Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.05.2015

18:48 Uhr

Deutsche Presse-Agentur

Freie Fotografen treten in den Streik

Schon lange kämpfen freie Fotografen für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei der DPA. Nun wollen sie in den Streik treten. Gibt es keine Einigung, könnte es für die Nachrichtenagentur bald problematisch werden.

Neben höheren Honoraren fordern die Gewerkschaften für die Pauschalisten bezahlten Urlaub, die Erstattung von Auslagen und eine Beteiligung an Erlösen. ap

Pressefotografen bei der Arbeit

Neben höheren Honoraren fordern die Gewerkschaften für die Pauschalisten bezahlten Urlaub, die Erstattung von Auslagen und eine Beteiligung an Erlösen.

HamburgEtwa fünf Jahre lang sind die Honorare der etwa 40 Fotografen, die als fest-freie Pauschalisten für die Deutsche Presse-Agentur (dpa) arbeiten, nicht mehr erhöht worden. Nun haben sie genug. Die Fotojournalisten werden nach Informationen von Handelsblatt.com an diesem Montag in den Streik treten.

Ein Flugblatt der Gewerkschaften DJV und Verdi ist zwar sehr zurückhaltend formuliert: „Wenn die Kolleginnen und Kollegen sich“ am 1. Juni „ entschließen sollten, an diesem Tag mal keine Bilder zu liefern, brauchen sie die Unterstützung in den Redaktionen“, heißt es dort. Und auch Verdi-Verhandlungsführerin Cornelia Haß benutzt den Konjunktiv, wenn sie sagt, „die Pauschalisten könnten in den Ausstand“ treten. In Gewerkschaftskreisen heißt es aber, ein Streik sei beschlossene Sache. Aus dem Umfeld von dpa ist zu hören, dass die Agentur sich bereits auf einen Ausstand vorbereitet. Ein Sprecher möchte das auf Anfrage aber nicht bestätigen.

Die Auswirkungen des Ausstands dürften allerdings überschaubar sein. Zwar werden in dem Flugblatt von DJV und Verdi die dpa-Redakteure gebeten „keine alternativ tätigen Freien“ zu beauftragen. Allerdings arbeiten für die Agentur auch 35 festangestellte Fotografen, die das Schlimmste abfedern könnten. Problematisch könnte es für die dpa aber werden, wenn es bei den Gesprächen über die Honorare und Vertragsbedingungen der Freien, die ebenfalls diesen Montag fortgeführt werden, keine Fortschritte geben sollte. Dann könnten die Gewerkschaften nämlich beschließen, die Pauschalisten das nächste Mal an einem Wochenende streiken zu lassen. Die Auswirkungen für die Agentur wären dann weitaus dramatischer. Denn samstags und sonntags arbeiten bei dpa fast ausschließlich freie Fotografen.

Auflagen deutscher Nachrichtenmagazine

Hintergrund

In Deutschland dominieren drei Nachrichtenmagazine: „Spiegel“, „Focus“ und „Stern“. Alle drei leiden unter der Medienkrise und haben in den vergangenen Jahren deutlich an Auflage verloren.

Focus

Das kleinste der drei Nachrichtenmagazine ist der „Focus“. Das Münchner Nachrichtenmagazin aus dem Hause Burda kommt auf eine Auflage von 513.707 verkauften Exemplaren. Im Vorjahreszeitraum 2013 waren es noch 530.931 Exemplare gewesen.

Stern

Auch das Magazin aus dem Hause Gruner + Jahr ist ein sinkender Stern: Das Wochenblatt hat inzwischen nur noch eine Auflage von 775.573 verkauften Exemplaren. Das ist ein deutlicher Verlust zum dritten Quartal 2013. Damals lag die Auflage des „Stern“ noch 812.429.

Spiegel

Das größte Nachrichtenmagazin ist nach wie vor der „Spiegel“. Doch von der einstigen Millionenmarke hat sich das Heft deutlich entfernt. Die Tendenz: weiter sinkend. Kam das orangene Blatt im dritten Quartal 2013 noch auf eine Auflage von 896.298 verkauften Exemplaren, waren es im selben Zeitraum 2014 nur noch 878.260.

Quelle

IVW (Stand: 3. Quartal 2014)

Neben höheren Honoraren fordern die Gewerkschaften für die Pauschalisten bezahlten Urlaub, die Erstattung von Auslagen wie etwa Fahrtkosten sowie eine Beteiligung an Erlösen, die dpa aus dem Weiterverkauf der Bilder der erzielt. Zu der Verhandlungsposition der dpa wollte sich deren Sprecher nicht äußern. Nach Angaben von DJV und Verdi wird bereits seit drei Jahren mit der Nachrichtenagentur über eine Erhöhung der Honorare sowie über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen verhandelt.

Von

khr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×