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06.11.2014

08:04 Uhr

Deutsche Telekom

Netzausbau lässt den Gewinn sinken

Die Deutsche Telekom baut das Netz aus und wirbt kräftig fürs neue iPhone. Das schlägt im dritten Quartal auf den Gewinn. Trotzdem hält der Vorstand an den bisherigen Prognosen fest.

Der Gewinn der Deutschen Telekom ist um 1,8 Prozent auf 4,6 Milliarden gesunken. dpa

Der Gewinn der Deutschen Telekom ist um 1,8 Prozent auf 4,6 Milliarden gesunken.

FrankfurtWegen einer Investitionsoffensive in Deutschland und den USA fährt die Deutsche Telekom weniger Gewinn ein. Das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebitda) sei im Zeitraum von Juli bis Ende September konzernweit um 1,8 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro gesunken, teilte der Bonner Konzern am Donnerstag mit. Analysten hatten für das dritte Quartal mit einem bereinigten Ebitda von 4,58 Milliarden Euro gerechnet.

Grund für den Rückgang sind in erster Linie hohe Ausgaben für den Netzausbau und Kundenwerbung bei der Amerika-Tochter T-Mobile US und in Deutschland. Auch der von viel Marketing begleitete Start des neuen iPhones von Apple kostete die Telekom Geld. Die Kapitalinvestitionen (Cash Capex) zogen konzernweit um zehn Prozent auf 2,5 Milliarden Euro an.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

Nach langer Durststrecke gab es für die Telekom auch wieder einen Lichtblick im Europa-Geschäft. Der Betriebsgewinn zog hier zum ersten Mal seit zehn Quartalen wieder an, und zwar um 1,3 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Grund hierfür sind unter anderem Einsparungen. „Ob in den USA, in Europa oder auf unserem Heimatmarkt in Deutschland: Das war ein sehr erfolgreiches Quartal für uns“, sagte Konzernchef Tim Höttges. Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal um 0,8 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro.

Der Vorstand des größten europäischen Telekom-Konzerns bekräftigt die bisherige Geschäftsaussichten: In diesem Jahr werde der Free Cash Flow auf 4,2 Milliarden Euro sinken – 400 Millionen Euro weniger als 2013. Das bereinigte Ebitda soll unverändert bei 17,6 Milliarden Euro liegen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Peter Spiegel

06.11.2014, 09:39 Uhr

Wird wieder nix mit selbst erwirtschafteter Dividende.

Herr Paul-Jürgen Sparwasser

07.11.2014, 09:58 Uhr

aber auch starke Währungsabhängigkeit vom US-Dollar, wenn der mal zum Euro 1:1 steht (ca. 2016/17..wie Volkswirte meinen!), dann wird Umsatz und Gewinn fast nur noch vom US-Markt & dem Dollar bestimmt...(Euro-Dollar-Falle!) egal was in D oder EU passiert...;
außerdem werden fast alle Tech-Komponenten (Router/CISCO usw.) in US-Dollar abgerechnet...dies gibt weiteren Druck bei abwertendem Euro!
Timo glaubt jedoch "seinen Wertschöpfungskunden" in den oberen Schichten (CONTENTPROVIDER wie Google & Konsorten) künftig ein paar Dollars abjagen zu können ?!
Dies wäre dann aber dann so, wie wenn der Vermieter nicht mehr seinen Mietpreis am Immo-Markt (Mietspiegel) orientiert sondern am Einkommensnachweis seines Mieters - Gutverdiener zahlen dann viel für die Nutzung - Arme kriegen die Wohnung vielleicht umsonst....(wie bei der Steuer; "Merkantilismus")

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