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14.04.2014

15:15 Uhr

Der Medien-Kommissar

Das vergessene Europa

VonHans-Peter Siebenhaar

Auf dem Balkan wird die Medienfreiheit klein geschrieben. Das bekommt auch der frühere Pro-Sieben-Chef Dejan Jocic in Serbien zu spüren. Die national-populistische Regierung verweigert ihm die Sendelizenz.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Klare Verhältnisse im kleinen Balkan-Land Mazedonien: Das in Westeuropa nahezu unbekannte Staatsoberhaupt Djordje Ivanov wurde mit einer knappen Mehrheit im Amt bestätigt, auch wenn er wegen eines komplizierten Wahlrechts sich noch einer Stichwahl stellen muss. Doch das ist eher eine Formalie.

Das Ergebnis für den national-konservativen Politiker wäre nicht ohne die nahezu vollständige Kontrolle der Medien in dem zwei Millionen Einwohner großen Land zustande gekommen. Der oppositionelle Sender A 1 wurde bereits vor drei Jahren geschlossen, unliebsame Blätter schickt man wegen angeblichen Steuerbetrugs ins wirtschaftliche Abseits. Mazedonien ist mittlerweile auf Platz 123 der weltweiten Ranking-Liste in Sachen Pressefreiheit abgerutscht, knapp vor der Ukraine. Doch der EU-Beitrittskandidat ist keine Ausnahme. In Montenegro müssen kritische Journalisten um ihre körperliche Unversehrtheit fürchten, in Ungarn sind die Massenmedien bereits gleich geschaltet.

Auf dem Balkan, dem vergessenen Teil Europas, führt die Medienfreiheit ein jämmerliches Schattendasein – ein Vierteljahrhundert nach dem Ende der kommunistischen Diktaturen. Ein besonders krasses Beispiel ist Serbien. Dort kämpft der frühere Pro-Sieben-Chef Dejan Jocic bislang vergeblich um eine Sendelizenz. Der deutsche Fernsehmanager spürt mit voller Wucht die Willkür der Medienaufsicht, die vom starken Mann Serbiens, den Nationalpopulisten Aleksandar Vucic, gelenkt wird.

Gegenüber einer alten, leeren Fabrik am trostlosen Stadtrand von Belgrad steht die neue Fernsehwelt von Jocic. Auf dem weitläufigen Gelände gibt es verschiedene Hallen. In einer ist das nagelneue Nachrichtenstudio des serbischen Privatsenders TV Nova untergebracht. Aus diesem hypermodernen Studio liefert Jocic unabhängige Nachrichten und freimütige Talkshows in die Wohnzimmer des Balkanlandes. TV Nova fragt in seinen Sendungen „Gibt es eine Opposition in Serbien?“ und thematisiert die Medienzensur im Land. Der Sender greift das politische Establishment an. Doch das schlägt zurück.

Kommentare (1)

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14.04.2014, 18:46 Uhr

Medienfreiheit??? Gerade einmal 4 oder 5 Konzerne weltweit bestimmen,was geschrieben werden darf. Die anderen schreiben unkommentiert und unreflektiert ab.
Kien Redakteur ist so dumm und schreuibt seine abweichende Meinung. Am selben Tag wäre er ohne Job. Deswegen nur Einheitsbrei in der "westlichen" Welt.

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