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20.12.2011

09:43 Uhr

Deutsche Telekom

Milliardenfusion von AT&T und T-Mobile geplatzt

Der US-Telefongigant AT&T gibt seine Pläne zur Übernahme der Telekom-Tochter T-Mobile USA auf. Für Telekom-Chef Rene Obermann ist das Scheitern ein Rückschlag. Was soll nun aus der US-Tochter werden?

Die Logos der Kommunikationsunternehmen AT&T und Telekom. dapd

Die Logos der Kommunikationsunternehmen AT&T und Telekom.

New York/BonnDie Deutsche Telekom bleibt auf ihrer ungeliebten Mobilfunktochter T-Mobile USA sitzen. Der US-Branchenriese AT&T hat nach anhaltenden Bedenken der US-Wettbewerbshüter die Übernahme abgeblasen. Wie die Deutsche Telekom am Montagabend in Bonn in einer Erklärung mitteilte, löste sie mit dem US-Konkurrenten die Vereinbarung zum Verkauf von T-Mobile USA auf.

AT&T begründete den Rückzug mit der ablehnenden Haltung der US-Behörden. Das Justizministerium und jüngst auch noch die Telekommunikationsaufsicht FCC hatten große Bedenken gegen den Deal geäußert, weil sie eine Konzentration des Mobilfunkmarktes auf wenige große Anbieter fürchten. AT&T hatte für den Kauf von T-Mobile USA 39 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) geboten.

Mobil telefonieren in USA: ein Abenteuer

Wackeliges Netz

Die USA sind das Land von Apples iPhone und der abbrechenden Telefonate. In wenigen Ländern der Welt ist die Verbreitung der datenhungrigen Smartphones so groß und gleichzeitig das Netz durch die Belastung so wackelig. Ein schlechter Empfang gehört selbst in Großstädten wie New York City zum Alltag.

Die Nutzer

Insgesamt 234 Millionen Menschen im Alter ab 13 Jahren telefonieren nach Angaben des Marktforschers Comscore in den Vereinigten Staaten mobil. 90 Millionen davon nutzen demnach ein Smartphone.

Die Anbieter

Größter Anbieter ist Verizon Wireless, es folgen AT&T und mit gehörigem Abstand Sprint und T-Mobile USA. Daneben gibt es eine Reihe regionaler Anbieter.

Nachteil von T-Mobile USA

T-Mobile USA ist der einzige landesweite Anbieter, der das beliebte iPhone von Apple nicht im Programm hat. Auch das Netz ist löchriger als bei den großen Rivalen, besonders auf dem Land.

Vorteil von T-Mobile USA

Dafür rühmt sich die Telekom-Tochter, besonders günstige Tarife zu haben. Zuletzt konnte sie vor allem Kunden gewinnen, die keinen der üblichen teuren Zwei-Jahres-Verträge eingehen wollten.

AT&Ts Argumente

AT&T-Chef Randall Stephenson wollte die Übernahme von T-Mobile USA vor allem mit dem Versprechen durchboxen, dass sich die Netzqualität durch den Zusammenschluss verbessern werde. Nun kündigte er an, dass AT&T alleine ins Netz investiert. Es gilt als wahrscheinlich, dass der Konzern regionale Anbieter übernimmt oder ihnen zumindest Funkfrequenzen abkauft.

Der Entschluss sei im Einvernehmen mit der Deutschen Telekom gefallen. Dennoch ist es ein herber Rückschlag für die Telekom. Der Konzern wollte das Geld aus dem Verkauf von T-Mobile USA größtenteils für den Schuldenabbau nutzen. AT&T muss nun eine milliardenschwere Entschädigung leisten, die die Amerikaner der Telekom für den Fall eines Scheitern der Transaktion versprochen hatten.

Kommentare (2)

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handel

20.12.2011, 04:45 Uhr

Das Amerika das vertrauen hat ist beeindruckend.

pawel

20.12.2011, 08:44 Uhr

klasse, kann ich mir heute die t-aktie mit knapp 8% dividendenrendite ins depot legen

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