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07.08.2014

07:38 Uhr

Deutliches Plus in den USA

US-Tochter rettet Telekom den Gewinn

Eigentlich will die Telekom ihre Tochter in den USA gern verkaufen. Doch ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass ausgerechnet T-Mobile US den Gewinn der Konzernmutter im zweiten Quartal sicherte.

Ein T-Mobile-Shop in den USA: Dank des amerikanischen Ablegers macht die Telekom im zweiten Quartal einen Gewinn. dpa

Ein T-Mobile-Shop in den USA: Dank des amerikanischen Ablegers macht die Telekom im zweiten Quartal einen Gewinn.

FrankfurtDank des Erfolgs im US-Geschäft hält die Deutsche Telekom im zweiten Quartal den Gewinn stabil. Das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebitda) sei im Zeitraum von April bis Ende Juni konzernweit um 0,3 Prozent auf 4,43 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Bonner Konzern am Donnerstag mit. Maßgeblich zu verdanken ist das Plus der Mobilfunktochter T-Mobile US, die 17 Prozent mehr Gewinn einfuhr. In allen anderen großen Geschäftsbereichen wurde hingegen weniger verdient. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem bereinigten Betriebsgewinn von 4,35 Milliarden Euro gerechnet.

Bei T-Mobile US konnte die Telekom einen Kundensprung verzeichnen. Die Tochter zählt nun mehr als 50 Millionen Kunden. Die Telekom erhöhte daher auch die Kunden-Prognose für das Gesamtjahr. Telekom-Chef Tim Höttges sagte in einer Mitteilung des Konzerns, dies liege auch am guten Netz. Insgesamt konnte der Umsatz in den USA um fast 15 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar zulegen. Der bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen stieg sogar um 22 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar.

Beim Gesamtkonzern sind die Zahlen nicht ganz so gut. Zwar stieg der Gewinn leicht, doch der Umsatz ging zurück. Die Telekom vermeldet ein Minus von 0,3 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro. Besonders in Europa sank der Umsatz stark: Hier verzeichnete die Telekom einen Rückgang von 7,9 Prozent. Trotzdem vermeldete Höttges: „Unsere Rechnung geht bislang auf“, sagte er laut eines Statements des Unternehmens.

Der Vorstand des 230.000 Mitarbeiter starken Konzerns bekräftigt die bisherige Geschäftsaussichten: In diesem Jahr werde wegen hoher Investitionen in den USA der Free Cash Flow auf 4,2 Milliarden Euro sinken – 400 Millionen Euro weniger als 2013. Das bereinigte Ebitda dürfe bei 17,6 Milliarden Euro stagnieren.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

Die Telekom will ihre US-Tochter – trotz der guten Zahlen zwischen April und Juni – verkaufen. Am Mittwoch wurde bekannt, dass der amerikanische Satellitennetz-Betreiber Dish Network nach dem Ausscheiden von Sprint beim Rennen um die Telekom-Tochter T-Mobile US jetzt einsteigen könnte. Dish-Chairman Charlie Ergen sagte, es wäre sinnvoll, sich mit dem Thema zu befassen. Wenn Sprint aussteige oder die Regierung die Übernahme nicht erlaube, dann „wäre T-Mobile etwas, das uns interessieren könnte“, sagte er in einer Telefonkonferenz n. Im Management sei über solche Pläne allerdings noch nicht diskutiert worden. Der Rückzug von Sprint könnte die Wahrscheinlichkeit dafür aber erhöhen.

Im Bieter-Reigen um T-Mobile US steht allerdings auch der französische Telekom-Milliardär Xavier Niel mit seinem Unternehmen Iliad in den Startlöchern. Er bot bislang 15 Milliarden Dollar, was der Deutschen Telekom nach Reuters-Informationen bislang aber zu wenig ist. Niel arbeitet Insidern zufolge bereits an einer Aufstockung des Gebots.

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