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07.02.2013

12:41 Uhr

Computerkonzern

Fujitsu streicht Stellen in Deutschland

Der Trend zu Tablets und Smartphones macht Computerherstellern weltweit zu schaffen - das bekommen jetzt auch die Fujitsu-Mitarbeiter in Deutschland zu spüren. Der Konzern hat einen massiven Stellenabbau angekündigt.

Der Computerhersteller Fujitsu ringt mit Problemen. dpa

Der Computerhersteller Fujitsu ringt mit Problemen.

MünchenDer japanische Computerkonzern Fujitsu schreibt tiefrote Zahlen und baut weltweit 5000 Stellen ab - darunter auch in Deutschland. Die Europa-Tochter Fujitsu Technology Solutions (FTS) kündigte am Donnerstag eine Neuausrichtung an. „Wie viele der etwa 5500 Stellen in Deutschland betroffen sind, ist noch offen. Wir sprechen jetzt mit den Arbeitnehmervertretern“, sagte FTS-Vorstandschef Rod Vawdrey der dpa. „Wir können nicht ausschließen, dass die Restrukturierung auch das Werk in Augsburg betreffen, wo wir Server, Laptops und PCs bauen.“

In Augsburg sind etwa 1700 Mitarbeiter beschäftigt, in München 1300 und am ehemaligen Siemens-Nixdorf-Standort Paderborn 750. FTS müsse „die Kostenbasis bis 2015 um 150 Millionen Euro senken“, sagte Vawdrey. Der bayerische IG-Metall-Sprecher Michael Knuth sagte zum Stellenabbau: „Uns liegen noch keine konkreten Zahlen für Deutschland vor.“

PC-Markt Deutschland

Nicht gut in Form

Der PC-Markt in Deutschland ist umkämpft. Der Absatz ist im dritten Quartal 2012 um 19 Prozent auf 2,68 Millionen Computer gesunken, wie das auf IT-Themen spezialisierte Marktforschungsunternehmen Gartner ermittelt hat. Belebung könnte allerdings die Markteinführung des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 8 gebracht haben – diese schlägt sich in den Zahlen noch nicht nieder.

Nummer 1: Lenovo

Die Nummer 1 in Deutschland ist Lenovo. Das chinesische Unternehmen verkaufte zwischen Juli und September 421.000 Geräte, ähnlich viele wie im Vorjahreszeitraum. Da der Markt schrumpfte, konnte Lenovo seinen Anteil damit auf 15,8 Prozent steigern.

Nummer 2: Acer

Acer musste massive Einbußen von mehr als 11 Prozent hinnehmen, verzeichnet aber trotzdem mit 14,7 Prozent etwas mehr Marktanteil als noch vor einem Jahr. 392.000 Geräte verkaufte das taiwanische Unternehmen in Deutschland.

Nummer 3: Hewlett-Packard

Noch bitterer lief es für Hewlett-Packard, einst die Nummer 1 im PC-Markt: Der US-Hersteller verkaufte im dritten Quartal nur noch 336.000 PCs, fast ein Drittel weniger als im Vorjahr. Der Marktanteil schrumpfte auf 12,6 Prozent.

Nummer 4: Dell

Dell verkaufte 206.000 PCs, rund 35.000 weniger als im dritten Quartal des Vorjahres – da andere Hersteller größere Einbußen hatten, stieg der Marktanteil damit aber leicht auf 7,7 Prozent.

Nummer 5: Asus

Ein besonders schlechtes Jahr hatte Asus: Der Absatz brach um 37,8 Prozent auf 196.000 Geräte ein. Marktanteil: 7,3 Prozent.

Erst vor einem Jahr hatte die FTS-Zentrale in München ein Sparprogramm gestartet, um die im Vergleich zur Konkurrenz enorm hohen Verwaltungskosten zu halbieren. Zugleich ist die Nachfrage nach klassischen PCs und Laptops aber weiter eingebrochen: Der Trend zu Tablets und Smartphones lässt ihre Marktanteile schrumpfen. Und wegen der weltweit schwachen Konjunktur investieren Unternehmen generell weniger in neue Geräte. FTS will jetzt vom margenschwachen Geschäft mit Endgeräten stärker zum Dienstleistungsgeschäft für große Kunden umschwenken.

Für das bis März laufende Geschäftsjahr 2012/13 hatte FTS einen Umsatzzuwachs von 4,4 auf 4,7 Milliarden Euro und mehr Gewinn angekündigt. Tatsächlich aber brach der Umsatz in den ersten drei Quartalen um 10 Prozent ein, wie Vawdrey sagte. Der Verlust des Mutterkonzerns Fujitsu stieg im dritten Quartal auf 620 Millionen Euro. Ein großer Teil davon entfällt auf die Halbleitersparte des Konzerns, ein kleinerer auf FTS.

Fujitsu hat sein globales Server-Geschäft bei FTS in Deutschland angesiedelt. Das Werk Augsburg ist die einzige Fabrik in Europa, die noch Computer herstellt, vom Notebook bis zum Server für Cloud-Computing. Vawdrey sagte: „Fujitsu hat ein umfangreiches Hardware-Geschäft und will jetzt das Lösungs- und Service-Geschäft stärken, um zu einer besseren Balance zu kommen.“

Von

dpa

Kommentare (1)

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Vicario

07.02.2013, 12:56 Uhr

Nach HP jetzt Fujitsu, weitere werden folgen ! Da können sich unsere Polit-Head-Hunter den Job der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern sparen.....die brauchen nur noch die Arbeitslosen Hochqualifizierten einsammeln !

Es bleibt nur die Frage, was die machen sollen...etwa in Pflege-Berufe einsteigen ?

So geht Job-Wunder in Deutschland heute.............!

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