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27.06.2016

14:40 Uhr

Deutsche Telekom

Mail-Zugangsdaten von T-Online-Kunden geklaut

Mailadressen und Passwörter von Telekom-Kunden sind in Schwarzmarkt-Foren aufgetaucht. Dem Konzern zufolge gibt es keinen Hinweis darauf, dass IT-Systeme gehackt worden sind. Wie die Täter an die Daten kamen.

Sensible Daten von T-Online-Kunden sollen in Schwarzmarkt-Foren kursieren dpa

Deutsche Telekom

Sensible Daten von T-Online-Kunden sollen in Schwarzmarkt-Foren kursieren

FrankfurtDie Mail-Zugangsdaten von bis zu 120.000 T-Online-Kunden sind der Telekom zufolge in Schwarzmarkt-Foren im Internet aufgetaucht. Eine Stichprobe habe ergeben, dass die Daten der Telekom-Kunden teilweise aktuell seien, teilte der Bonner Konzern am Montag mit.

Konkret handle es sich um die T-Online-Mailadresse sowie das zugehörige Passwort. Betroffene Kunden seien gewarnt und die Sicherheitsbehörden eingeschaltet worden. Wichtig sei, dass alle Kunden regelmäßig ihre Passwörter ändern, sagte Datenschutzvorstand Thomas Kremer.

Die Techniken der Datendiebe

Trojanische Pferde

Eine der gebräuchlichsten Methoden, Daten abzufangen, ist die Einschleusung sogenannter Trojanischer Pferde, meist schlicht Trojaner genannt. Dabei wird eine schädliche Software meist per E-Mail oder über infizierte Webseiten auf dem Computer installiert, die dort Daten – etwa die Kontonummer – meist ohne Wissen des Benutzers abruft und weiterschickt. Trojaner können sich auch in Fotos, Dokumenten oder auf Speichermedien verbergen.

Phishing

Beim sogenannten Phishing versuchen Datendiebe, sich über gefälschte Webseiten Konten- oder Kreditkartennummern, TANs, PINs oder Passwörter der Opfer zu angeln. Häufig bauen sie dafür bis ins Detail den Internetauftritt von Banken, Versicherungen oder anderen Institutionen nach. Danach verschicken sie E-Mails, um Kunden per Klick auf einen enthaltenen Link auf die getürkte Seite zu führen. Dabei wird das Opfer aufgefordert, sensible Daten einzugeben, die dann zusammen mit der Identität der Opfer missbraucht werden.

Keylogger

Diese Art von Schadsoftware wandert über ähnliche Wege wie Trojaner in den Computer ein und zeichnet die Tastenanschläge des Benutzers auf, um sie an Datendiebe weiterzuleiten. Diese Tasten-Speichersysteme machen für die Täter Passwörter ersichtlich, selbst wenn die Übermittlung an die passwortgeschützte Webseite verschlüsselt erfolgt.  An öffentlich zugänglichen Computern können Datengangster auch kleine Geräte zwischen Tastatur und Rechner schalten, die dann die Eingaben des Benutzers zeigen und so Daten und Zugänge erschließen lassen.

Klassisches Hacking

Dabei versuchen die Hacker über Programmierattacken in Zentralrechner oder Netzwerke einzudringen. In offenen Netzwerken wie unverschlüsselten WLANs ist dies sehr einfach, in geschützten Bereichen gestaltet sich das schwieriger. Immer wieder hatten solche Angriffe auf Behörden wie die NASA oder das US-Verteidigungsministerium für Schlagzeilen gesorgt. Selbst Industrieanlagen können damit theoretisch lahmgelegt werden, wie die Attacke des Stuxnet-Wurms auf Urananreicherungsanlagen im Iran zeigt.

Zufall und Schlamperei

Zwischenfälle mit sensiblen Daten sind allerdings nicht nur auf professionelle Hacker-Software zurückzuführen, sondern mitunter auch den blanken Zufall oder Unaufmerksamkeit. Dazu zählen auf EC-Karten notierte Geheimzahlen, Haftnotizen mit Passwörtern am Computerbildschirm oder fehlgeleitete Informationen. Ein Beispiel: Vor einigen Jahren erregte eine Panne der Landesbank Berlin Aufsehen. Zwei Kurierfahrer hatten sich über einen von der LBB verschickten Christstollen hergemacht und dann Etiketten von Päckchen vertauscht, um ihren Mundraub zu vertuschen. Prompt landeten tausende Kreditkartendaten in der Redaktion der „Frankfurter Rundschau“, für die eigentlich die Weihnachtsleckerei gedacht war.

Nach Aussagen des Konzern gibt es keinen Hinweis darauf, dass IT-Systeme der Telekom selbst gehackt worden sind. Vielmehr liege der Verdacht nahe, dass die Täter die Daten auf andere Art und Weise erlangten.

Eine Möglichkeit sei, über gefälschte Anschreiben an die Informationen zu gelangen. Die Methode heißt im Branchenjargon „Phishing“. Groß ist der Zwischenfall für die Telekom nicht: Insgesamt zählt der Konzern gut sechs Millionen T-Online-Adressen.

Von

rtr

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