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24.01.2013

19:29 Uhr

Computerkonzern

Lenovo will Mobilfunkgeschäft ausbauen

Tablet-PCs hat der Computerkonzern Lenovo schon im Angebot. Smartphones fehlen noch im Portfolio. Die Technik könnte Blackberry-Hersteller RIM liefern – und nicht nur die Technik ist für die Chinesen interessant.

Laptops hat Lenovo bereits im Angebot. Smartphones könnten das Portfolio in Zukunft erweitern. Reuters

Laptops hat Lenovo bereits im Angebot. Smartphones könnten das Portfolio in Zukunft erweitern.

TorontoDer chinesische Computerkonzern Lenovo prüft eine Reihe von Optionen zum Ausbau des Mobilfunkgeschäfts. Ein Gebot für den Blackberry-Hersteller RIM sei dabei eine von vielen Optionen, sagte Lenovo-Finanzchef Wong Wai Ming am Donnerstag der Nachrichtenagentur Bloomberg beim Weltwirtschaftsforum in Davos. „Wir werden nicht zögern, wenn sich die richtige Chance bietet“.

Lenovo habe mit Research In Motion (RIM) und seinen Banken über verschiedene Kombinationen und strategische Projekte gesprochen, sagte Wong. Die RIM-Aktie legte daraufhin rund vier Prozent zu.

RIM erwägt derzeit trotz seines Bemühens um eine Neuaufstellung die Zerschlagung des Konzerns. „Es gibt mehrere Möglichkeiten, wozu der Verkauf der Hardware-Produktion ebenso gehört wie die Lizenzierung unserer Software“, hatte RIM-Chef Thorsten Heins Anfang der Woche in einem Interview der „Welt“ auf die Frage nach den Optionen für den früheren Trendsetter gesagt. Auch wenn der Druck auf das Unternehmen zuletzt gesunken sei, laufe die strategische Überprüfung noch.

Die größten Handyhersteller

Markt im Wandel

Der Handy-Markt ist im Umbruch: Smartphones verdrängen einfache Mobiltelefone, Samsung gelingt es am besten, sich auf diesen Trend einzustellen. Dagegen kommt kein anderer an – weder Nokia, die einstige Nummer 1, noch Apple mit seinem iPhone.

Samsung

Samsung ist inzwischen mit deutlichem Abstand die Nummer 1: Der südkoreanische Hersteller verkaufte im dritten Quartal 2012 knapp 98 Millionen Geräte, wie der Marktforscher Gartner berichtet. Das entspricht einem Marktanteil von 22,9 Prozent. Auch im lukrativen Smartphone-Markt ist der Konzern gut aufgestellt, er setzte 55 Millionen Geräte ab.

Nokia

Der einstige Weltmarktführer Nokia lässt Federn. Im dritten Quartal 2012 verkaufte er nur noch 82 Millionen Handys (19,2 Prozent Marktanteil). Im Vorjahreszeitraum waren es noch mehr als 105 Millionen Geräte. Darunter waren laut Gartner aber nur 7,2 Millionen Smartphones, die deutlich mehr abwerfen als die Günstig-Handys.

Apple

Apple verkaufte im dritten Quartal 23,6 Millionen Smartphones, ein deutlicher Zuwachs von mehr als 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Handymarkt hält Apple 5,5 Prozent Marktanteil, im lukrativen Smartphone-Markt sogar 13,9 Prozent.

Research in Motion

Der Blackberry-Hersteller Research in Motion steckt ebenso wie Nokia tief in der Krise. Die Kanadier setzten im dritten Quartal 2012 rund 9 Millionen ihrer E-Mail-Maschinen ab, rund ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil bei den Handys ist auf 2,1 Prozent geschrumpft, bei den Smartphones sind es immerhin noch 5,3 Prozent.

Sonstige

Der Handymarkt ist schwer umkämpft, Traditionsunternehmen wie Aufsteiger buhlen um die Gunst der Käufer. Der chinesische Hersteller ZTE verkaufte im dritten Quartal 16,7 Millionen Geräte (3,9 Prozent Marktanteil), Huawei 12 Millionen Handys (2,8 Prozent). LG wurde 14 Millionen Geräte los (3,3 Prozent), die Google-Tochter Motorola 8,6 Millionen (2 Prozent), dicht gefolgt von HTC mit 8,4 Millionen.

Die Kanadier sind gegenüber den Konkurrenten Apple und Samsung ins Hintertreffen geraten. Anfang Dezember musste RIM erstmals in der Firmengeschichte einen Rückgang der Kundenzahl verkraften.

Jedes Gebot für Teile von RIM, das Ministerpräsident Stephen Harper einst als „Kronjuwel“ bezeichnet hatte, würde eine umfassende Prüfung durch die kanadischen Behörden auslösen. Für eine Zustimmung der Regulierer müsste der Deal unter dem Strich Vorteile für Kanada bieten.

Von

rtr

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