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22.02.2011

23:11 Uhr

Computerkonzern

Gute Zahlen helfen Hewlett-Packard nicht

VonAxel Postinett

Hewlett-Packard schwächelt: Nach enttäuschenden Geschäftsergebnissen fällt die Aktie nachbörslich deutlich. Kein guter Einstand für den deutschen Vorstandschef Leo Apotheker. HP wird für ihn zur Bewährungsprobe.

Die Hewlett Packard Firmenzentrale in Palo Alto, Kalifornien. Quelle: dapd

Die Hewlett Packard Firmenzentrale in Palo Alto, Kalifornien.

San FranciscoEs ist eine der ersten Bewährungsproben für den frisch gebackenen deutschen HP-Chef Léo Apotheker: Weil der weltgrößte Computerkonzern Hewlett-Packard am Dienstag einen durchwachsenen Ausblick auf das restliche Geschäftsjahr gegeben hat, ist die Aktie am Dienstag nachbörslich eingebrochen. Zwischenzeitlich ging es um mehr als 12 Prozent nach unten. Binnen kürzester Zeit lösten sich damit fast 13 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung in Rauch auf.  

Dabei sahen die Geschäftszahlen auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus: Weil die Firmenkunden weiterhin Hardware, Software und IT-Services nachfragen, konnte HP in seinem ersten Geschäftsquartal den Umsatz um 4 Prozent auf 32,3 Milliarden Dollar (23,7 Mrd. Euro) hochschrauben. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um 16 Prozent auf unterm Strich 2,6 Milliarden Dollar, wie HP am Firmensitz im kalifornischen Palo Alto mitteilte.  

Doch die Börsianer störten sich daran, dass HP seine Umsatzerwartungen an das laufende Geschäftsjahr zurückgenommen hat, das im Januar 2012 endet. Statt bis zu 133,5 Milliarden Dollar erwartet das Unternehmen nun noch maximal 131,5 Milliarden Dollar. Und nichts fürchten die Investoren in der Computerbranche derzeit mehr als ein sich abkühlendes Geschäft. Nicht mal die angehobene Gewinnprognose konnte sie besänftigen.  

Apotheker versuchte vergeblich, die aufgeregten Gemüter zu beschwichtigen. Er strich das blendend laufende Geschäft mit den leistungsstarken Firmenrechnern und den Speichersystemen heraus. Auch das Druckergeschäft laufe gut, sagte er. Er konnte dabei aber nicht vergessen machen, dass die Verkäufe von Tischrechnern im Quartal bereits zurückgegangen sind und auch die lukrativen IT-Services schwächelten.  

HP steht wegen des Chefwechsels unter besonderer Beobachtung: Auf Mark Hurd, der das Unternehmen nach einer undurchsichtigen Affäre mit einer externen Mitarbeiterin im August verlassen musste, folgte der ehemalige SAP-Lenker Apotheker. Hurd hatte HP mit Kosteneinsparungen zu Milliardengewinnen getrieben und den Konzern durch Zukäufe zur Nummer eins der Branche gemacht. Apotheker hat die Kostenschraube nun wieder gelockert und stellt mehr Geld für Forschung und Entwicklung bereit.


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