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11.04.2016

15:22 Uhr

Daily Mail

Zeitungsverlag erwägt Gebot für Yahoo-Kerngeschäft

Für das Kerngeschäft des angeschlagenen Internetriesen Yahoo gibt es einen weiteren Interessenten. Der Mutterkonzern der britischen Zeitung „Daily Mail“ erwägt zusammen mit mehreren Geschäftspartnern ein Angebot.

Der Internetkonzern hat sein Kerngeschäft zum Verkauf gestellt. dpa

Yahoo-Zentrale

Der Internetkonzern hat sein Kerngeschäft zum Verkauf gestellt.

LondonFür das Suchmaschinen- und E-Mail-Geschäft des Internet-Pioniers Yahoo gibt es immer mehr Interessenten. Der Mutterkonzern der britischen Zeitung „Daily Mail“ erklärte am Montag, er erwäge einen solchen Zukauf und spreche diesbezüglich mit mehreren potenziellen Partnern. Details dazu wollte eine Sprecherin des Daily Mail & General Trust aber nicht nennen. Einem Insider zufolge lotet auch der Verlag Time ein Gebot für das Yahoo-Kerngeschäft aus. In Medienberichten wurde zudem Google und dem US-Telekomkonzern Verizon Interesse nachgesagt.

Yahoo steht wegen der Dominanz von Facebook und Google seit Jahren unter Druck und plant deshalb eine Abspaltung des schwächelnden Kerngeschäfts, zu dem Dienste rund um Suchmaschinen, E-Mails und Nachrichten und Werbung gehören. Medienberichten zufolge hat Yahoo die Frist für Angebote jüngst um eine Woche bis zum 18. April verlängert. Analysten zufolge könnte die Sparte sechs bis acht Milliarden Dollar wert sein.

Die Internet-Seiten der Daily-Mail, in der sich vor allem Geschichten rund um Stars und Prominente finden, gehören bereits zu den meistbesuchten englischsprachigen Webseiten überhaupt. Derzeit werden sie täglich von 14 Millionen Nutzern weltweit angeklickt. Analysten zufolge könnte DailyMail.com mit dem Zukauf des Yahoo-Bereichs Reichweite und Umsatz weiter steigern. Das „Wall Street Journal“ hatte unter Berufung auf Insider berichtet, Daily Mail spreche mit Beteiligungsgesellschaften über eine mögliche gemeinsame Offerte.

Die Vita von Marissa Mayer

Geburt

Marissa Ann Mayer wurde am 30. Mai 1975 in Washington geboren.

Studium

Mayer studierte Informatik an der Stanford University. Nach dem Studium begann sie ihre Karriere beim Research Lab der Großbank UBS in der Schweiz.

Ihre Zeit bei Google

Anfang 1999 fing Mayer bei Google an. Dort wurde sie als Technikerin eingestellt und leitete das für die Webserver verantwortliche Team. Später war Mayer für die Erstellung neuer Google-Produkte zuständig. 2008 wurde sie vom Wirtschaftsmagazin Fortune als jüngste zu den 50 mächtigsten Frauen der Welt gezählt.

Ehrendoktorwürde

2009 erhielt Mayer vom Institute of Technology aus Illinois die Ehrendoktorwürde im Fachbereich Programmierung.

Der Wechsel zu Yahoo

Am 16. Juli 2012 wechselte Mayer von Google zum Konkurrenten Yahoo. Dort wurde sie zur Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt.

Sanierungsprogramm

Beim kriselnden Internetriesen Yahoo startete Mayer sofort ein Sanierungsprogramm. Als erstes wurde im Februar 2013 das Home-Office abgeschafft. „Bei Yahoo zu sein, das ist nicht nur ein Job, den man von Tag zu Tag erledigt. Es geht um eine Zusammenarbeit,
die nur in unseren Büros möglich ist,“ erklärte sie damals.

Einkünfte

Der Job bei Yahoo zahlt sich für Mayer aus. Ihr Gehalt im ersten halben Jahr bei Yahoo betrug fast 37 Millionen US-Dollar. Ihr Privatvermögen wird auf 300 Millionen Dollar geschätzt.

Privatleben

Mayer, die nach einer mehrjährigen Beziehung mit Google-Gründer Larry Page den Investmentbanker Zachary Bogue heiratete, brachte Anfang Oktober 2012 ihr erstes Kind, einen Jungen, zur Welt.

Der Umsatz von Yahoo war im vierten Quartal um 15 Prozent auf nur noch eine Milliarde Dollar zurückgegangen. Wegen Abschreibungen stand unter dem Strich zudem ein Verlust von rund 4,4 Milliarden Dollar. Zu Yahoo gehört auch ein milliardenschwerer Anteil am chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba, der als sein Kronjuwel gilt. Daran will Yahoo aber festhalten.

Schon vor einigen Wochen hatte ein Insider gesagt, der Time-Verlag mit seinen Magazinen „Time“, „People“ und „Sports Illustrated“ lote einen Yahoo-Kauf aus. Der Verlag versucht seit langem, wegbrechende Werbeeinnahmen aus dem klassischen Printgeschäft durch den Ausbau des Digitalbereichs wettzumachen. Einem anderen mutmaßlichen Yahoo-Interessenten, Verizon, gehört bereits der geschrumpfte Online-Veteran AOL.

Der Internet-Branchendienst Recode hatte jüngst berichtet, auch Google, Facebook und Twitter hätten sich mit einem Yahoo-Kauf beschäftigt. Es sei aber unwahrscheinlich, dass sie auch tatsächlich bieten würden.

Von

rtr

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