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17.10.2016

15:00 Uhr

Der Medien-Kommissar

Wahrheitsministerium Google

VonHans-Peter Siebenhaar

Mit einer zusätzlichen Funktion will es Google seinen Nutzern ermöglichen, Nachrichten einem Faktencheck zu unterziehen. So sollen falsche Behauptungen und Lügen entlarvt werden. Doch die Idee birgt große Gefahren.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Wir leben im postfaktischen Medienzeitalter. Nicht überprüfbare Informationen und auf Daten basierende Analysen sind immer weniger der entscheidende Parameter für die politische Meinungsbildung in einer Gesellschaft, sondern Gerüchte, Vermutungen, Verschwörungstheorien und sogar Lügen im Netz. Sie schaffen die emotionale Grundlage für immer neue Erregungswellen, auf denen Populisten erfolgreich surfen können. Der Aufstieg rechtspopulistischer Parteien wie der Front National in Frankreich, die AfD in Deutschland, die FPÖ in Österreich und Orbans Fidesz in Ungarn sind nicht vorstellbar ohne das postfaktische Internet.

Nun bekommen die vereinigten Populisten aller Länder Gegenwind – ausgerechnet vom Internetgiganten Google. Der wertvollste Konzern der Welt wird erst einmal in den USA und Großbritannien eine neue Zusatzfunktion namens „Fact Check“ einführen. Der Faktencheck mit entsprechenden Links wird unter der Schlagzeile eingeblendet. Der Riese aus dem kalifornischen Mountain View will damit gegen Falschmeldungen und Lügen im Netz vorgehen. Das Hauptziel liegt auf der Hand: Es ist die Gerüchteküche der sozialen Medien. Facebook & Co. sind immer häufiger von kruden Verschwörungstheorien verseucht, deren politische Absicht häufig auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist.

Eine schöne, praktische Idee von Google, um den grassierenden Populismus und seine Protagonisten als non-faktischen Popanz zu entlarven? Der Internetgigant will aber nur auf Faktenchecks verlinken, die die vom Konzern „allgemein akzeptierten Kriterien“ erfüllen. Die Entscheidung, zu wem verlinkt wird, liegt ausgerechnet bei Google, das ohnehin weltweit die Internetsuche dominiert.

Faktenchecker sprießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Viele arbeiten dabei hochprofessionell. Ein positives Beispiel ist das in Florida angesiedelte Faktencheck-Institut der Firma Poynter, eine Tochter des Zeitungsverlags Tampa Bay Times.

Kommentare (1)

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Herr Holger Narrog

17.10.2016, 15:55 Uhr

Ein "Faktencheck" ist natürlich abhängig davon was als "Fakt" anerkannt wird.

Wenn man die "wahren" Fakten der linken Meinungselite überlässt dann wird man die Fakten zum "Klimawandel" vom IPCC (Klimaschwindlern) übernehmen, die unwissenschaftliche ökoreligiöse Anti - Atom Propaganda, zum Faktum machen. Beispiele sind das Deutsche Wikipedia.

Insgesamt wäre es natürlich prima wenn man in Berichten benannte Fakten prüfen könnte. Allerdings nehme ich an, dass dieses Instrument vom Deutschen Regime dazu genutzt wird ihre Propaganda als Fakt zu verankern.

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