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09.12.2014

14:20 Uhr

Deutschland unter Durchschnitt

Jedes fünfte EU-Unternehmen nutzt die Cloud

In der EU nutzt ungefähr jedes fünfte Unternehmen die Internet-Cloud – in Deutschland sind es aber nur etwa 19 Prozent. Der Hauptgrund ist laut Firmen die Sorge vor Sicherheitslücken der Dienste.

Nur 19 Prozent der deutschen Unternehmen nutzt Dienste der Cloud für sich. Damit liegt Deutschland unter dem EU-Durchschnitt. dpa

Nur 19 Prozent der deutschen Unternehmen nutzt Dienste der Cloud für sich. Damit liegt Deutschland unter dem EU-Durchschnitt.

BrüsselKnapp jedes fünfte Unternehmen in der EU nutzt Dienste in der Internet-Cloud, durch die Rechnerleistungen und Daten aus den Unternehmen ausgelagert werden. Während 97 Prozent der Firmen ab zehn Mitarbeitern einen Internetzugang haben, nutzten lediglich 19 Prozent die Cloud, teilte das EU-Statistikamt Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. In Deutschland sind es der Erhebung von 2014 zufolge nur elf Prozent.

Beim Spitzenreiter Finnland nutzten hingegen mehr als die Hälfte aller befragten Firmen Cloud-Dienste. Bei einer Verteilung nach Branchen machte in der EU, nicht überraschend, die Informations- und Kommunikationsbranche am stärksten von ihnen Gebrauch. Generell wurde die Cloud vor allem für E-Mail-Dienste und Datenspeicherung genutzt, wie Eurostat weiter mitteilte.

Vor- und Nachteile des Cloud Computing

Kosten

Wenn ein Unternehmen seine Kundendatenbank nicht im eigenen Rechenzentrum pflegt, sondern einen Online-Dienst wie Salesforce.com nutzt, spart es sich Investitionen in die Infrastruktur. Die Abrechnung erfolgt außerdem zumeist gestaffelt, zum Beispiel nach Nutzerzahl oder Speicherverbrauch. Geschäftskunden erhoffen sich dadurch Kosteneinsparungen.

Skalierbarkeit

Wer Speicherplatz im Netz mietet, kann flexibel auf die Nachfrage reagieren und den Bedarf unkompliziert und schnell erhöhen oder versenken. Wenn beispielsweise ein Startup rasant wächst, fährt es einfach die Kapazitäten hoch. Somit fallen auch niedrige Fixkosten an.

Einfachheit

Die Installation auf den eigenen Rechnern entfällt. Damit lässt sich ein neues System äußerst schnell einführen. Auch die Updates bereiten keine Probleme mehr, somit sinkt der Administrationsaufwand. Allerdings lassen sich die Cloud-Dienste in der Regel auch nicht so individuell konfigurieren.

Ortsunabhängigkeit

Zur Nutzung der Cloud-Dienste benötigen Mitarbeiter lediglich einen Internetanschluss – unabhängig von ihrem Aufenthaltsort und dem Gerät, das sie nutzen.

Sicherheit

Die Daten-Dienstleister werben damit, dass sie sich intensiver mit der IT-Sicherheit beschäftigen als einzelne Nutzer oder Unternehmen. Allerdings sind die Rechenzentren der Cloud-Anbieter aufgrund der große Datenmenge auch ein attraktives Ziel für Angreifer von Hackern. Auch Geheimdienste zeigen großes Interesse. Zudem ist von außen schwer nachzuvollziehen, ob der Anbieter die Daten ausreichend vor den eigenen Mitarbeitern schützt. Die Auslagerung bedeutet somit einen Kontrollverlust.

Abhängigkeit

Viele Unternehmen sind von ihrem Dienstleister abhängig, weil sie nicht ohne weiteres zu einem anderen Anbieter wechseln können. Das liegt etwa daran, dass sie ihre Systeme aufwendig an die Schnittstellen anpassen müssen. Auch Nutzer haben oft Schwierigkeit, wenn sie mit ihren Daten den Anbieter wechseln wollen. Eine weitere Frage: Was ist, wenn der Betreiber eines Dienstes pleite geht? Erst wenn es Standards gibt, die den Wechsel von einem zum anderen Dienstleister ermöglichen, sinkt die Abhängigkeit.

Als Hauptargument gegen die Nutzung der Cloud nannten Firmen die Sorge vor Sicherheitslücken. Wenn sie die Cloud nutzen, verlieren sie in gewissem Maße die Verfügung über die Daten und geben sie an den externen Dienstleister ab. Auch ungenügende Kenntnisse sind der Erhebung zufolge ein wichtiger Grund dafür, die Cloud nicht oder nur in beschränktem Maße zu nutzen.

Von

afp

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