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26.02.2013

13:01 Uhr

Datenverkehr

Telekom-Chef kritisiert Online-Firmen

Der Konflikt zwischen Netzbetreibern und Internet-Unternehmen gewinnt mit dem explodierenden Datenverkehr an Schärfe. Die Telekom-Konzerne wollen die Online-Anbieter in die Pflicht nehmen, die weigern sich bisher.

Deutliche Worte von René Obermann dapd

Deutliche Worte von René Obermann

Barcelona Telekom-Chef René Obermann hat der Internet-Branche in scharfen Worten eine Freifahrt-Mentalität vorgeworfen. Ihre Devise sei: „Ihr investiert, wir schöpfen die Gewinne ab“, kritisierte Obermann am Dienstag beim Mobile World Congress in Barcelona. Diese Situation sei auf Dauer nicht tragbar. Die Telekommunikations-Branche verlangen schon lange, dass sich Internet-Riesen wie Google und Apple oder zum Beispiel auch Messaging-Anbieter an den Kosten des Datenverkehrs beteiligen. Bisher blitzten sie jedoch mit ihren Forderungen ab.

Zudem forderte der Konzernchef der Deutschen Telekom noch radikaler als viele seiner Kollegen, die Branche solle überhaupt nicht mehr von Regulierungsbehörden beaufsichtigt werden. Regulierer-Maßnahmen wie die Obergrenze für Entgelte nähmen für Investitionen benötigtes Geld aus dem Markt. Die Telekom-Konzerne würden „mit Handschellen in den Boxring geschickt“. Dabei sei der Wettbewerb heftig genug, dass die Industrie nicht mehr reguliert werden müsse. Andere Konzernchefs wie Telefónica-Lenker César Alierta hatten in Barcelona zuvor eine Lockerung der Regulierung gefordert.

Das sind die größten Telekommunikationsunternehmen

Platz 10

Deutsche Telekom - 37,05 Milliarden Euro

Platz 9

Telstra (Australien) - 42,84 Milliarden Euro

Platz 8

NTT (Japan) - 43,13 Milliarden Euro

Platz 7

Telefonica (Spanien) - 46,31 Milliarden Euro

Platz 6

NTT Docomo (Japan) - 47,99 Milliarden Euro

Platz 5

America Movil (Mexiko) - 66,96 Milliarden Euro

Platz 4

Verizon (USA) - 93,38 Milliarden Euro

Platz 3

Vodafone (Großbritannien) - 94,26 Milliarden Euro

Platz 2

AT & T (USA) - 145,27 Milliarden Euro

Platz 1

China Mobile - 177,02 Milliarden Euro

Ranking nach Marktkapitalisierung (Dezember 2012) - Quelle: Bloomberg

Die Telekom-Anbieter müssten in Zukunft „smarter“ werden und sich stärker für Partnerschaften mit Anbietern neuer Dienste öffnen. Die Netzbetreiber hätten diesen Unternehmen einiges zu bieten, wie zum Beispiel Schnittstellen oder garantierte Sicherheit. Als Beispiel für eine Kooperation nannte Obermann die Bündelung eines Tarifs mit dem Musikdienst Spotify. Zudem müsse man Verbrauchern einen einheitlichen Tarif für alle zugänglichen Kommunikationswege bieten statt getrennter Preismodelle.

Von

dpa

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