das Unternehmen in einem 24,9 Milliarden Dollar schweren Geschäft. Mehrere Anteilseigner unter Führung von Icahn hatten sich dagegen gewehrt und über Monate einen höheren Preis gefordert. Letztlich stimmte die Mehrheit der Anteilseigner dem Verkauf aber zu.

Icahn hatte letztlich Anfang September erklärt, die Übernahme nicht weiter torpedieren zu wollen. Er hatte sich aber offengehalten, vor Gericht den Kaufpreis überprüfen zu lassen in der Hoffnung auf eine höhere Summe. Die Übernahme von Dell soll bis Ende Oktober abgeschlossen werden.

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