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26.09.2016

12:39 Uhr

Der Medien-Kommissar

TV-Kampfplatz der Gefühle

VonHans-Peter Siebenhaar

Das Fernsehduell zwischen Donald Trump und Hillary Clinton wird zum Meilenstein. Früher prägte der Wettbewerb um die besten Informationen Medien und Politik. Heute zählt nur noch die Emotionalisierung.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Wenn Uwe-Karsten Heye aus seiner Zeit als Regierungssprecher unter dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) erzählt, stellt sich bei dem heute 76-Jährigen eine nachvollziehbare Melancholie ein. Als er 1998 ins Kanzleramt in Berlin einzog, sollte mit der höfischen Pressearbeit noch unter Helmut Kohl (CDU) Schluss sein. Alle Journalisten – in- und ausländisch – sollten grundsätzlich den gleichen Zugang zur politischen Macht haben. Der Kampf um die besten Informationen sollte fair und transparent ablaufen – soweit die Theorie. Denn Heye dachte damals, in einer Demokratie entscheiden Informationen über den politischen Meinungsprozess, wie er bei einem Besuch in Wien erzählt. Heute weiß der Vorstandsvorsitzende des Vereins „Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland“: diese Zeiten sind passé.

Was ist passiert? Miriam Meckel, Chefredakteurin der Wirtschaftswoche, brachte es vor wenigen Tagen bei den Österreichischen Medientagen auf den Punkt: Wir leben in einem postfaktischen Medienzeitalter. In der digitalen Welt dominieren nicht mehr Informationen, sondern Emotionen. Der Zugang zu Information – wie noch zu Zeiten eines Regierungssprechers Heye um die Jahrtausendwende – entscheidet in einer heutigen Mediokratie nicht mehr über den medialen Willensbildungsprozess oder gar über Zustimmung beziehungsweise Ablehnung von Politiken.

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Aus dem früheren Marktplatz der Ideen, Informationen und Meinungen ist heute ein Kampfplatz der Gefühle, Verzerrung und sogar Lüge geworden. Meckel hat bei ihrem Auftritt in Wien einen freien und fairen Wettbewerb gefordert.

Die Frage ist nur: Wie kann dieser mediale Raum, in dem Verantwortung, Ehrlichkeit und Würde noch einen Platz haben, überhaupt geschaffen werden? Der Kommunikationswissenschaftler Stephan Ruß-Mohl schlägt ein gemeinsames Anti-Kartellverfahren der USA und der Europa-Union gegen Giganten wie Google, Facebook, Apple, Microsoft und Amazon vor. Doch ist das ein wirksames Mittel für die Rückkehr in das faktische Medienzeitalter? Wohl kaum.

Kommentare (18)

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Frau Annette Bollmohr

26.09.2016, 13:13 Uhr

Ob Gefühle und "Entertainment" (siehe "Anne Will" gestern) oder Gefühle und "Religion":

Hauptsache, man schafft es, die Bürger nicht zum Nachdenken kommen zu lassen.

Account gelöscht!

26.09.2016, 13:21 Uhr

Mehr Lüge, mehr Hetze, mehr Dummheit war in Ihrem Artikel wohl nicht mehr unterzubringen, oder Herr Siebenhaar?

Trump hat in allen relevanten Punkten Recht:
- er wird keine weiteren Muslime mehr ins Land lassen
- er wird die Grenze zu Mexiko sichern
- er wird die Macht der Banken drastisch einschränken
- er wird die TTIP-Verhandlungen stoppen
- er wird sich aus den NATO-Angriffskriegen raushalten

- und insbesondere: er wird keinen Krieg gegen Russland führen! (so wie es diese Clinton-Person tun würde)

Es ist bei Trump eben genauso, wie bei allen anderen Themen: Das genaue Gegenteil von dem, was die deutschen L-Medien behaupten, trifft zu. Darauf kann man sich fest verlassen.

Account gelöscht!

26.09.2016, 13:22 Uhr

DER MEDIEN-KOMMISSAR
TV-Kampfplatz der Gefühle
Das Fernsehduell zwischen Donald Trump und Hillary Clinton wird zum Meilenstein. Früher prägte der Wettbewerb um die besten Informationen Medien und Politik. Heute zählt nur noch die Emotionalisierung.

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Solche Sendungen sind den Stromkosten dafür nicht wert !

Egal welche Politiker um den Posten sich bewerben...

UM WAS ES WIRKLICH GEHT WIRD NIE MITGETEIT !!!

BEIDE LACHEN...und keiner erzählt dem Wähler und den Rest der Welt ...

IN WELCHE EXPLOSIVER ART UND WEISE WIR AM ENDE DES KÖNNENS ANGEKOMMEN SIND...in Wirtschaft und Politik !

Das Volk lernt nichts dazu weil es nicht belastbar ist...und dann nutzen die Politiker diese Wähler bequemlichkeit voll aus...und bringen vergleiche von vor 100 Jahren...aber dabei ist es alles überholt !

:-)))


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