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18.11.2013

17:30 Uhr

Der Medien-Kommissar

Die große Täuschung

VonHans-Peter Siebenhaar

Die neue Rundfunkgebühr beschert ARD und ZDF mehr Geld als bisher angekündigt. Aus dem Haushaltsplan des ZDF geht hervor: Der Gebührenrundfunk kann 2014 mit jährlichen Mehreinnahmen von 100 Millionen Euro rechnen.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Seit Jahren predigen ARD und ZDF, die neue Rundfunkgebühr sei aufkommensneutral. Tatsächlich sprudeln die Zwangsgebühren besser, als uns die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bislang vorgaukeln. Aus dem Haushaltsplan des ZDF für 2014, der dem Handelsblatt vorliegt, geht hervor, der Gebührenrundfunk kann mit jährlichen Mehreinnahmen von rund 100 Millionen Euro rechnen. Das ist deutlich mehr als die kürzlich veröffentlichte Schätzung der unabhängigen Finanzkommission KEF, die von 80 Millionen Euro Mehreinnahmen ausgeht.

Im Haushaltsplan des ZDF ist auf Seite 37 aufgelistet, dass die Mainzer einen Anstieg ihres Anteils der  Rundfunkgebühren von 24,962 Millionen Euro im kommenden Jahr erwarten. Somit nehmen sie im Jahr 2014 allein 1,766 Milliarden Euro an Rundfunkgebühren ein – ein historischer Rekord. Der Anteil des ZDF an den Rundfunkeinnahmen in Deutschland beträgt seit Jahresbeginn 24,29 Prozent der monatlichen Gebühren.

Auch die Werbeeinnahmen sprudeln 2014 laut Haushaltsplan wieder kräftig. Sie sollen um 21,1 Millionen Euro auf 137,70 Millionen Euro steigen – nicht zuletzt dank Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien und Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi. Summa summarum plant ZDF-Chef Thomas Bellut mit einem Etat von 2,063 Milliarden Euro. So viel Geld stand der Mainzer Anstalt noch nie zur Verfügung.

Die monatliche Rundfunkgebühr von 17,98 Euro ist seit 2013 für alle Haushalte und Unternehmen zu zahlen, unabhängig davon, ob sie die Angebote von ARD, ZDF oder Deutschlandradio nutzen.

Wie großzügig die Anstalten mit den ihnen anvertrauten Millionen umgehen, zeigt der Sportetat des ZDF für das kommende Jahr. Seit Jahren kaufen ARD und ZDF im Sportbereich jedes Senderecht, das zu bekommen ist. Ob es sich wirtschaftlich rechnet, hat dabei noch nie eine Rolle gespielt. Im kommenden Jahr veranschlagt das ZDF für die Fußball-WM, die Olympischen Winterspiele und die Leichtathletik-Europameisterschaft insgesamt 164 Millionen Euro.

Kommentare (8)

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Lutz

18.11.2013, 17:58 Uhr

Napoleon sagte: „Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie.“ Mehrere hundert Jahre später hat sich daran offenbar nicht viel geändert...



RalphFischer

18.11.2013, 17:58 Uhr

Keine Chance, zu viele Versorgungsposten für ausrangierte Altpolitiker...

Wer ist schon so blöd, da dran zu schrauben ?

RumpelstilzchenA

18.11.2013, 18:12 Uhr

Die Gebührenerhöhung war doch abzusehen! Propaganda hat seinen Preis.
Nun fehlen nur noch die Volksempfänger, damit die Berieselung flächendeckend erfolgen kann.

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