Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.05.2014

13:29 Uhr

Der Medien-Kommissar

Das Methusalem-Fernsehen

VonHans-Peter Siebenhaar

Die Fernsehsender haben ein Problem, die tägliche Sehdauer geht weiter zurück. Die jüngere Zielgruppe wendet sich immer stärker dem Internet zu. Das hat Folgen: ARD und ZDF überaltern noch schneller.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Im weit verzweigten Medienimperium der ARD gibt es viele Ableger. Manche von Ihnen fristen ein Schattendasein. Dazu gehört die wissenschaftliche Gratis-Zeitschrift „Media Perspektiven“, die von Helmut Reitze, Intendant des Hessischen Rundfunks, herausgegeben wird. Das meerblaue Heft in einer Auflage von 6.100 Exemplaren weist in schöner Regelmäßigkeit empirisch nach, welche Großtaten der öffentlich-rechtliche Rundfunk für seine Gebührenzahler erbringt.

So viel PR langweilt natürlich und hat in der Regel keine Resonanz. Doch die neue Nummer Drei ist überaus lesenswert. Darin legen die „Media Perspektiven“ detaillierte Daten auf den Tisch, die bei genauerem Besehen für eine Sinnkrise ausreichen dürften.

Das Internet fordert vom Konkurrenzmedium Fernsehen nämlich immer deutlicher seinen Tribut. Die TV-Nutzung in Deutschland geht zurück. Zum vierten Mal sank die tägliche Nutzung der Glotze. Im vergangenen Jahr waren es noch 221 Minuten pro Tag – zwei Jahre zuvor 225 Minuten. Der Rückgang ist auf den ersten Blick nicht groß. Doch die Tendenz ist klar: es geht bergab.

Das größte Problem dabei ist die Überalterung der TV-Zuschauer. Für die unter 30-Jährigen gehört das Einschalten des Fernsehapparats mittlerweile nicht mehr zum alltäglichen Ritual. Die 14- bis 19-Jährigen gucken laut „Media Perspektiven“ täglich nur noch 92 Minuten. Hingegen steigt der Fernsehkonsum der über 60-Jährigen. Gerade rund um das Renteneintrittsalter kommt diese Altersgruppe auf einen mehr als dreimal so hohen Fernsehkonsum wie die junge Internetgeneration.

Das Fernsehen steuert in ein Methusalem-Komplott. Ihm droht die Vergreisung. Vor allem ARD und ZDF leider unter der Entwicklung. Denn ihre Quoten sind stark – dank der älteren und alten Zuschauer. Die öffentlich-rechtlichen vereinigen inklusive ihrer Dritten Programme mittlerweile mehr als die Hälfte aller Zuschauer über 50 Jahre. Hingegen in der Altersgruppe darunter, der 14- bis 49-Jährigen, spielen sie nur noch in der zweiten Liga.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

05.05.2014, 15:07 Uhr

Die öffentlich-rechtlichen haben auch alle einen youtube Kanal.
Frage: Müssen die dafür eine Gebühr bezahlen, oder dürfen die sich dort kostenlos weltweit verewigen?

Account gelöscht!

05.05.2014, 15:28 Uhr

Der größte Fehler der Öffentlichen ist, dass sie die Zuschauer nerven mit den dauernden Hinweisen auf die albernen "Zusatzinformationen im Internet."
Wobei jeder weiß, dass das nur deshalb laufend gesagt wird, um zu begünden, warum dafür jetzt auch noch Geld zum Fenster hinausgeworfen wird.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×