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17.02.2014

14:29 Uhr

Der Medien-Kommissar

Erbarmen mit „Wetten, dass...?“

VonHans-Peter Siebenhaar

Die Zeit der klassischen Familienunterhaltung aus dem späten 20. Jahrhundert ist abgelaufen. Liebes ZDF, lasst die „Wetten, dass..?“ nach 33 Jahren in Würde sterben und habt den Mut zu einem Neuanfang im Programm!

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Die schlechte Nachricht zuerst: Die ZDF-Show „Wetten, dass..?“ geht weiter – mindestens bis 2015. Denn so lange sind die Hallen für die Live-Sendung bereits von der TV-Anstalt angemietet. Die gute Nachricht: Hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Angesichts der katastrophalen Quoten für den Moderator Markus Lanz und seinem unternehmerischen Partner Markus Heidemanns wird offenbar immer mehr Verantwortlichen klar, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Doch noch bringen ZDF-Intendant Thomas Bellut und sein Intimus, ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler, nicht den Mut zu einer Kehrtwende auf.

Die Mainzer Führungsspitze lässt daher die „Spiegel“-Meldung dementieren, „Wetten, dass..?“ könnte vom Samstagabend auf einen Wochentag verlegt werden. Dabei ist klar: der Handlungsdruck auf das ZDF wächst. Denn die Zuschauer entscheiden per Fernbedienung. Und das Ergebnis ist für die vor 33 Jahren gestartete Unterhaltungssendung im Zweiten bitter.

Der Erfinder des Showformats, Frank Elstner, erreichte in seinen besten Zeiten über 23 Millionen Zuschauer. Im Jahr 1990 schaffte es Entertainer Thomas Gottschalk, knapp 21 Millionen Gebührenzahler anzulocken. Bei Lanz versammelten sich zuletzt kaum mehr als sechs Millionen Zuschauer vor der Mattscheibe. Der 44-Jährige hat die Quote in seiner kurzen Amtszeit halbiert. Mittlerweile lockt sogar die unsägliche „Dschungelshow“ von RTL mehr Menschen vor den Bildschirm als „Wetten, dass..?“. Das spricht Bände.

Doch es wäre unfair, Markus Lanz und seinem Hamburger Kompagnon Markus Heidemanns zu 100 Prozent die Schuld am raschen Niedergang von „Wetten, dass..?“ zu geben. Natürlich ist mittlerweile klar, dass der Südtiroler schlichtweg eine Fehlbesetzung ist, natürlich sind auch viele Wetten und manche Gäste peinlich und überflüssig.

Doch viel schwerer wiegt: Die Zeit für klassische Familienunterhaltungsformate wie „Wetten, dass..?“ ist schlichtweg abgelaufen. In Zeitalter des Internet und des größten Free-TV-Angebots in Europa kommt es der Quadratur des Kreises gleich, höchst unterschiedliche Zielgruppen noch stundenlang vor einem Bildschirm zu versammeln.

Kommentare (4)

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Ossi

17.02.2014, 15:02 Uhr

"Wetten,dass.." mit Marcus Lanz haben wir richtig lieb gewonnen. Immer wenn die Sendung beginnt schalten wir unser Fernsehgerät aus und machen uns einen schönen Abend.
Das finden meine Frau und ich recht gut. Deshalb liebes ZDF bitte "Wetten,dass..." nicht absetzen!

Account gelöscht!

17.02.2014, 17:40 Uhr

Das ZDF hat nicht den Mut, einzugestehen, das die Zeiten des sogenannten 'Flagschiffes' längst abgelaufen sind. Längst ist es nur noch ein alter, rostiger und dahindümpelnder Dampfer, bei dem der Lack längst ab ist und den man versucht, mit Hilfe eines Badewannenkapitäns über Wasser zu halten. Anstatt sich neuen Ideen zu öffnen will man den Untergang des 33 jährigen Schlachtschiffes lieber mit Pauken und Trompeten zelebrieren ganz so, wie bei der Titanic, die ja bekanntlich auch unsinkabar war.
Es wird schon seinen Grund gehabt haben, warum die Sendung niemand nach Gottschalk machen wollte. Mit M. Lanz hat sich allerdings ein Dummer gefunden, der sich zweifelsohne, gnadenlos selbst überschätzt hat.

In diesem Sinne, erwarte ich einen gradiosen Untergang, den ich alledings nicht live erleben werde.

DvB

18.02.2014, 09:34 Uhr

Der Kommentator schreibt:

Der kongeniale Pro-Sieben-Schauspieler Christoph Maria Herbst trommelt in der ZDF-Dauerwerbesendung für seinen Kinofilm „Stromberg“

Warum eigentlich kongenial? Ist Herbst ähnlich gut wie das Format „Wetten Dass“? Oder in seiner Genialität passend zu der von Udo Jürgens? Beide Aussagen sind sinnlos:
• Stromberg ist seit Jahren Mega-erfolgreich; eben in einem völlig anderen Zustand als der hier zu Recht beklagte von „Wetten Dass“.
• Und auch wenn „der Bernd“ schon mal für die Geschäftsleitung bei der Betriebsfeier den Schlagerfuzzi gibt („Ich will zahn nackte Friseusen!“), so ist er nie und nimmer der Udo Jürgens des deutschen Büroalltags.
Ohne die Vorsilbe „kon“ wird ein Schuh draus („Ach was, ne ganze Schuh-Fabrik“): CMH ist halt genial, einfach genial.

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