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01.09.2014

11:06 Uhr

Datenschutz

Microsoft wehrt sich gegen US-Behörden

„Wir werden E-Mails nicht übergeben“: Der IT-Riese Microsoft will den US-Behörden weiterhin keine Daten aus Europa geben. Datensicherheit ist den Kunden wichtiger, das wissen mittlerweile selbst die US-Konzerne.

Das Microsoft-Logo: Das Unternehmen wirbt mit Datensicherheit. AFP

Das Microsoft-Logo: Das Unternehmen wirbt mit Datensicherheit.

MünchenMicrosoft weigert sich weiterhin, E-Mails seiner Kunden aus Europa an US-Behörden herauszugeben und setzt in einem aktuellen Fall auf ein Berufungsverfahren. „Wir werden E-Mails nicht übergeben“, erklärte ein Microsoft-Sprecher am Montag. „Dieser Fall wird vor das Berufungsgericht gehen.“ Es gehe jetzt darum, das geeignete Verfahren zu finden, um die Problematik zu klären.

Ein amerikanisches Bezirksgericht fordert aktuell von dem Unternehmen, E-Mails und gespeicherte Dokumente eines seiner Kunden herauszugeben, die in einem Datenzentrum in Dublin lagern. Es bezieht sich dabei auf amerikanische Gesetze und betrachtet Microsoft grenzübergreifend als Betreiber der Dienste. Eine entsprechende Anordnung war zunächst ausgesetzt worden, das Gericht hob die Sperre aber vergangene Woche auf. Das Verfahren soll nun am kommenden Freitag fortgesetzt werden.

Das ist Satya Nadella

Geboren in Hyderabad

Satya Nadella wurde 1967 in der indischen Großstadt Hyderabad als Sohn eines hochrangigen Beamten geboren. Nach der Schulausbildung studierte er zunächst Elektroingenieurwesen in Indien, dann Computer Science und Management in den USA.

Anfänge bei Sun Microsystems

Bevor Nadella 1992 zu Microsoft wechselte, arbeitete er als Elektroingenieur beim Silicon-Valley-Urgestein Sun Microsystems. Das Unternehmen wurde später von Oracle übernommen.

Entwickler von Bing und Office

Nadella war bei Microsoft maßgeblich an der Entwicklung der Suchmaschine Bing sowie des Bürosoftwarepakets Office beteiligt. Zuletzt leitete er beim Softwarekonzern das wichtige Cloud- und Unternehmensgeschäft.

Kandidat seit Ende Januar

Seit Ende Januar 2014 wurde darüber berichtet, dass Nadella der Nachfolger von Steve Ballmer als CEO von Microsoft werden könnte. Wenige Tage später bestätigte der Softwarekonzern die Meldungen.

Mann der leisen Töne

Nadella ist verheiratet und hat drei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Bellevue im US-Bundesstaat Washington. Medien beschreiben ihn als einen Mann der leisen und überlegten Töne.

Die US-Regierung habe nicht das Recht, den Inhalt von außerhalb der USA gespeicherten E-Mails zu durchsuchen, betonte Microsoft-Justiziar David Howard in einem Blog-Eintrag bereits im April. Microsoft und die den Konzern unterstützenden IT-Unternehmen wie Cisco und Apple haben ein maßgebliches Interesse daran, ihren Kunden Datensicherheit auch vor direktem Zugriff der US-Behörden zu garantieren. Das sogenannte Cloud-Geschäft ist derzeit eines der wesentlichen Umsatztreiber in der Branche. Sollten europäische Kunden aus Sorge um die Sicherheit ihrer Daten vor amerikanischen Anbietern den Rücken kehren, hätten diese ein massives Problem.

Von

dpa

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