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13.09.2012

17:38 Uhr

Computerkonzern

Hewlett-Packard baut in Deutschland zunächst 450 Stellen ab

VonJens Koenen

ExklusivDie Geschäftsleitung des Computerkonzerns Hewlett-Packard hat heute erste Pläne zu einem Stellenabbau vorgestellt. Die Gespräche über die Kürzungen in der Dienstleistungssparte dauern aber noch an.

Der Computerkonzern Hewlett-Packard spart in Deutschland. dapd

Der Computerkonzern Hewlett-Packard spart in Deutschland.

FrankfurtDer Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) streicht in Deutschland in einem ersten Schritt 450 der gut 10.000 Jobs. Diese Zahlen hat Deutschland-Chef Volker Smid gestern am Nachmittag im Wirtschaftsausschuss der deutschen Landesgesellschaft präsentiert. „Betroffen sind davon alle HP-Bereiche in Deutschland außer der Dienstleistungssparte“, bestätigte Smid gegenüber dem Handelsblatt.

HP hatte erst zu Wochenbeginn erklärt, weltweit statt der bisher angekündigten 27.000 Jobs bis Herbst 2014 nun 29.000 Stellen zu streichen. Das sind etwa neun Prozent der Belegschaft. Ob diese Relation am Ende auch  in Deutschland erreicht werden wird, ist nach wie vor offen. Die Gespräche über einen möglichen Abbau in der Dienstleistungssparte dauern noch an. „Dort sind die Lieferketten sehr viel komplexer und es ist noch nicht klar, wie unser Portfolio dort aussehen wird. Deshalb haben wir uns entschlossen, diesen Prozess abzukoppeln“, sagte Smid. 

Die HPler in Deutschland warten schon seit Monaten auf konkrete Informationen zum Umbau des Unternehmens. Der europäische Betriebsrat hat mittlerweile sogar eine Klage gegen das Management eingereicht, weil in einigen Ländern schon mit konkreten Maßnahmen begonnen wurde, bevor überhaupt die Pläne mit den Arbeitnehmervertretern diskutiert worden waren.

Nach den Worten von Smid geht das Management bislang davon aus, dass der Abbau ohne betriebsbedingte Kündigungen möglich sein wird. „Wir haben in der Sitzung sehr konstruktiv über Requalifizierungen von Mitarbeitern oder andere Programme gesprochen“, sagte er.

Der im Mai erstmals vorgestellte Umbauplan ist der Versuch von HP-Chefin Meg Whitman, den Konzern zurück in die Wachstumsspur zu bringen. Doch das dritte Geschäftsquartal bis Ende Juli zeigt, wie schwer sich der Konzern damit tut. In nahezu allen Sparten, die von Personalcomputern für Privatkunden über Drucker und Unternehmensrechner bis hin zu Software und IT-Dienstleistungen reichen, büßte HP an Umsatz ein.

Insgesamt schrumpften die Erlöse um 4,9 Prozent auf 29,7 Milliarden. Unter dem Strich fuhr HP einen Verlust von 8,9 Milliarden Dollar ein. Maßgeblich dazu beigetragen hatten Abschreibungen auf das IT-Dienstleistungsgeschäft. Der Konzernumbau belastete das Ergebnis ebenfalls mit 1,7 Milliarden Dollar.

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