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29.06.2015

11:35 Uhr

Der Medien-Kommissar

Formel 1 auf Schleuderkurs

VonHans-Peter Siebenhaar

Die Formel 1 steht vor einem Besitzerwechsel. Dabei ist die Königsklasse des Motorsports in einer schweren Krise. Die Zuschauerzahlen sinken weltweit, Fans wenden sich ab und viele Akteure sind stocksauer.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Wenn am nächsten Sonntag beim Formel 1-Rennen im britischen Silverstone Nico Rosberg und Lewis Hamilton ihre Runden drehen, wird die Spannung abseits der Rennstrecke größer sein als am Ring. Das liegt nicht nur daran, dass die beiden Mercedes-Fahrer derzeit die Konkurrenz fest im Griff haben und daher für Langweile auf der Zuschauertribüne und vor dem Fernseher sorgen.

Nur der bevorstehende Verkauf der Formel 1 an das arabische Scheichtum Katar und den amerikanischen Investor Stephen Ross, dem bereits die Football-Mannschaft Miami Dolphins gehört, sorgt hingegen für Spannung. Das Duo will 35,5 Prozent der Formel 1 erwerben. Angeblich soll der Anteil noch bis acht Milliarden Dollar wert sein. Doch niemand weiß das so richtig genau in diesen Krisenzeiten. Zuletzt erzielte die Rennsportserie einen Umsatz von 1,7 Milliarden Dollar. CVC hatte bereits zweimal vergeblich versucht, die Königsklasse des Motorsports an die Börse zu bringen.

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Der Rennzirkus verliert Zuschauer. Das frustriert Sponsoren, Streckenbetreiber, Teams und Fahrer. Die meisten Autokonzerne wenden sich ab, denn nur wenige Rennställe haben die Mittel, um ganz vorn mitzumischen.

Im Hintergrund wirbelt bei dem geplanten Milliarden-Deal auch der ehemalige Kirch-Vize Dieter Hahn mit. Hahn ist Großaktionär bei der börsennotierten Constantin Medien AG in München. Es handelt sich um das Nachfolgeunternehmen von EM.TV, die einst an der Formel 1 maßgeblich beteiligt waren. Der Sportrechtespezialist Hahn, der als Konzernlenker unter seinem Ziehvater Leo Kirch einen der spektakulärsten Nachkriegspleiten in Deutschland hingelegt hat, soll sich künftig um eine bessere Vermarktung kümmern. Ein paar Prozent an Anteilen sollen für den bulligen Manager aus dem Ruhrgebiet auch abfallen, wie mir ein Formel-1-Insider verriet.

Der sich anbahnende Eigentümerwechsel ist zweifellos einer der spannendsten Mediendeals dieses Jahres. Die zentrale Frage aber ist: Wie viel ist die weltgrößte Auto-Rennsportserie denn überhaupt noch wert?

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