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16.10.2014

14:42 Uhr

Dank Online-Angeboten

Gewinnsprung bei Bezahlsender BSkyB

Fernsehen auf Smartphones oder Tablet-Computern erfreut sich großer Beliebtheit. Der britische Bezahlfernsehsender BSkyB verzeichnete 309.000 neue Nutzer – und diese bescherten dem Sender einen hohen Gewinnsprung.

Investitionen in Online-Angebote zahlen sich für den Bezahlsender BSkyB offenbar aus. dpa

Investitionen in Online-Angebote zahlen sich für den Bezahlsender BSkyB offenbar aus.

LondonEine Rekord-Nachfrage nach Online-Angeboten hat dem britischen Bezahlfernsehsender BSkyB einen überraschend hohen Gewinnsprung beschert. Das bereinigte operative Ergebnis sei im dritten Quartal binnen Jahresfrist um elf Prozent auf 316 Millionen Pfund (rund 396 Millionen Euro) gestiegen, teilte das Unternehmen aus dem Reich des Medienmoguls Rupert Murdoch am Donnerstag mit, das künftig auch Sky Deutschland kontrolliert. Die Briten profitierten vor allem von 309.000 neuen Nutzern des Angebotes Sky go Extra. Hier können Abonnenten unterwegs Programme auf Smartphones oder Tablet-Computern ansehen. „Die Investitionen, die wir in die Angebote rund um das Connected-TV gesteckt haben, zahlen sich zunehmend aus“, sagte Konzernchef Jeremy Darroch.

Murdoch will seine Pay-TV-Sender in Deutschland, Großbritannien und Italien zu einer schlagkräftigen Einheit bündeln. Dafür verschiebt er unter anderem den 57-prozentigen Sky-Deutschland-Anteil seiner Konzernholding 21st Century Fox zu BSkyB. Die EU-Kommission hat bereits grünes Licht gegeben für den Zusammenschluss zum größten Fernsehkonzern des Kontinents.

Das Imperium des Rupert Murdoch

Geerbtes Unternehmen

Rupert Murdoch kam 1931 in Australien zur Welt. Das Unternehmertum liegt in der Familie: Sein Vater kaufte sich in die Zeitungskette News Limited ein, Sohn Rupert erbte sie 1952 – und baute sie zu einem Medienimperium aus, zu dem heute neben den Zeitungen in aller Herren Länder auch der Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ ein legendäres Hollywood-Studio gehören.

Von der „Sun“ bis zum „Wall Street Journal“

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später verleibte sich Murdoch in Großbritannien die renommierte Londoner „Times“ ein, außerdem das Massenblatt „Sun“. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein. Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“.

Fox-Fernsehsender

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nimmt in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Auch in Deutschland aktiv

Murdoch hält die Mehrheit am Bezahlsender Sky, dem früheren Premiere. Sein Sohn James ist seit 2016 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates beim britischen Mutterkonzern.

Schiffbruch mit MySpace

Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Mit einem anderen Projekt erlitt er indes Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk MySpace ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

Aufspaltung in zwei Bereiche

2013 spaltete Murdoch sein Imperium in zwei Reiche auf: die profitable Filmsparte 21st Century Fox und das schwächelnde Verlagsgeschäft News Corp.

BSkyB hatte bisher durchblicken lassen, dass man mit dem angepeilten Anteil an Sky Deutschland zufrieden sei. Darroch sagte jedoch, wegen der schwächelnden Aktienmärkte könnten mehr Sky-Deutschland-Aktionäre beim BSkyB-Übernahmenangebot zugreifen als ursprünglich gedacht. „Es würde mich nicht überraschen, wenn wir eine größere Nachfrage hätten.“

Nach deutschem Recht musste BSkyB den Minderheitsaktionären von Sky Deutschland ein Übernahmeangebot unterbreiten. Das Management von Sky Deutschland hat den Anteilseignern allerdings empfohlen, das BSkyB-Angebot von 6,75 Euro je von Sky-Deutschland-Aktie abzulehnen. Die Papiere kosteten am Donnerstag 6,72 Euro. BSkyB kündigte für Anfang November Details dazu an, wie groß der Anteil an Sky Deutschland dann ist.

Von

rtr

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