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22.07.2013

18:48 Uhr

Daniel Loeb

Einflussreicher Investor verlässt Yahoo

Yahoo verliert einen seiner prägenden Köpfe. Hedgefonds-Manager Daniel Loeb war für viele ein Garant dafür, dass der Konzern keine finanziellen Dummheiten begeht. Nun verlässt er den Verwaltungsrat – Sony ruft.

Daniel LoebDer 52-jährige Loeb konnte mit seiner Gesellschaft Third Point laut Daten von Forbes einen Gewinn von 25 Prozent verzeichnen. Bekannt wurde Loeb vor allem dadurch, dass er auf einen Management-Wechsel beim Internetkonzern Yahoo hinwirkte. Nachdem Yahoo-Vorstand Scott Thomson seinen Posten verließ, verkaufte Loeb gewinnbringend seine Beteiligungen an dem Konzern. Gesellschaft: Third Point Verdienst 2013: 700 Millionen Dollar Reuters

Daniel Loeb

Der 52-jährige Loeb konnte mit seiner Gesellschaft Third Point laut Daten von Forbes einen Gewinn von 25 Prozent verzeichnen. Bekannt wurde Loeb vor allem dadurch, dass er auf einen Management-Wechsel beim Internetkonzern Yahoo hinwirkte. Nachdem Yahoo-Vorstand Scott Thomson seinen Posten verließ, verkaufte Loeb gewinnbringend seine Beteiligungen an dem Konzern.

Gesellschaft: Third Point

Verdienst 2013: 700 Millionen Dollar

SunnyvaleHedgefonds-Manager Daniel Loeb reduziert seine Beteiligung an dem Internetkonzern und verlässt in der Folge den Verwaltungsrat, das oberste Firmengremium. Dies teilte Yahoo am Montag am Sitz im kalifornischen Sunnyvale mit.

Loeb hatte im vergangenen Jahr mit öffentlichem Druck dafür gesorgt, dass Konzernchef Scott Thompson wegen eines falschen akademischen Titels im Lebenslauf gehen musste. Der streitlustige US-Investor bereitete damit der Google-Managerin Marissa Mayer den Weg an die Yahoo-Spitze.

Yahoo erklärte, 40 Millionen Aktien von Loebs Gesellschaft Third Point für insgesamt knapp 1,2 Milliarden Dollar zurückzukaufen. Third Point hält danach noch 20 Millionen Aktien, was weniger als 2 Prozent am Unternehmen ausmacht. Mit Loeb ziehen sich auch seine Mitstreiter Harry Wilson und Michael Wolf aus dem Verwaltungsrat zurück.

Yahoo - Einmal Star und zurück

Ein Katalog fürs Internet

Als immer mehr Menschen online gingen, sorgt Yahoo für Orientierung: Das Unternehmen, 1994 von den Stanford-Doktoranden Jerry Yang und David Filo gegründet, führte in seinen Anfangsjahren einen Katalog mit interessanten Webseiten. Die Einträge erstellten zunächst nicht Suchroboter, wie es heute üblich ist, sondern Menschen. Um die Suche baute Yahoo bald ein Portal mit weiteren Diensten auf.

Profiteur des Dotcom-Booms

Bereits 1996, zwei Jahre nach der Gründung, ging Yahoo an die Börse. In den folgenden Jahren gehörte die Firma zu den Lieblingen der Anleger, der Aktienkurs stieg auf dem Höhepunkt des Dotcom-Booms auf den Höchstkurs von 119 Dollar. Als die Blase platzte, brachen jedoch auch die Werbeeinahmen ein – und der Kurs stürzte auf gut 8 Dollar ab.

Zu zweit gegen Google

Allein kamen Yahoo und Microsoft nicht gegen den Suchmaschinen-Riesen Google an – also taten sie sich 2009 zusammen. Seitdem nutzt Yahoo etwa die Suchmaschinen-Technologie von Microsoft („Bing“). Die Werbeumsätze teilen sich die Unternehmen. Echte Konkurrenz machen die beiden dem Primus aber auch gemeinsam nicht. Zuvor hatte Microsoft versucht, Yahoo komplett zu übernehmen, allerdings vergeblich.

Profitables Engagement in China

2005 beteiligte sich Yahoo am chinesischen Web-Portal Alibaba. Von dieser Partnerschaft profitiert das US-Unternehmen bis heute: Mit dem Verkauf von Anteilen nahm es 2012 4,3 Milliarden Dollar ein. Sollte Alibaba wie erwartet an die Börse gehen, könnte Yahoo weitere Milliarden erlösen.

Konzern ohne Führung

2007 stieg Yahoo-Mitgründer Jerry Yang zum CEO auf. Doch er hatte kein glückliches Händchen und übergab die Geschäfte bereits ein Jahr später an Carol Bartz. Die Saniererin eckte jedoch mit ihrer burschikosen Art so an, dass der Verwaltungsrat sie feuerte. Es folgten drei Kurzzeit- oder Interims-Chefs bis 2012 die langjährigere Google-Managerin Marissa Mayer die Geschäfte übernahm.

Marissa Mayer übernimmt

Es war ein Coup: Im Juli 2012 vermeldete Yahoo, dass die prominente Google-Managerin Marissa Mayer neue Chefin wird. Die wirbelte das Unternehmen in den ersten Monaten kräftig durcheinander, übernahm diverse Startups und sorgte auch sonst für Schlagzeilen. Die Schwäche im Kerngeschäft mit Anzeigen – vor allem Bannern – konnte sie aber nicht abstellen.

Mail, Suche, Nachrichten

Yahoo hat monatlich mehr als 700 Millionen Nutzer. Zu den beliebtesten Angeboten des Konzerns gehören Nachrichten, Suchmaschine und der E-Mail-Dienst. Eine treue Fangemeinde hat auch der Fotodienst Flickr. Zudem übernahm Yahoo 2013 für 1,1 Milliarden Dollar die Blogging-Plattform Tumblr, deren Community rasant wächst.

Altavista, Delicious, Alltheweb

Viele Dienste stellte Yahoo über die Jahre wieder ein, etwa die Suchmaschinen Altavista und Alltheweb. Den Social-Bookmarking-Dienst Delicious verkaufte das Unternehmen 2011 wieder.

Konzernchefin Mayer lobte den Einfluss des Trios aufs Unternehmen: „Es liegt zwar noch viel Arbeit vor uns, doch sie haben uns eine großartige Grundlage geschaffen.“ Mayer stellt Yahoo im Konkurrenzkampf gegen Google und Facebook neu auf. Seit ihrem Amtsantritt hat sich der Kurs beinahe verdoppelt - wovon Investor Loeb profitierte.

Nach der Ankündigung seines Rückzugs fiel die Yahoo-Aktie um 4 Prozent. Loeb galt vielen Anteilseignern als Garant dafür, dass der Internetkonzern keine finanziellen Dummheiten begeht. Der Hedgefonds-Manager ist jedoch schon bei der nächsten Baustelle: Er drängt den japanischen Elektronikkonzern Sony dazu, das Film- und Musikgeschäft abzuspalten.

Von

dpa

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