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02.05.2016

10:00 Uhr

Der Medien-Kommissar

Wer ist King im Mediengeschäft?

VonHans-Peter Siebenhaar

Comcast kauft das Studio Dreamworks Animation. Mit der Milliarden-Übernahme der Macher von „Shrek“ und Co. gibt der amerikanische Kabelriese eine außergewöhnliche Antwort auf die Herausforderungen der Medienwelt.

Der frühere Disney-Chef pflegt beste Beziehungen nach Deutschland. AP

Dreamworks-Gründer Jeffrey Katzenberg

Der frühere Disney-Chef pflegt beste Beziehungen nach Deutschland.

Glendale ist nicht Hollywood. Doch die 200.000 Einwohner zählende Stadt am Ende des San Fernando Valley nördlich von Los Angeles ist weltweit als Sitz von Dreamworks – 1994 von Starregisseur Steven Spielberg und dem früheren Disney-Chef Jeffrey Katzenberg 1994 gegründet – bekannt. Auf dem malerischen Firmengelände mit Terrassen und Teichen, das aussieht wie eine zu große Hazienda aus der Zeit der spanischen Kolonisation, entstanden Animationsmeisterwerke wie „Ice Age“, „Shrek“ „Madagascar“ und „Kung Fu Panda“.

Die Idylle des Campus trügt. Die 2004 ausgegliederte Trickfilmsparte Dreamworks Animation kämpfte sein längeren mit Problemen. Produktionen floppten, Arbeitskräfte wurden entlassen.

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Die nun gefundene Lösung kommt quasi aus der Nachbarschaft. Keine 20 Autominuten von Glendale, in Universal City, hat NBC Universal („Minions“) seinen Sitz. Künftig wird Dreamworks Animation Teil des Hollywood-Studios, das im Besitz des amerikanischen Kabelriesens Comcast ist. Der weltgrößte Medienkonzern zahlt für das Unternehmen 3,8 Milliarden.

Für Comcast mit einem Umsatz von fast 76 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr und einer derzeitigen Marktkapitalisierung von 129 Milliarden Dollar ist das ein weiterer Mosaikstein, sich im Inhaltegeschäft für eine vergleichsweise überschaubare Summe zu stärken. Bis Ende des Jahres soll die Übernahme abgewickelt sein.

Hinter dem Zukauf verbirgt sich die Frage, was in Zukunft wichtiger sein wird: Vertrieb wie Kabel oder Inhalte wie Filme, Serien oder Dokumentationen. Ist Content King? Oder ist „distribution the boss of content“? Egal ob in Cannes oder in Hollywood, über diese Frage wird seit vielen Jahren gestritten. Bislang hat sich keine Fraktion wirklich durchgesetzt.

Die größten Kino-Hits 2015

Platz 10 - 595,3 Mio. Dollar

"Der Marsianer – Rettet Mark Watney"

Besetzung: Matt Damon, Jessica Chastain, Kate Mara

Studio: 21st Century Fox

Weltweite Umsätze 2015. Quelle: Box Office Mojo

Platz 9 - 637,5 Mio. Dollar

"Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2"

Besetzung: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth

Studio: Lionsgate

Platz 8 - 682,3 Mio. Dollar

"Mission: Impossible – Rogue Nation"

Besetzung: Tom Cruise, Jeremy Renner, Rebecca Ferguson

Studio: Paramount

Platz 7 - 856,1 Mio. Dollar

"Alles steht Kopf"

Animationsfilm

Studio: Buena Vista

Platz 6 - 865 Mio. Dollar

"James Bond 007: Spectre"

Besetzung: Daniel Craig, Christoph Waltz, Léa Seydoux

Studio: Sony

Platz 5 - 1,16 Mrd. Dollar

"Minions"

Animationsfilm

Studio: Universal

Platz 4 - 1,41 Mrd. Dollar

"Avengers: Age of Ultron"

Besetzung: Robert Downey jr., Chris Hemsworth, Scarlett Johannsson

Studio: Buena Vista

Platz 3 - 1,52 Mrd. Dollar

"Fast & Furious 7"

Besetzung: Vin Diesel, Paul Walker, Michelle Rodriguez

Studio: Universal

Platz 2 - 1,58 Mrd. Dollar

"Star Wars: Das Erwachen der Macht"

Besetzung: Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac

Studio: Buena Vista

Platz 1 - 1,67 Mrd. Dollar

"Jurassic World"

Besetzung: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Vincent D'Onofrio

Studio: Universal

Denn die Antwort ist weitaus komplexer. Vertrieb und Inhalt sind wie siamesische Zwillinge. Sie brauchen einander, sonst kann niemand überleben. Kein Mensch bestellt bei seinen Kabelnetzbetreiber oder Bezahlsender Programmpakete, wenn die Inhalte nicht attraktiv sind. Auf der anderen Seite entscheiden der Transport, das Marketing und der Verkauf der Inhalte sowie die Entwicklung von Zusatzgeschäften (Merchandising etc.) über Erfolg oder Misserfolg.

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