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11.02.2015

13:53 Uhr

Dank America Movil

Telekom Austria sucht nach Übernahmezielen in Osteuropa

Dank des neuen Mehrheitseigentümers America Movil eröffnen sich der Telekom Autsria neue Möglichkeiten. Der Konzern aus Österreich hat besonders Osteuropa für Übernahmen im Visier.

Telekom-Austria-Chef Hannes Ametsreiter ist auf der Suche nach neuen Zukäufen. Reuters

Osteuropa im Visier

Telekom-Austria-Chef Hannes Ametsreiter ist auf der Suche nach neuen Zukäufen.

WienDie Telekom Austria ist mit Rückendeckung ihres finanzstarken neuen Mehrheitseigentümer America Movil auf der Suche nach weiteren Zukäufen in Osteuropa. Kleinere Übernahmen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich könne der österreichische Marktführer aus eigener Kraft ohne weitere Kapitalerhöhung stemmen, sagte Firmenchef Hannes Ametsreiter am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz. Im Visier habe das Unternehmen dabei Wettbewerber sowie Kabelanbieter in jenen Ländern, in denen der Konzern bereits vertreten ist. „Wir screenen den Markt“, sagte Ametsreiter.

Im vergangenen Jahr hatte die Telekom etwa ein Mobilfunkunternehmen und einen Kabelanbieter in Mazedonien gekauft. Sie hat darüber hinaus Töchter unter anderem in Bulgarien, Kroatien und Weißrussland. Doch die Firma sehe sich auch nach größeren Zukaufsgelegenheiten um. „Es gibt zum heutigen Tage kein konkretes Projekt“, sagte Ametsreiter.

Der mexikanische Milliardär Carlos Slim hält über sein Unternehmen America Movil seit vergangenem Jahr rund 60 Prozent an der Telekom Austria. Seine Einkaufstour in Europa will Slim, der auch an der niederländischen KPN beteiligt ist, künftig auch über den österreichischen Konzern vorantreiben. „Ich denke, wir stehen am Beginn einer mehrjährigen Konsolidierung am europäischen Telekom-Markt“, hatte America-Movil-Finanzvorstand Carlos Garcia Moreno kürzlich gesagt. „Da wird es sicher die eine oder andere gute Chance auf Zukäufe geben.“

Kleines Mobilfunk-Lexikon

GSM

GSM, kurz für „Global System for Mobile Communication“, war der erste digitale Mobilfunkstandard. In Deutschland wurde er in den 1990er Jahren eingeführt. Heute noch ist GSM in vielen Ländern in Betrieb, auch hierzulande. Dank der guten Versorgung scheint der Standard momentan unverzichtbar.

Edge

Edge, kurz für „Enhanced Data Rates for GSM Evolution“, ist eine Erweiterung des GSM-Standards, die eine Datenübertragung mit bis zu 384 Kilobit/Sekunde erlaubt. Nach heutigen Maßstäben ist das langsam. Dafür steht der Satz „Ich habe nur Edge“, den man etwa auf Bahnreisen oft hört.

UMTS

„Universal Mobile Telecommunications System“ ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation. UMTS ist in Deutschland und großen Teilen der Welt verbreitet und ermöglicht schnelle Datenübertragungen. Nutzer in einer Funkzelle müssen sich allerdings die Bandbreite teilen – trotz Erweiterungen beginnen die Netze, zu verstopfen.

HSPA

„High Speed Packet Access“ macht UMTS schneller: Statt Übertragungsraten von 384 Kilobit/Sekunde sind mit HSPA bis 14,4 Megabit/Sekunde möglich, der Upload wird auf bis zu 5,76 Mbit/s beschleunigt.

HSPA+

Und es geht noch schneller: HSPA+ ermöglicht Downloads mit bis zu 21 Megabit/Sekunde. Wenn Netzbetreiber und Endgerät zwei Verbindungen gleichzeitig aufbauen können, wird diese Rate noch einmal verdoppelt.

LTE oder 4G

Der Mobilfunkstandard der vierten Generation heißt LTE, kurz für „Long Term Evolution“. Er beschleunigt die Datenübertragung auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde, die Weiterentwicklung Cat4 macht bis 150 Mbit/s möglich. 4G wird oft synonym für LTE benutzt.

Doch dem größten Telekom-Anbieter Lateinamerikas machten im vergangenen vierten Quartal Währungsverluste zu schaffen: Der Gewinn schrumpfte um 82 Prozent auf umgerechnet rund 180 Millionen Euro. Grund dafür ist auch die strengere Regulierung des Heimatmarkts, mit der die mexikanischen Aufseher die Dominanz des Platzhirsches schmälern wollen. Um sie zu besänftigen, hatte America Movil den Verkauf einiger Geschäftsteile angekündigt.

Die Entwicklung bei der österreichischen Tochter dürfte Slim mehr Freude bereiten: Zwar verbuchte das Unternehmen im vergangenen Jahr wegen einer Abschreibung in Bulgarien einen Verlust von 185 Millionen Euro. Für das laufende Jahr erwartet die Telekom jedoch ein Umsatzplus von zwei Prozent sowie eine Steigerung des bereinigten operativen Gewinns (Ebitda). Im vergangenen Jahr schrumpfte der Umsatz um vier Prozent auf rund vier Milliarden Euro, während das Ebitda bei 1,29 Milliarden Euro stagnierte.

Von

rtr

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