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30.09.2013

17:13 Uhr

Der Medien-Kommissar

Der unberechenbare Zuschauer

VonHans-Peter Siebenhaar

Die klassische TV-Werbung läuft in die Altersfalle. Immer mehr Junge verabschieden sich vom linearen Fernsehen. Der Marktführer RTL probiert es nun mit Bezahlfernsehen.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Wenn es eine Branche gibt, die sich die Welt schön reden kann, dann ist es das Fernsehen. Während die Buchbranche sich vor dem Ende des gedruckten Buches fast zu Tode fürchtet, die Zeitungsbranche sich seit Jahren in Selbstzerfleischung übt, schaffen es die Fernsehsender immer noch wunderschöne Kulissen einer heilen TV-Welt aufzubauen.

Dabei herrscht hinter den bunten und blickenden Fassaden große Nervosität. Durch das Internet und der boomenden Nutzung von mobilen Endgeräten wie iPad oder Smartphones laufen den Sendern die jungen Zuschauer in Scharen weg. Sie wollen keine Programmdirektoren mehr, sondern lieber selbst Regie führen, welche Inhalte sie wann konsumieren wollen. Der Zuschauer ist zum Leidwesen der Sener ein unberechenbarer Zeitgenosse geworden.

Es gibt noch ein zweites Problem: den Werbemarkt. Mit Tränen in den Augen erinnert sich noch mancher älterer Fernsehmanager an die Neunziger Jahre als das Geld wie von selbst den Sendern zuflog. Damals war Deutschland das TV-Land, in dem Milch und Honig floss. Lange ist's her. Heute wirft die Werbewirtschaft den Sendern schon lange nicht mehr ihr Geld hinterher. Im Gegenteil: der TV-Werbemarkt stagniert inflationsbereinigt seit Jahren. Die Sender müssen daher nach Alternativen Ausschau halten.

RTL-Vorstandschef Anke Schäferkordt startet daher einen spannenden Laborversuch. Nämlich einen qualitativ anspruchsvollen Dokumentationssender unter der Marke „Geo“. Das Besondere: der Zuschauer muss für das Programm zahlen. Bereits in den ersten sechs Monaten des kommenden Jahres soll der Pay-TV-Sender „Geo Television“ starten. Während die bereits 2006 Bezahlsender „RTL Crime“, „Passion“ und „RTL Living“ nur preiswerte Abspielflächen durchgenudelter Serien, Soaps, Romanzen und Krimis sind, fischt „Geo Television“ im Premiumsegment – eine Premiere für RTL.

Kommentare (1)

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30.09.2013, 17:31 Uhr

Na toll, dann ist sicherlich auch die Werbung "Premium" - Quality. Also: abschalten, oder erst gar nicht anmachen...

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