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15.05.2017

14:38 Uhr

Der Medien-Kommissar

Tiefpunkt Song Contest

VonHans-Peter Siebenhaar

Die Zuschauer verlieren angesichts des miserablen Abschneidens deutscher Künstler zusehends die Lust auf den Eurovision Song Contest. Die ARD muss endlich einen inhaltlichen und personellen Neuanfang wagen.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Das desaströse Abschneiden der von der ARD in den Himmel gehobenen Levina mit ihrem Allerweltsong „Perfect Life“ beim Eurovision Song Contest (ESC) ist keine Überraschung. Die 26jährige Bonnerin kam bei dem Sangeswettbewerb auf den vorletzten Platz. Levina reiht sich damit in eine Reihe von Verliererinnen ein. Im vergangenen Jahr landete Jamie-Lee mit „Ghost“ sogar auf dem letzten Platz – mit elf Punkten. 2015 in Wien erhielt Ann-Sophie mit dem das Fast-Food-Song „Black Smoke“ nicht einmal einen einzigen Punkt und wurde ebenfalls Letzte.

Das Desaster beim ESC hat Konsequenzen für das Erste. Denn die Zuschauer stimmen über die internationale Musiktalentshow in der ARD auch mit der Fernbedienung ab. In diesem Jahr wurde mit Kiew ein neuer Tiefpunkt erreicht. Nur noch 7,76 Millionen Zuschauer schaltete im Ersten die diesjährige Musikshow aus der ukrainischen Hauptstadt ein. Wie schlecht es um die Zuschauergunst steht, zeigt ein Vergleich: selbst mit einer schon angestaubten Wiederholung der Münsteraner Krimiserie „Wilsberg“ kam das ZDF noch auf stolze 4,83 Millionen.

Nur mit Wehmut kann sich der innerhalb der ARD für den ESC zuständige NDR auf glanzvolle frühere Zeiten zurückblicken. Damals als Lena mit ihrem musikalischen Ohrwurm „Satellite“ den ESC-Sieg holte, saßen noch 13,9 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen in Deutschland. Ein Jahr danach, im Stadion von Düsseldorf, erreichte der ESC mit der charismatischen Lena sogar 14,7 Millionen vor den Fernsehern.

Der ARD und ihrem Song-Contest laufen die Zuschauer reihenweise davon. Schuld daran sind nicht die jungen Künstler, die in einen solchen Unterhaltungszirkus geschickt und verheizt werden. Sie geben wie im Fall von Levina ihr Bestes. Verantwortlich sind vielmehr die Granden des Senders.

Kommentare (1)

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Herr Heinz Keizer

15.05.2017, 17:40 Uhr

"Die ARD muss endlich einen inhaltlichen und personellen Neuanfang wagen"

Bezüglich der ARD stimme ich der Aussage voll zu. Würde allerdings den gesamten öffentlich rechtliche Rundfunk einbeziehen. Bezüglich des Eurovision Song Contest gibt es auch eine andere Alternative: die Unterlassensalternative.

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