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25.05.2015

18:11 Uhr

Debatte um Abfindung für Moderator

Bekam Gottschalk Gebührenmillionen für nichts?

VonHans-Peter Siebenhaar

Thomas Gottschalk bekam nach dem Aus für „Gottschalk live“ eine hohe Abfindung vom WDR. Wenn der seine Glaubwürdigkeit retten will, muss er den Finanzskandal lückenlos aufklären und mehr Transparenz bei Gagen schaffen.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Für Tom Buhrow gab es schon fröhlichere Pfingstwochenenden als in diesem Jahr. Denn der WDR-Intendant steht mächtig unter Druck, denn er muss der Öffentlichkeit schleunigst erklären, warum die öffentlich-rechtliche Anstalt über zwei Millionen Euro ohne Gegenleistung an den Entertainer Thomas Gottschalk gezahlt hat, nachdem die ARD seine Abend-Talkshow „Gottschalk live“ wegen katastrophaler Zuschauerquoten abgesetzt hatte.
Aufgeflogen ist die angebliche Transaktion durch den Filmverband Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG Dok), der den Vorvertrag zwischen der Produktionsfirma Grundy Light Entertainment, eine Tochter des Fernsehkonzerns RTL, und der WDR Mediagroup vom 31. Mai 2011 am Pfingstwochenende an eine Reihe von Zeitungen verschickt hatte, darunter auch an das Handelsblatt. Der von AG Dok beigefügte Brief an WDR-Intendant Tom Buhrow wirft die zentrale Frage auf, ob von den fünf Millionen Euro Honorar für Gottschalk, tatsächlich 2,7 Millionen Euro ohne erkennbare Gegenleistung gezahlt wurden. Angeblich seien auch zwei Abendshows im Wert von 400.000 Euro eingekauft worden, die aber nie stattgefunden hätten, schreibt Thomas Frickel, Vorsitzender und Geschäftsführer der AG Dok, an Buhrow.

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Nur wenige Monate lang moderierte der Entertainer „Gottschalk Live“. Trotzdem bekam Thomas Gottschalk eine Millionen-Abfindung vom WDR, als die Sendung abgesetzt wurde. Ein Filmverband fordert nun Aufklärung.


Zur Erinnerung: Gottschalk hatte in Berlin im ersten Halbjahr eine Vorabendsendung moderiert, die nach 70 Folgen wegen Erfolglosigkeit abgesetzt wurde. Laut Vorvertrag zwischen Grundy und WDR waren aber 144 Folgen geplant. Offenbar hat sich Gottschalk auch bei einem vorzeitigen Aus der Sendung das vollständige Honorar vertraglich zusichern lassen. Er hätte alles geliefert, was die ARD bestellt habe, teilte der Franke mit Wahlheimat Malibu mit.
Die Vorwürfe, die nun im Raum stehen, wiegen schwer. Für die ARD und den WDR, Schwergewicht des öffentlich-rechtlichen Senderverbundes, geht es um die Glaubwürdigkeit. Kann es sein, dass die Oberen in den Rundfunkanstalten leichtfertig Millionen an Gebührengeldern verschleudern oder gab es andere zwingende, bislang noch unbekannte Gründe für die fürstliche Gage an Gottschalk?
Der Fairness halber muss gesagt werden, dass Buhrow weder an der Finanztransaktion und noch am Vertrag mitgewirkt hat. Er war damals als „Tagesthemen“-Moderator beim NDR in Hamburg aktiv. Der Vertrag kam unter seiner Vorgängerin Monika Piel und deren ARD-Kollegen zustande.

Kommentare (4)

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Herr Horst Meiller

26.05.2015, 07:40 Uhr

Was glauben die Leute eigentlich, wofür diese m.E,. grundgesetzwidrige Zwangsabgabe eingeführt wurde? Man brauchte einen neuenTopf, um all die pa.rasitären Strukturen zu alimentieren, die es in einem Rechtsstaat nicht geben würde.

Herr Basil Zaharoff

26.05.2015, 08:44 Uhr

Ist doch kein Problem. Es handelt sich doch nur um das zwangsweise abgepresste Geld der Staats-Sklaven. Also immer kräftig mit beiden Händen raus damit.

Axel Fachtan

26.05.2015, 09:04 Uhr

Nimmt man dem Volk Milliarden an Gebühren für nichts ab ?
Die Antwort lautet ja, und Gottschalk ist nur eines der Beispiele dafür.

Die ARD muss nichts mehr aufklären. Sie gehört abgeschafft.

Aus dem Steuertopf mag Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur finanziert werden. Dort mag auch das historische Erbe deutscher staatlicher Fernsehkultur archiviert, verwaltet und erschlossen werden.

Mehr Staatsfunk braucht kein Mensch. Und mehr Erpressung durch die Geldeintreiber der Städte und Gemeinden sollte niemand mehr dulden und erdulden.

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