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04.08.2014

16:03 Uhr

Der Medien-Kommissar

RTL in digitaler Transformation

VonHans-Peter Siebenhaar

Europas größter TV-Konzern bricht mit der Übernahme des amerikanischen Online-Video-Vermarkters SpotXChange zu neuen Geschäften abseits des herkömmlichen Fernsehens auf.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Die Fernsehbranche ist eine Schönrednerbranche. Im Gegensatz zu Zeitungen und Zeitschriften, die seit Jahren ihr eigenes Produkt mit großer Konsequenz zerreden, haben es die TV-Konzerne wie RTL oder Pro Sieben Sat 1 immer wieder zuverlässig geschafft, ihr Stammgeschäft im Scheinwerferlicht glänzen zu lassen.

Dabei tritt der TV-Werbemarkt in Deutschland praktisch seit Jahren auf der Stelle. Sender oder Werbekunden wissen: Das lineare Fernsehen hat seinen Zenit überschritten. Dieser in der Branche unausgesprochenen Wahrheit folgen nun Taten. Angesichts der Wachstumsschwäche des herkömmlichen Fernsehgeschäfts baut die RTL Group ihr internationales Digital-Werbegeschäft aus.

Der in Luxemburg beheimatete TV-Konzern hat SpotXChange, einen Vermarkter für Online-Videowerbung in den USA, vor wenigen Tagen übernommen. Für das in Denver ansässige Unternehmen zahlt die TV-Tochter des Medienriesen Bertelsmann 104 Millionen Euro. Dafür erhält RTL 65 Prozent des Betreibers für den automatisierten Verkauf von Online-Videowerbung.

Das ist finanziell kein riesiger Deal, aber ein strategisch bedeutsamer. Die beiden CEOs Guillaume de Posch und Anke Schäferkordt sprechen von einem „Quantensprung bei der Monetarisierung von Online-Videos“. Ob das wirklich der Fall sein wird, muss sich erst noch erweisen. Auf alle Fälle hat RTL ein Investment in einen Zukunftsmarkt getätigt.

Kommentare (1)

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Herr Miklós Zöldi

05.08.2014, 18:40 Uhr

Sehr geehrter Herr Siebenbauer,

Ich frage mich als ungarischer Fernsehzuschauer, ob ich nicht im flaschen Film bin...1)Seit wann hat Ungarn eine rechtspopulistische Regierung? Meines Erachtens nach regiert hiert momentan die FIDESZ-Partei und die ist eine mittlere, bürgerliche Partei 2)Das Steuergesetz betriff ALLE Medien, nicht nur RTL:

http://www.kozlonyok.hu/nkonline/MKPDF/hiteles/MK14095.pdf

(Was man unter der Regierungszeit des pseudo-sozialisten Gyurcsány erlebte, is Schnee von Gestern...)
3)Wissen Sie wie viele Fernsehsender einem normalen ungarischen Zuschauer zur Verfügung stehen? Nein?
Bitte sehen Sie mal:

http://www.port.hu/pls/tv/tv.prog?i_date=2014-08-05&i_ch=21&i_ch_nr=20&i_layout_id=0

4)Werden diese Sender alle von der ungarischen Regierung unterstützt?
5)Wie viele "nicht unabhängigen" Medien gibt es Ihrer Meinung nach in Ungarn, wenn täglich etwa 10 diframmierende Artikel über den Ministerpräsidenten erscheinen?

Hauptsache, mal mit dem Holzhammer darufgehaut...Ermüdend, ermüdend......


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