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10.08.2015

16:01 Uhr

Der Medien-Kommissar

Im Jurassic Park des Fernsehens

VonHans-Peter Siebenhaar

Die Internet-Revolution bedroht das lukrative TV-Geschäft der globalen Medienkonzerne. An der Börse stürzen die Aktien bereits ab. Ist das Fernsehen, wie wir es kennen, zum Aussterben verdammt?

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Plötzlich erscheint das Fernsehgeschäft wie der Tyrannosaurus Rex im Jurassic Park. In der vergangenen Woche sind die Aktien der großen amerikanischen Fernsehkonzerne abgestürzt. Egal ob Walt Disney (Disney Channel, Super RTL), Viacom (MTV, Nick, Paramount), Time Warner (CNN, Cartoon Networks, Warner Bros.), 21st Century Fox (Sky) oder Discovery (Eurosport, Dmax) – plötzlich erscheinen die globalen Giganten vielen Investoren wie Medien-Dinos in einen Horror-Film für Anleger. Denn immer mehr Strategen wird klar, dass die Internet-Revolution das bisherige TV-Geschäft, das sich aus Kabel-Gebühren und Werbung speist, schon in naher Zukunft eine ernsthafte Bedrohung für die Spezies Fernsehen ist.

Die digitale Revolution ist längst voll im Gange. Die Videoplattformen, allen voran die börsennotierte Videoplattform Netflix und die werbefinanzierte Google-Tochter Youtube, drohen das Quasi-Monopol der amerikanischen Mediengiganten langsam, aber sicher zerbröseln zu lassen. Über Jahrzehnte hieß es „Content is King and distribution King Kong“. Denn ohne die Macht über den Vertrieb nutzt der schönste Inhalt nichts. Diese DNA der Fernsehbranche wird gerade durch immer neue Konkurrenten unwiderruflich zerstört.

Der Vertrieb von audiovisuellen Inhalten wächst und wächst. In dieser Woche startet Facebook einen neuen Live-Videokanal für Prominente. Stars können über das soziale Netzwerk live ihre eigenen Videoaufnahmen ins Internet stellen, die dann gratis abrufbar sind. Der Schauspieler Dwayne Johnson, der Fußballspieler Kaká und die Tennisspielerin Serena Williams sind bereits von Anfang an dabei. Ähnlich wie bei den Streamingdiensten Periscope und Meerkat können dort Berühmtheiten ihre Aficionados rund um die Uhr mit Klatsch und Tratsch versorgen.

Wie groß die Macht der digitalen Herausforderungen ist, zeigt der Boom non-linearer TV-Angebote. Die Zahl der angesehenen Filme im Internet wächst rasant. Allein Facebook verzeichnet mehr als vier Milliarden Videoangebote pro Tag, wie Gründer und Konzernchef Mark Zuckerberg bereits im April verkündete. Ein Ende des Wachstums ist Dank der noch immer stark steigenden Anzahl von Smartphones nicht zu Ende.

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