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31.08.2015

16:49 Uhr

Der Medien-Kommissar

Die Gier von ARD und ZDF

VonHans-Peter Siebenhaar

Das anachronistische System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verlangt mehr Geld. Warum eigentlich? Mit einer Verschmelzung der Anstalten ARD und ZDF könnten Milliarden gespart werden.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Das ZDF hat die Katze aus dem Sack gelassen. Die Mainzer Rundfunkanstalt verlangt ab 2017 zusätzlich 383 Millionen Euro. Zufall oder nicht? Auch die ARD forderte vor ein paar Tagen fast genau den gleichen Betrag, nämlich 396 Millionen Euro, für die nächste Gebührenperiode bis 2020.

Das Verfahren, um den Bürgern mehr Geld aus der Tasche zu leiern, ist absurd. Die Rundfunkanstalten melden ihren Bedarf an zusätzlichen Millionen bei der Finanzkommission KEF an, die sinnigerweise gleich im Schloss der rheinland-pfälzischen Landesregierung sitzt. Die sich formell als unabhängig empfindenden Damen und Herren der KEF reichen dann ihre Empfehlung an die Landesregierungen weiter, die in der Regel grünes Licht geben.

ARD und ZDF: Öffentlich-Rechtliche wollen Sperrkonten plündern

ARD und ZDF

Öffentlich-Rechtliche wollen Sperrkonten plündern

Die Öffentlich-Rechtlichen möchten wegen wachsender Kosten ran an den Überschuss aus dem Rundfunkbeitrag, der auf Sperrkonten eingefroren ist. Von Beitragserhöhung ist zunächst aber nicht die Rede.

Das Vorgehen zur Ermittlung, wie viele Milliarden Euro ARD und ZDF gerne so hätten, ist ein anachronistisches Ritual. Denn die Methode machte Deutschland zum Land mit dem teuersten öffentlich-rechtlichen Rundfunk in ganz Europa. Mehr als acht Milliarden Euro werden Bürgern und Unternehmen über eine Zwangsgebühr – im Bürokratie-Deutsch Haushaltsabgabe – abgepresst.

Dieses Gebührensystem führte zu der absurden Situation, dass die Kassen derzeit überquellen, obwohl die Rundfunkanstalten auf allen Kanälen jahrelang das Gegenteil verkündeten. Allein bis zum nächsten Jahr erzielen ARD und ZDF Mehreinnahmen von weit über eine Milliarde Euro. Dieser Geldbetrag liegt auf ein Sperrkonto. Doch die Intendanten lassen keine Zweifel, dass sie an dieses große Stück Wurst unbedingt heranwollen.

Die Chancen dafür stehen gut. Von der Union über SPD, Grüne und Linken ist der Kampfeswillen, das absurd teure System von ARD und ZDF grundlegend zu reformieren, gering bis gar nicht vorhanden. Nur Teile der CSU und die in den Landtagen kaum noch vertretene FDP mosern bisweilen über die Geldgier in den Rundfunkanstalten – doch bislang ohne Folgen.

Kommentare (12)

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Herr Frank Frei

31.08.2015, 17:02 Uhr

ZDF und ARD brauchen halt sehr viel Geld für die Umerziehung des störrischen Volkes.

Gerade momentan zeigt sich doch, dass viele Menschen nicht mehr glauben, was die Öffentlich-Unrechtlichen Sender bringen.

Dagegen muss man mit noch größeren medialen Geschützen feuern - und das kostet halt Geld. Fragen Sie mal Herrn Joseph G., wie viel Kohle gute Propaganda verschlingt!

Herr Roland Magiera

31.08.2015, 17:03 Uhr

Warum eigentlich?

Ganz einfach, der ÖR hat erkannt, wie wichtig er in seiner Funktion als Staatsfunk mit der einen Aufgabe die Wünsche der Mächtigen unreflektiert ans Volk durchzureichen für die gegenwärtige politisch Kaste geworden ist. Aus dieser enormen Bedeutung für die staatliche Propaganda lassen sich natürlich leicht derart dreiste Forderungen ableiten.

Allerdings sollte der ÖR/Staatsfunk nicht immerzu so übertreiben, wenn ein ÖR-Mensch weint, weil ein Busfahrer Hallo zu den Migranten sagt, dann sorgt das höchstens noch für Lachtränen.

Derzeit ist der ÖR vollkommen belanglos und die reine Geldverschwendung, nix besser als die Privatsender, nicht einmal gute Dokus können die noch produzieren, fast überall steht
BBC drauf. Und wenn sie doch mal wieder eine eigene Tierdoku zeigen, dann scheint es ein ungeschriebenes Gesetz zu geben, die Tiere aus sämtlichen Perspektiven wenigstens 20% der Zeit beim Rammeln zu zeigen.

Herr Matthias Moser

31.08.2015, 17:05 Uhr

Die Budgetforderungen von ARD und ZDF sind unmäßig und völlig unbegründet. Beide Sender sollten endlich die Spartenprogramme und Digitalkanäle einstampfen. Es reicht ZDF und ZDFneo, sowie ARD und manche Dritte, der Rest ist Luxus und muß - wenn beibehalten - anders finanziert werden.

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