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16.12.2013

16:32 Uhr

Der Medien-Kommissar

Nüsse Knacken mit Po-Backen

VonHans-Peter Siebenhaar

Europas größte Unterhaltungsshow „Wetten, dass..?“ hat kein Problem mit der Zuschauerquote, sondern mit der inhaltlichen Belang- und Niveaulosigkeit. Das ZDF muss endlich seinen Anspruch erfüllen: Qualität.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Markus Lanz und sein Geschäftspartner Markus Heidemanns können scheinbar beruhigt in die Weihnachtsferien fahren. Den Tandem aus Hamburg gelang es, die Quoten-Talfahrt bei Europas größter Unterhaltungsshow „Wetten, dass..?“ zu stoppen. Die Samstagabendshow des ZDF erreichte 6,88 Millionen Zuschauer. Das entspricht einem Plus von über 300.000 Zuschauern zum absoluten Quotentief bei der vorherigen Live-Show.

Heidemanns, der im Sommer die frühere Ehefrau des RTL-Stars Dieter Bohlen, Estefania Küster, geheiratet hat, ist ein in der Branche anerkannter Vollprofi. Seit Anfang 2010 produziert er eine Vielzahl von TV-Sendungen, darunter das ZDF-Talkshowformat „Markus Lanz“, aber auch „Atzes Sommer“ für RTL oder „Das große EM-Grillen“ für den NDR.

Lanz und Heidemanns war für den Sinkflug bei den Quoten viel gescholten worden. Manche im ZDF erinnern sich mit Wehmut an die Quoten-Glanzzeiten von Thomas Gottschalk bei „Wetten, dass…?“. Die herbe Kritik an zu niedrigen Marktanteilen, welche die beiden Inhaber der Hamburger Produktionsfirma mhoch2 aushalten musste, ist unfair. Denn selbst ein Marktanteil von 23,3 Prozent ist für einen einzelnen Sender, angesichts der immer weiter fortschreitenden Fragmentierung des deutschen Fernsehmarktes durchaus respektabel.

Lanz und sein redaktioneller Coach Heidemanns haben am Samstagabend Deutschlands größten Privatsender RTL mit seiner Show „Das Supertalent“ auf Abstand gehalten. Die Bertelsmann-Tochter kam lediglich auf 15,9 Prozent. Ohnehin hat das ZDF bei den Zuschauern ab drei Jahren kurz vor Jahresende mit 12,9 Prozent die Nase vorn. Erst danach folgt die ARD mit 12,1 Prozent und RTL mit 11,4 Prozent.

Lanz und Heidemanns haben kein Quotenproblem, sondern ein inhaltliches Problem. Als der damalige ZDF-Programmdirektor und heutige Intendant Thomas Bellut per Handschlag den Deal mit mhoch2 im März 2012 besiegelte, versprach er sich eine Modernisierung des TV-Klassikers auf ein durchaus anspruchsvolles Niveau. Diese Erwartungen des ehrgeizigen ZDF-Chefs haben Lanz und Heidemanns rundum enttäuscht.

Kommentare (4)

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16.12.2013, 17:14 Uhr

Eines kann Lanz mit Sicherheit nicht: Einen Witz machen. ... Das ist jedesmal so grottenpeinlich, wenn er es wieder einmal versucht hat, dass man vor lauter Schreck einfach nicht verhindern kann, dass es einem dabei die Stiefel auszieht.

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16.12.2013, 17:18 Uhr

Das wirklich erbärmliche ist, dass der Unfug durch GEZ Gebühren (oder wie auch immer das betitelt wird) bezahlt wird. Diese Sendungen gehören samt und sonders abgeschafft, da es m.E. keinem Bildungsbürger klar gemacht werden dann, wieso und wozu öffentlich rechtliches Fernsehen solche Sendungen benötigt. Privatsender sollen machen was sie wollen. Zurück zum GEZ Fernsehen: Ausser zur Selbstbereicherung weniger und Verblödung vieler sind die Sendungen zu wirklich nichts zu gebrauchen. Ausschalten - seine kostbare Lebenszeit sollte man mit diesem Unterhaltungsschrott nicht vergeuden. Aber da kein Leistungsdruck und keine Demokratie diesbezüglich herrscht, werden wir diesen aufoktroyierten Unfug wohl weiter finanzieren müssen.

Lutz

16.12.2013, 17:38 Uhr

Wetten Dass ist die heilige Messe des ZDF.

Bestimmt hat sich das ZDF schon ganze Wetten Dass Infrastrukturen aufgebaut mit
Bürokomplexen, hunderten Mitarbeitern samt Fuhrpark.

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