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08.09.2015

14:20 Uhr

Der Medien-Kommissar

Machen die ARD-Töchter die Marktpreise kaputt?

VonHans-Peter Siebenhaar

Ein Gutachten erhebt schwere Vorwürfe gegen Bavaria Film wegen Billigstangeboten. Die Kartellwächter sollen gegen die öffentlich-rechtlichen Töchter einschreiten, um einen unfairen Wettbewerb zu beenden.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Wettbewerbsexperte Rupprecht Podszun ist einer, der durchaus gerne provoziert. Das hat er bereits vor anderthalb Jahrzehnten als Student mit seinem Buch „Die verkalkte Republik“ bewiesen. Mit seinem jüngsten Gutachten zum kartellrechtswidrigen Verhalten von ARD und ZDF, das dem Handelsblatt vorliegt, ist ihm abermals eine Provokation gelungen.

Denn der Bayreuther Jura-Professor fordert in seiner Studie, das Kartellamt müsse schleunigst einschreiten, denn die Töchter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wie Bavaria Film würden mit Niedrigpreisangeboten private Dienstleister aus dem Markt drängen.

„Dadurch wird die Marktstruktur nachhaltig geschädigt und eine Monopolisierung betrieben“, warnt der Hochschullehrer. „Marktzutritte werden unmöglich, Innovation gehemmt.“ Die Studie wurde von der Allianz Unabhängiger Filmdienstleister in Auftrag gegeben, die seit längeren die Praxis der Tochterfirmen von ARD und ZDF scharf kritisiert.

Razzia wegen Preisabsprachen: Kartellamt durchsucht Bavaria-Studios

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Wegen rechtswidriger Absprachen über Preise und Angebote sind die Münchener Bavaria-Studios im Visier des Kartellamts. Beamte haben an zwei Standorten Beweise gesichert. Auch die interne Untersuchung läuft bereits.

Für die Bavaria Film kommt der Angriff des Kartellrechtlers zu einer Unzeit. Erst im Juli hatte das Kartellamt an Standorten der Bavaria Film und des Studios Hamburg bei Durchsuchungen Beweise sichern lassen. Der Grund für die Razzia ist nach Angaben der Bonner Wettbewerbsbehörde der „Verdacht kartellrechtswidriger Preis- und Angebotsabsprachen bei Auftragsvergaben durch Fernsehsender und Produktionsfirmen“. Die Kartellwächter interessieren sich für die Zeit von 2011 bis Anfang 2014. Seit Juli beschäftigt sich auch die interne Revision der Bavaria Film mit den Vorgängen, bestätigte ein Bavaria-Sprecher am Montag. Der zuständige Bavaria-Manager Martin M., der die umstrittenen Aktivitäten leitete, hat bereits das Unternehmen verlassen.

Podszuns Kritik an den kommerziellen Töchtern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist grundsätzlicher Art. Ihm geht es nicht um Einzelfälle, sondern um das System. „Die Anstalten und ihre Tochterunternehmen sind auf den relevanten Märkten marktbeherrschend oder jedenfalls relativ marktmächtig“, ist die Analyse des Juristen. Tatsächlich verliehen die kommerziellen Töchter von ARD und ZDF im großen Stil technische Ausrüstung wie Kameras, Bühnen oder Beleuchtung oder machen die Postproduktion von Filmen.

Kommentare (1)

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Au Lecteur

07.09.2015, 20:33 Uhr

Auf selbige Art und Weise, werden bei ARD & ZDF Spielfilme, Serien, sowie Dokumentarfilme „verwirklicht“. Siehe DEGETO Film.

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