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15.12.2015

13:50 Uhr

Dialog Semiconductor

Deutscher Apple-Zulieferer kappt seine Prognosen

Wegen schleppender Nachfrage muss der deutsche Halbleiter-Hersteller Dialog Semiconductor seine Prognosen zusammenstreichen. Die Aktie des Apple-Zulieferers sackt daraufhin ab. Auch ein Zukauf gerät nun in Gefahr.

Beim Halbleiterhersteller Dialog Semiconductor schaffte es Jean-Michel Richard in die Top Ten der Insideraktien-Transaktionen zum besten Zeitpunkt. Der Finanzvorstand, der Ende Juli angekündigt hat, das Unternehmen zu verlassen, trennte sich Ende Mai von Dialog-Semiconductor-Aktien im Umfang von 180.186 Euro. Dafür bekam er pro Aktie 52,14 Euro. Ende des Jahres wären es 41,2 Prozent weniger gewesen.  Quelle: Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam). PR

Platz 4: Dialog Semiconductor

Beim Halbleiterhersteller Dialog Semiconductor schaffte es Jean-Michel Richard in die Top Ten der Insideraktien-Transaktionen zum besten Zeitpunkt. Der Finanzvorstand, der Ende Juli angekündigt hat, das Unternehmen zu verlassen, trennte sich Ende Mai von Dialog-Semiconductor-Aktien im Umfang von 180.186 Euro. Dafür bekam er pro Aktie 52,14 Euro. Ende des Jahres wären es 41,2 Prozent weniger gewesen. Quelle: Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam).

FrankfurtDer Chip-Entwickler Dialog Semiconductor muss wegen einer schleppenden Nachfrage nach Halbleitern für Mobiltelefone seine Umsatzerwartungen zurücknehmen. Mit der Dialog-Aktie ging es am Dienstag an der Börse daher steil bergab, was ein weiteres Fragezeichen hinter die geplante milliardenschwere Übernahme des US-Konkurrenten Atmel setzt. Denn die Offerte für Atmel besteht zum Teil aus eigenen Aktien, deren Wert sinkt.

Über das Wochenende hatte sich ein unbekannter zweiter Bieter gemeldet, der ein reines Bar-Angebot für den US-Chipkonzern in Aussicht gestellt hat. „Aus unserer Sicht wird durch das schwach laufende Kerngeschäft von Dialog Semiconductor die Wahrscheinlichkeit für eine Akquisition von Atmel geringer“, sagte Baader-Analyst Günther Hollfelder.

Die größten Chiphersteller der Welt

Intel

Mit einem Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar ist Intel der mit Abstand größte Chiphersteller der Welt. Seit fast einem Vierteljahrhundert führt Intel die Rangliste nun schon an. Der Konzern aus dem Silicon Valley lebt vor allem von seinen Prozessoren. Sie sind das Gehirn eines jeden Rechners. Die Halbleiter des Unternehmens stecken insbesondere in PCs, Notebooks und Servern. Im Geschäft mit Smartphones konnte Intel nie so recht Fuß fassen. Alles in allem erreicht Intel auf dem Halbleitermarkt einen Anteil von mehr als 15 Prozent.

Samsung Electronics

Die Chipsparte des koreanischen Elektronikkonzerns ist nach Intel weltweit die Nummer zwei und kommt den Experten von Gartner zufolge auf gut elf Prozent Markanteil. Die Asiaten sind vor allem stark in Speicherchips. Samsung beliefert unter anderem auch Apple. Halbleiter sind freilich nur ein Geschäft von vielen von Samsung Electronics. Die Koreaner liefern auch viele andere elektronische Bauteile sowie Waschmaschinen, Smartphones, Fernseher und sogar Kühlschränke und Staubsauger.

SK Hynix

Der zweite große südkoreanische Halbleiteranbieter heißt SK Hynix und liegt in der Weltrangliste auf Platz drei. Der Umsatz: Mehr als 16 Milliarden Dollar. SK Hynix produziert insbesondere Speicherchips und wurde in der Vergangenheit vom Staat gestützt, um eine Insolvenz abzuwenden. Als einer der ganz wenigen großen Chipkonzerne ist SK Hynix 2015 gewachsen.

Qualcomm

In der Öffentlichkeit ist Qualcomm zu gut wie unbekannt, doch in der Halbleiterbranche sind die Kalifornier die Nummer vier mit zuletzt rund 16 Milliarden Dollar Umsatz. Die Firma liefert vor allem Chips für Smartphones. So stark ist Qualcomm auf diesem Feld, dass der Konzern wiederholt mit den Kartellämtern Probleme hatte. Das Unternehmen betreibt keine eigenen Fabriken sondern lässt alle seine Chips in sogenannten Foundries fertigen. Zudem verdient Qualcomm an Lizenzgebühren, weil jeder Handyhersteller auf geistiges Eigentum der Amerikaner zurückgreifen muss. 2015 war jedoch kein gutes Jahr für Qualcomm, der Umsatz ist kräftig gefallen. Mit einem Kurseinbruch von einem Drittel lief es auch auf dem Parkett alles andere als rund.

Micron Technology

Der US-Konzern arbeitet eng mit Intel zusammen und steht auf Rang fünf der Umsatzrangliste der Halbleiterindustrie. Zuletzt lagen die Erlöse bei rund 14,5 Milliarden Dollar. Micron verkauft hauptsächlich Speicherchips. Gemeinsam mit Intel hofft Micron derzeit auf eine ganz neue Generation an Speicherchips. Die neuen Chips sollen 1000 Mal schneller sein als die derzeit gebräuchlichen NAND-Speicherchips. Gleichzeitig können die fortschrittlichen Halbleiter zehn Mal mehr Daten fassen als die herkömmlichen Arbeitsspeicher, die sogenannten DRAMs. Im Gegensatz zu den DRAM-Chips, und ähnlich wie bei NAND, gehen die Informationen bei der neuen Technik nicht verloren, wenn der Strom erlischt. NAND hat in den vergangenen Jahren in vielen Rechnern die Festplatten verdrängt und wird jetzt womöglich selbst durch die neue Technik abgelöst. Intel und Micron haben die neue Technik 3D Xpoint genannt.

Texas Instruments

Vielen Menschen ist der US-Konzern vor allem wegen der Taschenrechner ein Begriff. Dabei lebt Texas Instruments vor allem von Chips und gilt als einer der verlässlichsten und über Jahrzehnte hinweg profitabelsten Anbieter. Der Umsatz lag zuletzt bei gut elf Milliarden Dollar, damit rangiert die Firma auf Platz sechs der Weltrangliste.

Toshiba Semiconductor

Der größte japanische Chiphersteller kam zuletzt auf Erlöse von 8,5 Milliarden Dollar, das reicht für Platz sieben in der Weltrangliste. Der Marktanteil beträgt fast drei Prozent.

Broadcom

Der US-Konzern ist der große Wettbewerber von Qualcomm im Geschäft mit Handychips und liegt auf Platz acht der größten Halbleiterhersteller. Allerdings wird es Broadcom nicht mehr lange geben. Arvago schluckt den Konkurrenten gerade und gibt dafür die Rekordsumme von 37 Milliarden Dollar aus. So viel wurde in der Industrie noch nie bei einer Übernahme auf den Tisch gelegt.

ST Microelectronics

Bislang der größte europäische Halbleiterhersteller, doch diese Position wird der Konzern nicht mehr lange behalten. Der Grund: NXP aus Eindhoven hat Ende 2015 den amerikanischen Rivalen Freescale übernommen und ist wird damit vom Umsatz her an ST Microelectronics vorbei ziehen. Das französisch-italienische Unternehmen ST Microelectronics erreichte zuletzt einen Jahresumsatz von fast sieben Milliarden Euro, das ergab den Marktforschern von Gartner zufolge Platz neun. Die Firma mit Hauptsitz in Genf beliefert zahlreiche Industrien, tut sich aber seit Jahren wirtschaftlich schwer. Eine Bürde ist die Historie, weil es viele Standorte in den beiden Ursprungsländern Frankreich und Italien gibt.

Infineon

Der wichtigste deutsche Chipproduzent und der einzige Hersteller hierzulande in den Top-ten der Branche. Die Münchener sind 2015 um rund ein Drittel gewachsen, vor allem aufgrund der Übernahme des US-Rivalen International Rectifier. Auch an der Börse lief es vergangenes Jahr prächtig, mit einem Kursplus von gut 50 Prozent gehörte die ehemalige Siemens-Sparte zu den größten Gewinnern im Dax. Infineon wird seinen Platz unter den zehn größten Herstellern vermutlich bald verlieren, weil der holländische Wettbewerber NXP den amerikanischen Rivalen Freescale jüngst geschluckt hat.

Autor: Joachim Hofer

Das deutsch-britische Unternehmen erwartet für das vierte Quartal nur noch Erlöse zwischen 390 und 400 Millionen Dollar, wie Dialog mitteilte. Bislang war der Apple-Zulieferer von 430 bis 460 Millionen Dollar ausgegangen. Vor einem Jahr waren es 435 Millionen Dollar. Die Schwäche im Handy-Geschäft trifft Dialog ins Herz: Die Sparte machte 2014 gut 80 Prozent des Konzernumsatzes aus. Analysten schätzen, dass Apple für 95 Prozent der Dialog-Umsätze in dem Segment verantwortlich ist.

Die im TecDax notierte Dialog-Aktie sackte zeitweise über 17 Prozent auf 26,50 Euro ab, erholte sich im Tagesverlauf aber etwas. Damit ist das Übernahmeangebot von Dialog nur noch 8,27 Dollar je Atmel-Aktie wert. Als Dialog die Offerte im September vorgelegt hatte, lag sie bei 4,6 Milliarden Dollar - heute ist es gut eine Milliarde Dollar niedriger. Atmel-Papiere schlossen am Montag bei 8,72 Dollar. Gleichzeitig liegt den Kaliforniern eine Offerte über neun Dollar je Aktie in bar vor.

Die Halbleiterindustrie steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Jahrzehntelang hatte es in der Branche so gut wie keine Übernahmen gegeben. Doch Kostendruck und eine größer werdende Konkurrenz aus China führen zu einer regelrechten Fusionswelle: Infineon schluckte die US-Firma International Rectifier, die niederländische NXP stieg mit Freescale zu Europas Marktführer auf und in den USA erwarb Avago Technologies für 37 Milliarden Dollar den Rivalen Broadcom - der bisher teuerste Deal der Branche.

Von

rtr

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