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02.12.2013

14:14 Uhr

Der Medien-Kommissar

Angriff auf die journalistische Freiheit

VonHans-Peter Siebenhaar

Der Streit zwischen ZDF-Moderatorin Slomka und SPD-Politiker Gabriel zeigt den Einfluss der Parteien auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dabei sind die Gebührenzahler die Eigentümer der Sender – nicht die Politik.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Reflexartig hat SPD-Generalsekretärin Andra Nahles den Auftritt ihres Parteivorsitzender Sigmar Gabriel im Wortgefecht mit ZDF-Moderatorin Marietta Slomka verteidigt. Das mag für einen Apparatschik eine Selbstverständlichkeit sein. Doch es spricht Bände, was eine führende Sozialdemokratin über die journalistische Freiheit von ARD und ZDF denkt.

Dass auch noch ausgerechnet der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerprädient Horst Seehofer seinen politischen Gegner Sigmar Gabriel mediale Schützenhilfe gibt, demaskiert die Haltung der Parteien zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk endgültig. Die Parteipolitiker betrachten ARD und ZDF als ihr Quasi-Eigentum. Das ist der eigentliche Skandal.

Es ehrt ZDF-Intendanten Thomas Bellut, dass er in dem Mainzer Sender mittlerweile ein journalistisches Klima geschaffen hat, dass kritische Interviews mit Politikern wie Gabriel ermöglicht. Marietta Slomka hat hartnäckig, kompetent und kritisch bei Gabriel nachgefragt, wie es Millionen von Gebührenzahler von einer Nachrichtenmoderatorin erwarten. Die sieben Minuten Interview waren einer der eher seltenen Sternstunden des unabhängigen Journalismus in öffentlich-rechtlichen Anstalten.

Wenn kritisches Nachfragen vom SPD-Vorsitzenden Gabriel, seiner Generalsekretärin Nahles und seinem medienpolitischen Sympathisanten Seehofer als Majestätsbeleidigung verstanden wird, dann haben die Politiker nicht die Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einer Demokratie verstanden. Sollte ein ZDF-Verwaltungsrat wie Seehofer gar per SMS und Brief Druck auf das ZDF ausgeübt haben, ist das ein weiterer Beweis für eine unzulässige, dreiste Einmischung in die redaktionelle Unabhängigkeit.

Die Staatsferne gehört zu den theoretischen Grundprinzipien. Die redaktionelle Unabhängigkeit muss unangetastet bleiben. Gerade aus den Erfahrungen der Weimarer Republik und später des Nationalsozialismus wollten die Briten, Amerikaner und Franzosen einen unabhängigen, kritischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk schaffen.

Kommentare (20)

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Account gelöscht!

02.12.2013, 14:32 Uhr

Wie in Nordkorea muss man zwangweise Staats-Propaganda-GEZ-TV in Deutschland bezahlen, diesen dämlichen Qurk der auf 21 Sendern jedentag die Promies reich macht und den Michel manipuliert und verblödet.

Die Grinsgesichter auf ARD und ZDF kann man nicht mehr sehen und hören. Diese Hirn-Infusion - gefiltert und verdummend.

WEG DAMIT. BOYKOTT !

RumpelstilzchenA

02.12.2013, 14:34 Uhr

".... Dabei sind die Gebührenzahler die Eigentümer der Sender – nicht die Politik..."

Sie irren sich gewaltig, die Gebührenzahler finanzieren die Propagandisten nur. Politiker bestimmen das Programm. Frau Slomka vertritt unmissverständlich die EURO-Fantasten!

senfra

02.12.2013, 14:41 Uhr

Öffentlich...OK, Rechtlich? die Lachnummer.

Mit Zwangs GEZ !

Politiker und andere nutzlose Machtgierige
propagandieren auf Kosten der Zwangszahler!

Und der Nickneger freut sich....und zahlt

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