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10.02.2014

17:20 Uhr

Der Medien-Kommissar

Murdoch zeigt es allen

VonHans-Peter Siebenhaar

Geldschein-Torte im Bayerischen Hof zum Gewinn vor Steuern und Abschreibungen: Der Pay-TV-Konzern Sky beweist, dass privates Bezahlfernsehen eine Zukunft hat. Doch über den Berg ist das MDax-Unternehmen noch nicht.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Ein Hauch des legendären Börsenjahres 2000 wehte durch das Dachrestaurant des Münchener Nobelhotels Bayerischer Hof. Der Vorstand des Bezahlsenders Sky hatte eine Hand verlesene Zahl von Journalisten zum Dinner geladen. Serviert wurde unter anderen ein bunter Sky-Recorder mit aufgelegten 500 Euro-Scheinen samt Fernbedienung.

Der Grund für die süße Verlockung: Die deutsche Konzerntochter des Medien-Tycoons Rupert Murdoch hatte nach jahrelanger Durststrecke ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erzielt. Das Ebitda war mit 35 Millionen Euro zwar bescheiden. Doch immerhin: 2012 stand an gleicher Stelle noch ein Minus von 51 Millionen Euro. Sky hat erstmals für ein ganzes Jahr operativ schwarze Zahlen abgeliefert. Das hatte viele für unmöglich gehalten. Ein Grund zum Feiern.

Vorstandschef Brian Sullivan, ein sympathischer, bescheidener Optimist aus Amerika, ist zu Recht stolz auf das Geleistete. Kaum noch jemand wettete vor wenigen Jahren nur einen Euro auf das desolate Bezahlfernsehen, das einst der durch hellseherische Leo Kirch vor Jahrzehnten aus der Taufe gehoben hatte. Ein schlechtes Programmarketing, mieser Kundendienst, komplizierte Technik und komplizierte Abos verdarben damals gründlich das Geschäft. Abonnenten wandten sich mit Grauen ab.

Murdoch, der schon Partner von Leo Kirch beim Vorgänger-Bezahlfernsehen Premiere war, erkannte nach dem von Georg Kofler über die Bühne gebrachten Börsengang seine Chance. Mittlerweile kontrolliert der US-Medienunternehmer Sky komplett. Der Sender ist Teil seines TV-Konzerns 21th Century Fox. Nach einer finanziellen Restrukturierung hat er zusammen mit seinem Sohn James an allen Stellschrauben gedreht, um das Bezahlfernsehen im härtesten Fernsehmarkt Europa aus der Defensive zu holen. Mit Erfolg.

Sein Manager Sullivan hat es geschafft, der Mannschaft in Unterföhring wieder Optimismus zu geben. Noch vor Jahren bekannten Angestellte eher verschämt beim Aschenputtel des deutschen Fernsehgeschäfts zu arbeiten, heute verkünden sie es mit stolz geschwellter Brust. Sky besitzt wieder Glanz. Das kriecht als allen Poren im imposanten Sendergebäude in der Unterföhringer Medienallee.

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