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05.12.2016

17:43 Uhr

Der Medien-Kommissar

Grünes Licht für ARD-Chefin

VonHans-Peter Siebenhaar

Die Juristin Karola Wille ist als MDR-Intendantin wieder gewählt. Angesichts der gewaltigen Herausforderungen, vor denen die ARD steht, ist das eine gute Nachricht für die Reformkräfte im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Karola Wille hatte sich nach der Falschmeldung der „Bild“-Zeitung, dass die ARD künftig auf nur noch vier Anstalten zusammengestutzt werden sollte, auffällig zurückgehalten. Dabei hätte die ARD-Chefin durchaus viel zum Thema zu sagen gehabt. Schließlich ist die ehemalige DDR-Juristin, die einst sogar das Parteibuch der SED besaß, eine der Vordenkerinnen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Doch die charmante Rundfunkmanagerin hielt sich im Streit um eine Modernisierung des verkrusteten Rundfunksystems auffällig bedeckt. Das hatte einen guten Grund. Sie wollte ihre eigene Wiederwahl als Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) nicht gefährden. Dieses Verhalten ist typisch für 57-Jährige. Sie hat ein feines Gespür dafür, was geht oder auch nicht. Willes Taktik führte nun zum Erfolg: Sie wurde vom MDR-Rundfunkrat für weitere sechs Jahre gewählt. Die neue Amtszeit der konsequenten Managerin beginnt im November 2017.

Ihre Verlängerung ist eine gute Nachricht für die Krisen gebeutelte ARD. Denn damit wurde einer Modernisiererin der Rücken gestärkt. Im eigenen Haus hatte die MDR-Intendantin nach bleiernen Jahren unter ihrem Vorgänger Udo Reiter Reformen wie moderne Compliance-Regeln durchgesetzt, die Redaktionen für das digitale Medienzeitalter umgebaut und dabei den Qualitätsjournalismus nicht vernachlässigt.

Die Herausforderungen für die ARD sind gewaltig. Für die öffentlich-rechtliche Sendergemeinschaft kam es zuletzt knüppeldick. Die für den Rundfunk zuständigen 16 Bundesländern haben den Intendanten aufgetragen, sich quasi neu zu erfinden. Selbst in den eigenen Reihen wird die Nase über kleine Rundfunkanstalten wie dem Saarländischen Rundfunk oder gar Radio Bremen gerümpft. Doch eine Zusammenlegung zu größeren Einheiten innerhalb der 23.000 Mitarbeiter großen ARD kommt für die Anstalten noch nicht in Frage. Deshalb konnte die ARD zuletzt einen Bericht der „Bild“-Zeitung über eine Zusammenlegung der Anstalten zu vier großen Rundfunkeinheiten in Süd, Nord, West und Ost so schnell und hart dementieren. Der wirtschaftliche Druck ist bislang noch gering, denn schließlich erhalten ARD, ZDF und Deutschlandradio jährlich mehr als acht Milliarden Euro von den Gebührenzählern. Durch die Umstellung auf eine Haushaltsgebühr vor drei Jahren sprudeln die Zwangsgelder der Bürger und Unternehmen wie nie zuvor in der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

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