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25.02.2016

08:37 Uhr

Deutsche Telekom

Boomendes US-Geschäft lässt Dividende steigen

Fünf Cent mehr sollen die Telekom-Aktionäre nach dem Geschäftsjahr 2015 erhalten. Zu verdanken haben sie dies vor allem einem Mann: John Legere. Der Chef des boomenden US-Geschäfts reißt den gesamten Dax-Konzern mit.

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BonnDie Deutsche Telekom zahlt ihren Aktionären wegen der Geschäftserfolge der boomenden amerikanischen Tochter T-Mobile US eine höhere Dividende. Für 2015 solle eine Gewinnbeteiligung von 55 Cent je Aktie ausgeschüttet werden nach 50 Cent im Jahr zuvor, teilte der Bonner Konzern am Donnerstag mit. Das freut vor allem den Bund, der mit 32 Prozent größter Aktionär des früheren Staatsunternehmens ist.

Die Dividendenerhöhung ist ein Erfolg für den vor gut zwei Jahren angetretenen Vorstandschef Tim Höttges. „Die Deutsche Telekom ist auf beiden Seiten des Atlantiks außerordentlich erfolgreich“, sagte der 53-jährige.

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Höttges setzte vor allem auf den Ausbau des lange Zeit schwächelnden US-Geschäfts und der Mobilfunk- und Datennetze in Europa. Der Kurs zahlt sich nun aus: Die Telekom wächst so schnell wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr. 2015 stieg der Umsatz um elf Prozent auf 69 Milliarden Euro und der Betriebsgewinn um 13 Prozent 20 Milliarden Euro. Auch unter dem Strich verdiente der größte europäische Telekom-Konzern mehr Geld: Der Überschuss kletterte um elf Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.

In den nächsten Jahren sollen die Ausschüttungen wie bekannt entsprechend des Anstieg des Free Cash Flow wachsen. Für dieses Jahr erwartet die Telekom eine Steigerung des Free Cash Flow um acht Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis solle 2016 bei konstanten Wechselkursen 21,2 Milliarden Euro erreichen.

Die Gewinnprognose wäre noch höher ausgefallen, doch entschied sich die Telekom, die Investitionen um 14 Prozent auf elf Milliarden Euro nach oben zu schrauben. Mit dem Geld sollen in erster Linie die Netze in Deutschland und in den USA aufgerüstet werden. In Amerika geht es den Deutschen vor allem darum, die Datengeschwindigkeiten zu erhöhen.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

AG mit Staatsbeteiligung

Bei mehreren Börsengängen nahm die Telekom Milliarden ein. Dennoch ist der Staat immer noch beteiligt: Die Staatsbank KfW und der Bund halten zusammen 31,7 Prozent der Anteile. Der Anteil der einst hofierten Privatanleger ist auf unter 15 Prozent gefallen, den Rest halten institutionelle Anleger.

T-Mobile US hat sich nach Milliarden-Investitionen zur Wachstumslokomotive der Bonner entwickelt. Dank eines massiven Kundenwachstums schoss der operative Gewinn von T-Mobile US voriges Jahr um 55 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro in die Höhe.

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