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18.02.2016

14:35 Uhr

Deutsche Telekom in den USA

Trinkspiele mit dem T-Mobile-Chef

Quelle:Meedia.de

John Legere, Chef der US-Tochter der Telekom, ist für öffentliche Ausfälle und skurrile Auftritte bekannt. Die jüngste Bilanzkonferenz verwandelte er in ein Trinkspiel – mit reichlich Späßen auf Kosten der Konkurrenz.

Der Chef von T-Mobile US lud Analysten zum heiteren Trinkspiel ein. AP

John Legere

Der Chef von T-Mobile US lud Analysten zum heiteren Trinkspiel ein.

John Legere ist schon eine Type. In eng geschnittener Lederjacke, mit schulterlangen Haaren und seiner bekannten Abneigung gegen Anzüge und Krawatten ist der T-Mobile US-CEO schon optisch eine Ausnahmeerscheinung in der Businesswelt. Legendär ist unter anderem Legeres Reaktion auf das „Bendgate“, den Vorwurf, dass sich iPhones der 6er-Reihe zu leicht verbiegen lassen: „That’s Horseshit!“

Und der Kundschaft rief er mit Blick auf seine Lieblingsfeinde, die beiden US-Mobilfunkriesen AT&T und Verizon, schon mal zu: „Die Wichser verachten Euch!“. AT&T und Verizon bezeichnen die T-Mobile US-Leute auch gerne als „Dumm & Dümmer“.

Nun hatten Legere und sein Management es sich zu einem Spaß gemacht, Quartals-Konferenzen der Konkurrenz zu einem Trinkspiel auszubauen. Jedes mal, wenn einer der Mitbewerber eine Phrase absonderte, musste ein Getränk nach Wahl konsumiert werden.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

AG mit Staatsbeteiligung

Bei mehreren Börsengängen nahm die Telekom Milliarden ein. Dennoch ist der Staat immer noch beteiligt: Die Staatsbank KfW und der Bund halten zusammen 31,7 Prozent der Anteile. Der Anteil der einst hofierten Privatanleger ist auf unter 15 Prozent gefallen, den Rest halten institutionelle Anleger.

Weil das so gut ankam, machte T-Mobile US nun auch die eigene Konferenz zum Trinkspiel. So sollte getrunken werden, sobald ein T-Mobile-Manager „Listening to customers“ sagt oder John Legere ein unflätiges Schimpfwort rausrutscht. Zwei Schlucke waren fällig, wenn T-Mobiles Finanzchef Braxton Carter seinen berüchtigten rosa Cowboyhut gegen einen rosafarbenen Sombrero austauscht (was er tat). Die kompletten „Regeln“ für das Analysten-Trinkspiel finden Sie hier.

Die komplette Crazy-Konferenz gibt es auch bei Youtube zum Anschauen:

Wobei John Legere nicht nur Witze macht, sondern auch liefert. Unterm Strich konnten Legere & Co den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr auf 733 Millionen US-Dollar verdreifachen.

Von

Meedia Redaktion

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