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19.10.2015

13:08 Uhr

Datenschutz bei Android Auto

Google wehrt sich gegen Schnüffel-Vorwürfe

Der Internetriese Google weist Vorwürfe zurück, das Betriebssystem Android greife in der Auto-Version zu viele Daten ab. Porsche hat zuvor angekündigt, lieber Apple-Technik statt das Google-System verwenden zu wollen.

Das Betriebssystem Android Auto verbindet, ähnlich wie Apples Carplay, das Auto mit dem Smartphone und somit mit dem Internet. ap

Android Auto

Das Betriebssystem Android Auto verbindet, ähnlich wie Apples Carplay, das Auto mit dem Smartphone und somit mit dem Internet.

BerlinGoogle hat Vorwürfe zurückgewiesen, der Konzern wolle mit der Auto-Version seines Betriebssystems Android zu viele Daten aus Fahrzeugen abgreifen. Ziel von Android Auto sei vor allem, „Informationen, die im Internet verfügbar sind, auch im Auto nutzbar zu machen“, sagte der zuständige Produktmanager Patrick Brady der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatte Porsche angekündigt, im 911-Carrera-Modell nur Apples CarPlay zu unterstützen und auf Android Auto zu verzichten. Porsche begründete die Entscheidung mit Datenschutzbedenken, da Google zu viele Daten sammle.

Google-Manager Brady wies diese Argumentation zurück. „Die einzigen Daten, die aus dem Fahrzeug mit dem Smartphone geteilt werden, dienen dazu, das Fahrerlebnis zu verbessern“, sagte er. So könnten etwa Informationen vom Lichtsensor des Autos helfen, zu entscheiden, ob Karten im Tag- oder Nachtmodus angezeigt werden sollten.

„Und wenn Google wüsste, dass die Tankanzeige niedrig ist, würde die Route entsprechend berechnet.“ Sonst würde man die Nutzer zwingen, selbst nach einer Tankstelle zu suchen. „Bei Elektroautos ist das noch viel wichtiger, da Ladestationen nicht so weit verbreitet sind und das bei der Routenplanung berücksichtigt werden muss.“

Meilensteine der Google-Geschichte

1995

Mitgründer Larry Page und Sergey Brin lernen sich an der Stanford University kennen. Dort gibt der kurz vorm Abschluss stehende Brin dem Studienanfänger Page eine Campus-Tour.

1996

Das Duo beginnt mit der Arbeit an einer neuen Suchmaschine für das Internet. Die Idee zu Google wird geboren.

1998

Google wird offiziell gegründet. Erster Standort der Firma ist die Garage von Susan Wojcicki im kalifornischen Menlo Park.

1999

Page und Brin verlagern den Sitz nach Mountain View. Sie stellen den ersten firmeninternen Koch ein, der Mahlzeiten für die Mitarbeiter zubereiten soll.

2001

Eric Schmidt wird zum Geschäftsführer berufen, Page und Brin werden Präsidenten der Firmenzweige Produkte und Technologie.

2004

Wenige Monate nach Vorstellung des Email-Diensts Gmail geht Google erstmals an die Börse.

2006

Google kauft die Videoplattform YouTube für 1,6 Milliarden Dollar.

2011

Larry Page wird Geschäftsführer, Schmidt Aufsichtsratschef.

2014

Google schließt einen umstrittenen Aktien-Split ab, durch den eine neue Form von Aktien ohne Stimmrecht geschaffen wird. Damit wird Pages und Brins Einfluss als wichtigste Anteilseigner gefestigt.

2015

Page kündigt die Schaffung einer neuen Holding namens Alphabet an, in die Googles Kerngeschäft und getrennt geführte Unternehmen eingegliedert werden sollen.

Brancheninsider sagen schon lange, dass Autobauer sich Sorgen machen, Daten aus ihren Fahrzeugen und damit verbundene Geschäftsaussichten an Google und Apple zu verlieren. Android Auto und Apples Gegenangebot Carplay sollen Smartphones der beiden meistgenutzten Betriebssysteme besser in Unterhaltungsanlagen der Fahrzeuge einbinden. Dabei können auch ausgewählte Apps der Smartphones genutzt werden.

Während Audi bei dem im Januar 2014 angekündigten Android Auto gleich zum Start dabei war und auch weitere Marken des VW-Konzerns mit an Bord sind, hielten sich andere deutsche Hersteller bisher zurück.

Jetzt sagte BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich laut „Automobilwoche“, dass auch Android Auto in die Fahrzeuge integriert werden solle. Ein Zeitpunkt blieb offen.

Von

dpa

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