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25.12.2011

12:18 Uhr

„Das Supertalent“

Die dunklen Seiten der RTL-Glitzer-Show

VonStephan Dörner , Christoph Alberto Hardt

ExklusivDie Casting-Show „Das Supertalent“ war auch in diesem Jahr wieder ein Quotenhit für den Privatsender RTL. Wer hinter die Kulissen schaut, findet Seelen-Striptease und Hinweise auf Knebelverträge und Manipulationen.

Panflötenspieler Leo Rojas beim Finale von „Supertalent 2011“. dapd

Panflötenspieler Leo Rojas beim Finale von „Supertalent 2011“.

Köln/DüsseldorfVor kurzem spielte er noch für kleines Geld in deutschen Fußgängerzonen, jetzt ist der 27-jährige Leo Rojas aus Ecuador das „Supertalent 2011“ und um 100.000 Euro reicher. Von dem Preisgeld will der Sieger seiner Familie in Südamerika ein kleines Haus bauen. Erstmals seit sieben Jahren hatte er seine Mutter im Halbfinale wieder in die Arme schließen können - RTL hatte Flugtickets gesponsert. Das ist die rührende Weihnachtsgeschichte, die Grundy Light Entertainment mit seiner RTL-Show „Das Supertalent“ – nach Senderauskunft der „Höhepunkt des RTL-Fernsehjahres“ – diesmal erzählt. Die Sendung, so Supertalent-Juror Dieter Bohlen, sei „gerade dafür da, den Leuten eine zweite Chance zu geben“.

Kandidaten fühlen sich erniedrigt

Auch dieses Jahr konnte die Mischung aus Talent- und Freak-Show im Schnitt rund 6,7 Millionen Zuschauer vor die Fernseher locken. 2010 wurde „Das Supertalent“ mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Doch der Erfolg hat auch eine knallharte Kehrseite. Offensichtlich werden bei der Sendung nämlich auch solche Kandidaten in den Vorrunden-Castings ohne Publikum durchgewunken, die kaum als Supertalent durchgehen – um dann vor den Augen von Millionen Fernsehzuschauern bloßgestellt zu werden.

Ähnlich wie die RTL-Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ lebt auch das „Supertalent“ zu wesentlichen Teilen von der Erniedrigung der Kandidaten und der Schadenfreude der Zuschauer darüber. Darauf angesprochen, dass auch Kandidaten vor die Jury treten dürfen, die offensichtlich kein Supertalent sind, teilt RTL mit, nicht nur „überraschende“ und „berührende“, sondern auch „ungewöhnliche“ Auftritte zu zeigen.

Panflötenspieler Leo Rojas mit seiner Mutter - die rührende Weihnachtsgeschichte, die RTL diesmal beim „Supertalent“ erzählt. dapd

Panflötenspieler Leo Rojas mit seiner Mutter - die rührende Weihnachtsgeschichte, die RTL diesmal beim „Supertalent“ erzählt.

Ein Blick hinter die Kulissen der Glitzer-Show bestätigt den Eindruck, dass den „Supertalent“-Produzenten das Wohl der Kandidaten offenbar kein Anliegen ist. Mehrere Kandidaten berichten übereinstimmend, dass Szenen zusammengeschnitten wurden, sodass sie sich bloßgestellt fühlten. Sätze würden aus dem Zusammenhang gerissen, Aussagen zu Fragen geschnitten, die in einem völlig anderen Kontext gestellt wurden. RTL bestreitet die Vorwürfe. Interviews würden lediglich auf ihre „wesentlichen Aussagen reduziert“, heißt es aus Köln.

Kommentare (52)

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Account gelöscht!

22.12.2011, 13:13 Uhr

Was macht die shows so erfolgreich?

1. Die Unfähigkeit vieler zu erlennen, das man Frieziet nachhlatiger verbringe kann.

2. Die zunhemende und beängstigende Lust daran, neben dem Bewundern von Könnern, sich an der zur Schau gestellten und inszenierten Unfähigkeit anderer und den verächtlichen Kommentaren eines Bohlen (z.B.) zu ergötzen
(Demütigungs- und mobbing-Bedürfnis).

3. Die wachsende Qualitätslosigkeit alternativer Unterhaltungsinhalte anderer Senungen.

Till

22.12.2011, 13:17 Uhr

Mit anderen Worten:

In Europa brennt langsam die Hütte und das Chaos kommt uns (den deutschen Bilderberger-Politsklaven) immer näher und nun heißt es für die Medien:

„Ablenken“
„Ablenken“
„Ablenken“
„Ablenken“
„Ablenken“


Generalstreik erst im Dolce-Vita Bereich, jetzt in im Nachbarland.

Bilderberger fürchten sich vor organisierten Widerstand
»[...] Am meisten befürchtet der Bilderberg-Club einen organisierten Widerstand. Seine Mitglieder wollen nicht, dass die einfachen Leute dieser Welt dahinterkommen, welche Zukunft sie für die Welt planen, nämlich eine Weltregierung bzw. ein Weltunternehmen mit dem einzigen, weltweiten Marktplatz, der von einer Weltarmee beaufsichtigt und von einer Weltbank mit einer globalen Währung geregelt wird. [...]«
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Account gelöscht!

22.12.2011, 13:24 Uhr

Wer sich als Kandidat freiwillig in diesen Wahnsinnszirkus begibt, dem ist doch die Vernunft längst abhanden gekommen. Wo ist denn die Menschenwürde beim Porno? Nichts anderes ist das doch. Und wer sich drüber aufregt, kann ja umschalten, aufs Mutantenstadl.

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