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06.12.2012

20:47 Uhr

Deutsche Telekom

T-Aktionäre müssen weniger Dividende in Kauf nehmen

René Obermann kürzt den Aktionären die Dividende stärker als erwartet. Dafür verspricht der Telekom-Chef Milliarden-Investitionen ins Breitbandnetz und Mobilfunknetz in den USA. Die Börsianer sind enttäuscht.

Telekom-Chef René Obermann zahlt den Aktionären eine geringere Dividende, will aber massiv investieren. dapd

Telekom-Chef René Obermann zahlt den Aktionären eine geringere Dividende, will aber massiv investieren.

BonnDie Deutsche Telekom will in den nächsten Jahren Milliarden in ihre Problemmärkte Deutschland und USA stecken und kürzt deswegen ihren Aktionären die Dividende. Allein sechs Milliarden Euro sollen in den Breitband-Ausbau in Deutschland fließen, mit vier Milliarden Euro will die Telekom ihr Mobilfunknetzwerk in den USA modernisieren.

"Mit unseren heute vorgestellten Investitionsplänen schaffen wir das Fundament für künftiges Wachstum", erläuterte Konzernchef Rene Obermann am Donnerstag die Pläne. Die Aktionäre müssen in den kommenden zwei Jahren Verzicht üben: Ihnen stellte der Telekom-Chef für die Jahre 2013 und 2014 lediglich eine Dividende von 50 Cent je Aktie in Aussicht. Für das Jahr 2012 sollen die Aktionäre noch eine stabile Dividende von 70 Cent erhalten.

Die größten Mobilfunker in Deutschland

Ein großer Markt

In Deutschland gibt es mehr als 113 Millionen Handyanschlüsse. Welche Marktanteile die Anbieter haben, hat das Statistikportal Statista auf Grundlage von Erhebungen der Marktforschungsinstitute Enigma, Ipsos, Ifak und Marplan ermittelt (Stand: Ende 2012).

T-Mobile

Jeder fünfte Handynutzer geht mit T-Mobile ins Netz (20,9 Prozent). Bei den Vertragskunden hält die Telekom-Tochter sogar einen Marktanteil von 24,3 Prozent.

Vodafone

Der britische Konzern kommt in Deutschland ebenfalls auf einen Marktanteil von 20,9 Prozent. Allerdings hat das Unternehmen weniger Vertragskunden als der Rivale aus Bonn (22,4 Prozent Marktanteil).

O2

Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns – seit kurzem an der Börse notiert – ist in Deutschland die Nummer drei, sie hat einen Marktanteil von 13,5 Prozent.

E-Plus

Jeder zehnte Handynutzer (9,5 Prozent) ist Kunde bei E-Plus, einer Tochter des niederländischen KPN-Konzerns.

Aldi Talk

Der Discounter Aldi betreibt kein eigenes Netz, hat aber eine beachtliche Kundenbasis. 8,5 Prozent der Kunden telefonieren mit SIM-Karten des Einzelhändlers.

Base

Base ist die Billigmarke von E-Plus. 5,5 Prozent der Handynutzer telefonieren damit.

Sonstige

Jeweils weniger als 5 Prozent Marktanteil haben 1&1 (3,3 Prozent), Mobilcom-Debitel (2,8 Prozent), Tchibo (1,8 Prozent) und die Telekom-Marke Congstar (1,7 Prozent).

An der Börse kam das Vorhaben nicht gut an. Die Telekom baute im späten Frankfurter Parketthandel ihre Verluste aus und notierte 1,6 Prozent im Minus bei 8,52 Euro. Analysten hatten zuletzt im Schnitt für das Jahr 2013 mit 60 Cent und für das Jahr 2014 mit 58 Cent Dividende gerechnet.

Telekom-Chef Obermann zufolge wird der Breitband-Leitungsbedarf im Mobilfunk und auch im Festnetz weiter zunehmen. Mitte September hatte der Konzern bereits angekündigt, in den kommenden vier Jahren circa 24 Millionen Haushalten superschnelle Anschlüsse auf Basis der VDSL-Technik zu bieten. Das wären doppelt so viele wie bisher. Gleichzeitig sollen die Zugänge mit 100 Mbit/s wesentlich schnell werden. Möglich machen soll das eine neue Technologie namens "Vectoring".

So sollen in Deutschland 2014 bis 2016 die Investitionen auf jeweils 4,1 bis 4,5 Milliarden Euro steigen nach durchschnittlich 3,6 Milliarden Euro in den vergangenen drei Jahren. Insgesamt sollen Investitionen von rund 6 Milliarden Euro in den Breitbandausbau fließen. Zudem kündigte die Telekom an, in Deutschland 2014 ihre Umsätze zum Vorjahr zu stabilisieren.

Kommentare (21)

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Account gelöscht!

06.12.2012, 18:54 Uhr

Wie ich annehme, muss Herr Obermann vor allem intern gegen "Gott und die Welt" und gegen viele der "Alten Mannschaft" ankämpfen, von denen er boykottiert zu sein scheint, wie ich es vor einiger Zeit mal gelesen hatte.
Kann mir gut vorstellen, dass die Notwendigkeit besteht, sich von dem immer noch vorhandenen Beamtem-Block zu trennen. Was ich mit der Telekom in den letzten Jahren an Ärger erlebt habe, dürfte wohl ein Beweis dafür sein..!
Trotzdem: Wenn Vodafone derzeit erheblich weiter bei LTE ist als die Telekom, dann spricht das für mich Bände..!

Charly

06.12.2012, 19:00 Uhr

- Die Telekom hat jahrelang schnelles Internet in Deutschland blockiert indem sie für Investitionen Sonderbedingungen vom Staat erpressen wollte.

- Die Telekom ist ein Gegner der Netzneutralität.

- Ich hoffe dieser Gangsterverein ist bald bankrott.

atinak

06.12.2012, 21:02 Uhr

Für mich als Kunde ist die Telekom der Anbieter mit den zuverlässigsten Dienstleistungen: Jederzeit kostenlos erreichbar, kompetenter und freunlicher Technikservice (das sind dann direkte Mitarbeiter der Telekom, keine Call-Center-Ignoranten) und rasche Reparaturen. Von Freunden, die bei anderen Anbietern sind, habe ich ganz andere Geschichten gehört. Und wenn man mal richtig Serviceprobleme hat, gibt's bei der Telekomzentrale ein Krisenmanagement. Habe dort beim Vorstand angerufen, nachdem bei mir was gnadenlos in Serie schiefgelaufen war, und innerhalb von einer Stunde war das Problem gelöst. Was will man mehr. Warum also prügeln alle auf die Telekom ein, die vom Staat wettbewebswidrig gezwungen wird, ihre Leitungen zum Billigtarif ihren Konkurrenten zur Verfügung zu stellen?

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