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17.12.2015

17:51 Uhr

Deutsche Telekom in Ungarn

Frauenfeindlicher Sänger sorgt für Ärger

„Es ist nicht Sache der Frauen, gleich viel zu verdienen wie Männer“: Wegen misogyner Aussagen hat die Deutsche Telekom ihren Sponsorenvertrag mit einem ungarischen Sänger gekündigt. Die Regierung in Budapest schäumt.

Der Popsänger Akos liegt mit seinen Äußerungen ganz auf der Linie seiner Regierung. Die ist wütend über die Kündigung. Reuters

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Der Popsänger Akos liegt mit seinen Äußerungen ganz auf der Linie seiner Regierung. Die ist wütend über die Kündigung.

BudapestWegen frauenfeindlichen Äußerungen des ungarischen Schlagersängers Akos hat die Ungarische Telekom (MT), eine Tochter der Deutschen Telekom (DT), ihren Sponsorenvertrag mit dem Künstler aufgekündigt. Ungarns rechtskonservative Regierung wies im Gegenzug die Ministerien und Regierungsämter an, alle Handy- und Internet-Verträge mit der MT zu kündigen, bestätigte ein Regierungssprecher am Donnerstag.

Der Sprecher bezeichnete den Schritt der Ungarischen Telekom als „verfassungswidrig“ und als eine Verletzung der Redefreiheit des Sängers. Akos, ein von der Regierung favorisierter Künstler, hatte in einem regierungsnahen Fernsehkanal gesagt: „Es ist nicht Sache der Frauen, gleich viel Geld zu verdienen wie die Männer. (...) Ihre Sache ist es, Kinder zu gebären und Mutter zu sein.“

Die Ungarische Telekom beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit dem Sänger. „Den aus den Äußerungen sprechenden Geist halten wir für unvereinbar mit der Mission und der Werteordnung unserer Firmengruppe“, teilte das Unternehmen mit.

Politiker aus der Regierungspartei Fidesz von Ministerpräsident Viktor Orban äußern sich immer wieder frauenfeindlich, ohne dass dies Konsequenzen hat. So erklärte etwa Parlamentspräsident Laszlo Köver am Sonntag: „Unsere Töchter sollten es als den höchsten Grad der Selbstverwirklichung ansehen, dass sie uns Enkelkinder gebären können.“

Von

dpa

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