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11.04.2013

12:18 Uhr

Datenverknüpfung

Facebook-Werbung wird noch persönlicher

Werbekunden können bei Facebook ihre Werbung demnächst noch persönlicher anzeigen lassen. Facebook weiß, ob man Pepsi mit Zucker oder doch lieber light trinkt – dank Verknüpfung mehrerer Datenauswerter.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg während einer Präsentation. Die Facebook-Werbung wird personalisierter. Reuters

Facebook-Chef Mark Zuckerberg während einer Präsentation. Die Facebook-Werbung wird personalisierter.

Menlo ParkFacebook gibt seinen Werbekunden in den USA die Möglichkeit, Zielgruppen für ihre Anzeigen noch präziser anzusprechen. Sie könnten künftig zum Beispiel gezielt Werbung für Facebook-Mitglieder schalten, die Frühstücksflocken für Kinder kaufen oder sich in den kommenden Monaten wahrscheinlich einen neuen Kleinwagen zulegen werden, erläuterte Facebook bei der Vorstellung am Mittwoch.

Dazu werden auch externe Informationen mehrerer amerikanischer Daten-Auswerter wie Acxiom und Datalogix hinzugezogen. Es würden keine persönlichen Daten geteilt, betonte Facebook. Die Werbetreibenden bekämen lediglich zu sehen, wie viele Menschen zu einer Zielgruppe gehörten. Deutschland ist Facebook zufolge nicht von dem neuen Projekt erfasst.

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Riese Datenmengen

Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.

Zum Start seien über 500 Kundengruppen festgelegt worden. Personifizierte Werbung gilt als der große Vorteil von Facebook - schließlich weiß das Online-Netzwerk viel über die Vorlieben seiner mehr als einer Milliarde Mitglieder. Die Verknüpfung mit Informationen über das Kaufverhalten aus anderen Quellen eröffnet der Werbeindustrie noch mehr Möglichkeiten, auch wenn alle Beteiligten betonen, dass nur anonymisierte Informationen sichtbar seien. So schwärmte der Digitalchef des Getränkeriesen PepsiCo im „Wall Street Journal“, man könne jetzt unterschiedliche Werbung anzeigen, je nachdem ob jemand die klassische Pepsi mit Zucker oder die Light-Version bevorzuge.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Banker

11.04.2013, 12:35 Uhr

Ich bitte drum! Immer heißt es Facebook würde persönliche Werbung ermöglichen. Wenn ich mir anschaue was ich in letzter Zeit für Werbeeinblendungen in der iOS Facebook App hatte kann ich daran nur zweifeln.
Mir wurden Werbung von DJ Ötzi (6x), der Zurich Versicherung (4x), andauernde Werbung für irgendein Dubioses Tradingsystem und und und
Für die Werbekunden ist es im Moment rausgeworfenes Geld wenn so schlecht selektiert wird. Ich habe zwar sehr viele Likes bei Bands gesetzt, allerdings wäre da so gut wie alles rausgekommen aber NIIIEEEEE DJ Ötzi sondern eher Hardcore, Jazz, Metal und was weiß ich...
Ist schon lustig wie schlecht man als "gläserner" Kunde funktioniert ;-)

Leo

12.04.2013, 14:34 Uhr

Ich lach mich kaputt: Dieses ganze hilflose Targeting im Netz ist doch eine einzige Nerverei. Stalking nennt man das im realen Leben. Geht man auf eine Seite oder schaut sich irgendwo einen Artikel an, wird man schon zum Verfolgungsopfer. Und die Werbetreibenden glauben auch noch den schlauen Mist, den die Agenturexperten sich da aus den Nägeln saugen. Längst boykottiere ich die Verfolger und treibe auch gern die kostenpflichtigen Adwords-Clicks in die Höhe, wenn sie mir bei Google über den Weg laufen.

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