Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.08.2012

11:10 Uhr

Computerspiele-Anbieter

Electronic Arts verklagt Konkurrenten Zynga

Die Spiele-Branche ist im Umbruch - und die Rivalität zwischen der alten Garde und jungen Herausforderern könnte bald auch vor Gericht ausgetragen werden. Electronic Arts hat Spiele-Entwickler Zynga angeklagt.

Das Zynga-Logo über dem Eingang zum Firmensitz in San Francisco. AFP

Das Zynga-Logo über dem Eingang zum Firmensitz in San Francisco.

San FranciscoDer schwächelnde Onlinespiele-Spezialist Zynga hat ein großes Problem mehr. Der „FarmVille“-Entwickler wurde vom Branchenriesen Electronic Arts verklagt. Der Vorwurf: Das neue Zynga-Spiel „The Ville“ kopiere die Facebook-Version des EA-Klassikers „The Sims“. Bei beiden Spielen ist man in einer virtuellen Welt unterwegs, die man mit der Zeit ausbaut. Electronic Arts behauptet, Zyngas „The Ville“ kopiere diverse urheberrechtlich geschützte Elemente seines Spiels „The Sims Social“. Es gehe um Design, Animation, Bewegungen und Handlung, hieß es in einem Blogeintrag am Freitag. Zynga warf Electronic Arts im Gegenzug ebenfalls das Nachahmen von Spielen vor.

Die Klage bringt die aktuelle große Rivalität in der Spielebranche erstmals in den Gerichtssaal. Die klassischen großen Spieleanbieter wie Electronic Arts werden immer stärker von jungen Spezialisten für Online- oder Smartphone-Games bedrängt. Die günstigen bis kostenlosen Spiele höhlen die Gewinnmargen der großen Konzerne aus. Sie versuchen, mit eigenen Angeboten auf den Zug aufzuspringen. So brachte Electronic Arts im August 2011 auch seinen PC-Klassiker „The Sims“ auch zu Facebook.

Zynga ist der größte Entwickler von Facebook-Spielen. Die Firma aus San Francisco wurde vor allem bekannt mit ihrer Simulation „FarmVille“, bei der virtuelle Farmen gepflegt wurde. Es folgten Varianten wie „CityVille“ oder „CastleVille“ und im Juni die virtuelle Stadt „The Ville“. Das Spielen ist an sich kostenlos, doch einzelne Artikel wie Traktoren oder Möbel kosten Geld.

Mit diesem Geschäftsmodell hatte Zynga sich in den vergangenen Jahren zum Erfolg gespielt, doch über dem Unternehmen hängen immer mehr dunkle Wolken. Zynga kommt zwar dank der riesigen Facebook-Plattform auf 274 Millionen Spieler im Monat, doch nur wenige von ihnen geben Geld aus - und zuletzt schien die Bereitschaft dazu auch noch zu sinken.

Nachdem der Spieleentwickler für das vergangene Quartal einen erneuten Verlust meldete und die Jahresprognose zusammenstrich, verlor die Aktie auf einen Schlag 40 Prozent. Sie kostete zuletzt nur noch 2,72 Dollar - beim Börsengang im Dezember hatten die Investoren noch 10 Dollar berappen müssen. Verärgerte Anleger reichten in den vergangenen Tagen mehrere Sammelklagen gegen Zynga ein.

Electronic Arts hat bei Facebook deutlich weniger Nutzer als Zynga, nach jüngsten Berechnungen von Marktforschern sind es gut 50 Millionen Spieler im Monat. „The Sims Social“ kommen auf drei Millionen Nutzer, der neue Nachfolger „SimCity Social“ auf zehn Millionen.

Quartalsbericht: Zynga präsentiert desaströse Zahlen

Quartalsbericht

Zynga-Aktien verlieren über 40 Prozent

Enger Facebook-Partner Zynga unterbietet schwache Wall-Street-Prognosen.

Zynga-Manager Reggie Davis hielt Electronic Arts im Gegenzug vor, „SimCity Social“ weise starke Ähnlichkeiten mit Zyngas „CityVille“ auf. Es sei eine Ironie, dass der Konzern ausgerechnet kurz nach dem Start dieses Spiels die Klage eingereicht habe, schrieb Davis in einer E-Mail an die Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

03.08.2012, 23:43 Uhr

Wenn EA weiter so macht mit vorschnellen Veröffentlichungen von Games, die dadurch an Bugs und eingespartem Content oä. leiden, dann werden sie das Problem zukünftig nicht mehr haben...
Dann lohnt es sich nicht mehr abzukupfern^^

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×